Mit der Dorfjugend in der Trancedisco

Eine Episode aus der Zeit, in der die Pantherin sich noch als violette Ratte begriff.
Aber auch eine Episode, die Menschen, die in Mittel- oder Großstädten groß geworden sind, zeigt, „wie gut sie’s hatten“.

Das folgende Lied war recht populär, als die Pantherin jugendlich war.

Um im Bilde zu bleiben, sollte man besser vom „folgenden Track“ sprechen.

Es ist der einzige spezifische..äh.. Track, den die P. aus langen Diskonächten

mit in die Erinnerung genommen hat.,

zum Einen weil es doch ein relativer Ohrwurm ist,

zum Anderen, weil die P. darauf zwei, dreimal abzappelte –

Tanzen kann man das nicht nennen

und es geschah aus Notwehr, wie ich im Anschluß erläutern möchte.

Die damalige Rättin musste wohl viele Stunden in nebligen Kleinstadt-Diskotheken zugebracht haben, v.a. in einem Gewerbegebiet der bescheidenen Stadt Bad Düben, wo eine Großraumdisko mit zwei „Floors“ an den Stadtrand geklatscht wurden war, die von Fifty-Fifty-Taxen und vollgepropften Autos mit 18-jährigen Fahrern behende frequentiert wurde. Jene Fahrer nahmen 14- bis 18-jährige Mädchen aus dem dörflichen Umland mit, weil sie in eine sich verguckt hatten und dann deren Freundinnen mitnehmen mussten 😉

Die damalige R. muss es auf diese Weise auch in andere Diskotheken verschlagen haben, allerdings kann sie sich nicht an die Orte und Namen erinnern, das scheint in Alkohol und wichtigeren Daten untergegangen sein.

Zu dieser Zeit könnte es auch geschehen sein, dass die jetzige P. sich einen gewissen Opportunismus angeeignet hat. Man darf sich vorstellen, da sitzt dieses Mädchen aus kulturinteressierter, halbwegs gebildeter Kinderstube nun mit 14, 15 in einem Dorf, das als Wochenendgestaltung Landwirtschaft, Fernsehen und Saufen bietet. Das Internet kam ja auch erst langsam auf.

Und die Schulfreunde wohnten weiter weg.

Die Rättin war darüber Nihilistin geworden und weil also eh alles hoffnungslos war, nahm sie irgendwann all die Einladungen, doch einen mitzutrinken, an. Möglicherweise hat auch das“ Essen aus Verlegenheit und Langeweile bei Menschenzusammenkünften“ hier seinen Ursprung.

Um nicht arrogant auf die wenigen vorhandenen Dorfjugendlichen zu wirken, saß die Rättin von Zeit zu Zeit bei 2,3 Bierchen und Likörfläschchen am Teich und an der Bushalte rum und, nun ja, nahm eben auch an den Diskofahrten teil.

  Von Vodkacola und Passivrauchen bedröhnt, beobachtete sie die Leute, doch das wurde nach geschätzen 30 Minuten langweilig. Waren ja immer wieder die selben. Die „Gespräche“ waren ebenfalls wenig inspirierend und auf den „Floor“ mit den Evergreens und überhaupt Nicht-Technoiden Liedern hatten die Mitfahrer keine Lust. Da Einschlafen keine Option war, blieb dann nur, mit auf die Tanzfläche zu gehen, dort war es dann eh schon voll und.. naja, die Stiefschwester und die Dorffreundin freuten sich so.. Opportunismus halt.

Mit dem Nihilismus konnte es auch am nächsten Morgen noch weitergehen.

ein symptomatisches Bild

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  1. Hacja, die goldene Jugend, diese schönen Tage, sie kehren nie wieder zurück. Ich stamme ja auch aus der Provinz und so anders war es auch bei uns nicht, mit dem Unterschied, dass ich damals tatsächlich noch derart menschenscheu war, dass ich es aus heutiger Sicht als misanthropischen Vorboten betrachte. Mit anderen Worten: ich saß nur zu Hause rum und ging nicht weg und wartete darauf, dass die Jugend endlich vorbei ist. Erstemal Disco mit 16, was für eine langweilige Erfahrung das war.

    • Zu Hause Rumsitzen ist auch nur schön, wenn das Zuhause schön ist *räusper*

  2. …mit 17 auf dem land , so am rande des tagebaus, mit sicht auf die schornsteine von espenhain und böhlen, jeden abend party, keinen abend zu hause, die generation der lehrer und eltern musste das freiheitlich zertrümmerte leben neu formatieren….wir hatten nur uns….und unsere mopeds….das war die blanke freiheit, ja anarchie…absoluter wahn…..
    das war eine „landjugen mit musike“….
    kann ich übrigens sehr empfehlen den heinzer (strunk)

    • ja, der Strunk schreibt sehr amüsant.
      Aber von Böhlen bis nach Leipzig wäre es doch nicht weit gewesen ?
      Mit 17 ist man ja schon etwas erfahrener 🙂 und mit Mopeds anarchischer, das stimmt schon. Ich stand ja vor der Wahl „Moped oder Wohnung“ und entschied mich für letzteres,auch wenn das ein Jahr länger warten bedeutete.Aber das wird nochmal eine andere Episode..

    • Namenslos
    • 21. Juni 2011

    Ist das so ein Technoding? 😀
    Da gefällt mir 2 Unlimited von den alten Dingern viel eher. Hätte diese gar nicht gekannt, hätte mir mein musikbesessener, lieber Onkel keine CD von dieser Gruppe, wie viele weitere, z.B. von Skorpions, geschenkt. 😀

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