Einflüsse auf den Calciumstoffwechsel

So, ich habe noch mal etwas recherchiert und hoffe nunmehr eine unabhängige Quelle in Sachen Ernährungswissenschaften gefunden zu haben.

Bei der Milchdebatte ging es ja u.a. um die Calcium-Osteoporose-Problematik (die für mich als vorbelastete Frau vielleicht auch wichtig in Prävention wäre)- hier nun mein Exzerpt  der mir logisch und untendenziös erscheinenden Quelle (DEBInet, Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e.V.).

Neben einere ungenügenden oralen Zufuhr von Calcium können auch eine gestörte Calciumresorption aus dem Darm sowie eine gesteigerte Calciumausscheidung über die Nieren zu einer negativen Calciumbilanz beitragen.
Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer geringeren Aufnahme von Calcium aus dem Darm. Auch eine hohe Phosphatzufuhr verschlechtert die Calciumresorption. Deshalb wird empfohlen, den Verzehr von phosphatreichen Lebensmittel wie Schmelzkäse, Wurst- und Fleischwaren einzuschränken. Die Zufuhr von Phosphat sollte die des Calciums nicht übersteigen.
Organische Säuren wie Oxalsäure (v.a. in Rhabarber, Spinat und Mangold) und Phytinsäure (in ballaststoffreichen Lebensmitteln wie z.B. Kleie) sind in der Lage, Calcium sowie andere Mineralstoffe und Spurenelemente im Darm zu binden und somit deren Resorption zu verringern.
Eine Verbesserung der Calciumresorption wird durch den gleichzeitigen Verzehr von Milchzucker, Zitronen- und Apfelsäure verbessert. Die beiden Säuren sind in verschiedenen Obstsorten enthalten.
Eine hohe Zufuhr von tierischem Protein, v.a. von den schwefelhaltigen Aminosäuren (Eiweißbausteinen) Cystein und Methionin, führt zu einer Absenkung des pH-Wertes des Harns und zu einer gesteigerten Calciumausscheidung. Den gleichen Effekt besitzen Koffein und Alkohol, die durch die Hemmung des Hormons Adiuretin die Flüssigkeits- und damit auch Calciumexkretion fördern. Auch ein erhöhter Kochsalzverzehr fördert die Ausscheidung dieses Mineralstoffes über die Niere.
Die besten Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte. Ein weiterer guter Calciumlieferant ist Mineralwasser. In einem gewissen Umfang kann Gemüse (z.B. Brokkoli) zur Calciumversorgung beitragen. Einen hohen Calciumgehalt weisen auch verschiedene Küchenkräuter wie Petersilie und Dill auf. Ein regelmäßiger Einsatz dieser Kräuter kann somit helfen, den Kochsalzkonsum zu reduzieren, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken und die Calciumaufnahme zu erhöhen.
Aufgrund der calciumbindenden Eigenschaften des Phosphats ist ein Calcium-Phosphat-Quotient von 1 erstrebenswert, d.h., die Nahrung sollte im wesentlichen mehr Calcium als Phosphat enthalten.
[es folgt eine Tabelle der Ca/P-Verhältnisse, am höchsten: frische Kresse mit 5,63 – am niedrigsten Camembert mit 1,00 ; aus der Tabelle geht aber auch hervor, dass z.B. 1,5fett-Kuhmilch 120mg calcium/100g böte, frischer Sesam 738mg. Spitzenreiter wäre vollfetter Emmentaler, aber das ist ja vermutlich vielen zu fettig]

Man kann sehen, alles ist ein wenig komplizierter, aber ich wage doch zu behaupten, dass mein (Eisberg-)Salat mit Petersilie und Sesamkörnern insgesamt gesünder ist als z.B. ein Mischbrot mit Wurst und Käse, weil bei letzterem das Wurstphospat das Käsecalcium neutralisiert, bei ersterem das Sesam-Ca vom Petersilien-Ca gemocht wird. Und umwelt- wie tierrechts-technisch souveräner ist es sowieso, Brokkoli und Grünkohl zu speisen als Kuhdrüsensekret.
Oder hab ich wieder was falsch verstanden ??

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