Was ist aus der Specki-Tonne geworden ?

Zur Erinnerung:

Als Specki-Tonne wurden Behälter bezeichnet, in denen Essensreste von Großspeisungen wie Schulen, Heimen, Kliniken gesammelt wurden, um sie in Tiermastbetrieben an (vornehmlich) Schweine zu verfüttern.

Heute gibt es das natürlich nicht mehr, wegen „Unhygienisch“ und Ähnlichem. Spätestens seit dem „BSE-Skandal“ macht sich eine offizielle Kannibalisierung von „Nutztieren“ auch nicht mehr so gut.

Essensreste gibt es aber sehr wohl, sie landen, apart in kleine oder große Eimer, von netten Betreuerinnen oder auch von den Speisenden selbst, gekippt, beim Wirtschaftspersonal der jeweiligen Einrichtung, welches sie direkt oder indirekt in die Neuauflage der Specki-Tonne befördert.

Ob alle Menschenfütterbetriebe wohl eine solche Tonne besitzen ? Ich weiß es nicht. Auch weiß ich nicht, wem ich glauben soll, in der Frage, was nun mit dem Inhalt der Speisemülltonne passiert.

Offenbar gibt es mehrere Entsorgungsdienstleister und die Recyclingbranche ist im Aufwind. Nachdem mein Chefkoch – nennen wir ihn Jörg Ch. F. Schiller – beiläufig erwähnte, im Eimer befände sich, „was sich andere ins Gesicht mähren“ wurde ich neugierig. Ich gab die auf der Tonne befindliche Webadresse des Entsorgers ein. Dort las ich von Biomassekraftwerken, Biodiesel aus Altfetten und anderen sinnvoll-ökologisch-innovativ-klingenden Sachen. Aber nix von Kosmetikindustrie.

Am nächsten Tag erzählte ich Schiller von der Firmenseite. Er bekam daraufhin einen amüsierten Tonfall und meinte wiederum, aus dem ollen Futter würde der Grundstein für Cremes gemacht. Das schrieben „die“ (also die Firma) natürlich nicht, weil es etwas eklig für den Kunden wäre. So viele solche Kraftwerke gäbe es doch gar nicht, und dieser Biospritquatsch..

Vor Ort habe ich ihm erstmal beigepflichtet, aber nach kurzer Recherche denke ich: das ist doch bestimmt so eine Mär, wie die, dass Krankenhäuser Plazenten an die Kosmetikindustrie verkaufen würden. Also, im Sinne von: wurde mal gemacht, aber jetzt doch nicht mehr.

Wer weiß mehr darüber ?

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    • Jardinera
    • 30. Mai 2011

    Kann ich mir schon vorstellen, dass gewisse Rohstoffe wie Glycerin wieder in der Kosmetikindustrie landen, aber nur in so reiner Form, dass es längst nicht so eklig ist wie es klingt.
    Diverse hautstraffende Zusätze stammen sicher eher direkt aus Schlachtnebenprodukten, ohne vorher durch die Küche zu gehen. Aber auch da: alles höchst hygienisch. Schließlich werden unreine Rohstoffe viel zu schnell schlecht, sind also gar nicht lagerfähig, kosten unnötige Konservierungsmittel…
    Und es ist doch schön, wenn die Tiere bis zum letzten Hühnerbein genutzt werden. 😉

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