Kampagne des deutschen Hebammenverbandes geht weiter

Und für alle, die gar nicht wissen, worum es geht, hier ein Auszug aus dem betreffenden Artikel der hiesigen Lokalzeitung, Autorin = Jana Haase

In ihren Händen fängt ein Menschenleben oft an: Jetzt fürchten Hebammen bundesweit um das Weiterleben ihres Berufsstandes. Dramatisch gestiegene Versicherungspolicen bei gleichzeitig kaum veränderten Honorarsätzen von den Krankenkassen machen den Beruf schon jetzt für viele zum Zuschussgeschäft. Im Juli 2010 steht eine weitere Erhöhung der Versicherungsprämien an. Mit Aktionen rund um den Welthebammentag am heutigen Mittwoch machen auch Potsdamer Hebammen auf ihre schwierige Situation aufmerksam.
[…] Ab Juli 2010 soll die Versicherungsprämie auf fast 3700 Euro steigen. Gleichzeitig hätten sich die Honorare für Geburten nur um wenige Euro erhöht – für Hausgeburten zahlen die Krankenkassen derzeit ein Bruttohonorar von 448,80 Euro, für die Entbindung im Geburtshaus 367,20 Euro, für eine Beleggeburt im Krankenhaus 224,40 Euro. „Nur mit Geburten arbeite ich im Minus“, erklärt Peggy Janner, die nach eigenen Angaben rund 45 Geburten pro Jahr betreut: „Ich muss mir durch Vorbereitungskurse und Wochenbett die Geburtshilfe selbst finanzieren.“ So wie ihr geht es den meisten selbstständigen Hebammen.
[…] Aber auch steigende Geburtenzahlen verbessern die Situation der Hebammen nicht: „Wenn man das durchkalkuliert, muss man so viel arbeiten, dass der Anteil von Vorsorge und Wochenbett zu kurz kommt“, erklärt Romy Wagner, Hebamme im St.-Josefs-Krankenhaus. Die Kollegen zweier Berliner Geburtshäuser hätten sich bereits zur Aufgabe entschlossen. Wenn sich an den finanziellen Bedingungen nichts ändert, würden sich immer mehr Frauen aus dem Hebammen-Beruf zurückziehen, glaubt Wagner.

Mit ihrer Befürchtung ist sie nicht allein. „Die Eltern sind letztendlich die Leidtragenden“, betont Peggy Janner. Ohne Hebammen könnten sie sich nicht mehr für eine Hausgeburt oder die Entbindung in einem Geburtshaus entscheiden und wären auf die Kliniken angewiesen. Dort werde es einen erhöhten Ansturm geben. „Die Welt braucht Hebammen“ stand auf den roten Luftballons, die Janner gestern auf der Brandenburger Straße verteilte.

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