Bundesfreiwilligendienst – erste Erfahrungen

Ab dem 1.7. soll in Deutschland der Bundesfreiwilligendienst stattfinden und den Zivildienst ersetzen. Aus Gleichberechtigungsgründen begrüße ich das sehr, aber auch, weil ich langsam zu alt für FSJ und FÖJ werde und dringend nach irgendeinem Betätigungsfeld suche. (also irgendeinem, das einen Vertrag bietet, den ich dem Jugendamt vorlegen könnte, damit meine gesellige, hochaktive Tochter sich gruppenmäßig austoben könnte)
Nun kann man vielerorten lesen, wie (ehemalige) Zivildienststellen Panik schieben, dass ihnen das Personal ausginge. Und das kann auch realistisch passieren, denn das Procedere, sich als BFD-Stellen zu etablieren ist ähnlich kompliziert, wie das, was der potentielle Teilnehmer veranstalten muss.
Vielleicht bessert sich das in einem halben Jahr oder so, wenn der Dienst sich „eingespielt“ hat, aber bis dahin..


Das Gesetz für den Dienst findet sich hier, kurz nach der Seite, die „dringend anrät“, Werbung zu machen.
Ich sage: Werbung bringt nicht soviel, wie es hülfe, eine einheitliche Anlaufstelle für Freiwillige zu bieten.


Machen wir uns doch nichts vor, wer will schon für ein karges Taschengeld in der Altenpflege arbeiten, sozial-anspruchsvolle Verwaltungstätigkeiten ausüben, Hausmeister in Forschungseinrichtungen sein oder Wölfe zählen in der Lausitz (alles Tätigkeiten, nach denen ich mich erkundigt habe).. das Ganze bei mind. 20 Wochenstunden (für ab 27-jährige möglich, ich fühle mich diskrimiert, hoffe aber auf eine Härtefallregelung, wenn ich einen Platz kriegen sollte) und „im Regelfall 40h-Arbeitswochen“, inklusive 25 Seminartage im Jahr. Seminare sollen an ehemaligen Zivildienstschulen übers Bundesland verteilt stattfinden, und zwar bei Übernachtungszwang für jeweils 4-5 Tage am Stück.
(das ist eine Stelle, die mir Sorge bereitet.Ob ich wirklich wirklich 4-5 Mal im Jahr jemanden finde, der so lange inklusive Nächte auch auf die Kleine aufpassen möchte? aber es nützt ja nichts, zur Not nehm ich sie eben mit. Es scheint sich eh nur um alberne Selbsterfahrungs- und Regionkennenlern-Seminare zu handeln. Mag ja ganz nett sein für Menschen, die Zeit und keine Verantwortung sonst haben..)


Seit März bekunde ich nun also schon Interesse am BFD, bis heute habe ich keine konkrete Zusage. Etliche Kommunikationen und Enttäuschungen liegen hinter mir. Mein bescheidenes Selbstwertgefühl neigt zum Fatalismus und so klammere ich mich von einer vagen Ansage zur nächste, fuchse mich immer wieder in Einsatzstellenbeschreibungen ein und schreibe schöne Motivationsschreiben..


Um bei dem Wust von Trägern und potentiellen Einsatzstellen nicht durcheinander zu kommen, habe ich mir eine Tabelle angelegt mit den Spalten „Stelle“, „Aktion“ und „Reaktion“, also nicht im Wortlaut und eigentlich sind es mehrere Tabellen.
Vielleicht ist sogar (anstatt nur zu meckern) der Aufbau einer Internetbörse für BFD-Willige eine schöne Businessidee; wie ich überhaupt viele schöne Existenzgründungs- und Nebenjobideen habe.. nur für all das bräuchte ich viel mehr ruhige Stunden (mit anderweitig betreuten Kindern), um meine Programmier-, Buchhaltungs-, u.ä.Kenntnisse zu erweitern.


Anmerkung: ja, das könnte man auch alles objektiver betrachten, aber der Artikel soll mir auch als kleines Frustventil dienen. Immerhin verkneife ich mir pauschale Schuldzuweisungen 😉

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