Verpatzte Teenagerlovestory: Was ich mit Dismal Euphony verbinde

Vorab: ich kannte diese Band vor den hier beschriebenen Ereignissen auch nicht.

Putzigerweise geht meine musikalische Entdeckung auf eines meiner ersten positiven Flirtereignisse zurück, sodass sich in diesem Artikel mehrere Aspekte verknüpfen sollen. Nostalgie, Metal-Tipp, Reiseandenken, psychologische Problemchen..

Die Geschichte spielt zu einer Zeit, da war ich 18,5 und auf einer der ersten Reisen mit dem eigenen Auto und der extrovertierten, abenteuerlustigen Freundin. Wie auf diesem zeitgenössischen Bild zu bemerken, hatte ich eine eher herbe Ausstrahlung. Am frühen Morgen, wo der Flirt, der auf Dismal Euphony hinwies, stattfand, sehe ich meist noch muffeliger aus. Aber vielleicht sucht man als „sich für alternativ und intellektuell haltender D.E.-Kapuzenpulliträger“ auch nach eben solcher Miesepetrigkeit.

Man muss sich vorstellen, in einer Jugendherberge voller klassenfahrender Gymnasiasten, die ich irgendwie automatisch für „Wessi – weit weg wohnend“ hielt, sind alle Frühstückstische belegt, da kommen meine Freundin und ich, verschlafen von der Nacht, in der wir erst gegen 2 Uhr die Herberge fanden, um eben noch was zu speisen, bevor es nix mehr gibt.

Weil es voll ist und ich verpeilt, lande ich irgendwie an einem von meiner charmanten Begleitung separierten Tisch und zwei Gymnasiasten setzen sich zu mir. Ich habe gerade eine Fleischfressphase und puhle mir Leberwurstbrötchen zurecht. Die jungen Männer sind aufgedreht und sehr viel wacher als ich. Der Wortlaut der Unterhaltung am Tisch ist mir nicht in Erinnerung, aber es war deutlich zu spüren, dass der Freund des D.E.-Kaputrägers vermittelnd und aufdrängend agieren wollte, der Kaputräger interessiert war.

Sozial unerfahren und überkontrolliert, wie ich war, hielt ich mich mit Informationen bedeckt und muffelte mehr oder weniger in meinen Kaffee hinein. Ich dachte mir u.a., dass es keinen Zweck hätte, weil die doch sicher alle sonstwo wohnten (und ich doch kein Internet in meiner Wohnung hatte, das Kontakt halten wäre doch zu schwierig, blabla). Nach dem Frühstück schilderte ich meiner Freundin alles und fing auch schon an, zu bereuen. Aber mitten in die Schülergruppe gehen.. ja nee, das hätte ich mich nicht getraut und aus dem Alter, wo man seine Freundin vorschickt, waren wir ja raus.

Auf ähnliche Art habe ich mich vieler späterer zwangloser Plaudermöglichkeiten mit weitergehenden Möglichkeiten beraubt. Wer weiß, vielleicht wohnte der D.E.-Kaputräger in einer seeehr interessanten Stadt, wo ich einige Monate später gern hingefahren wäre ?

So blieb mir, nach Hause zurückgekehrt, nur, die Band zu recherchieren. Weil ich aber doch kein Netz zu Hause hatte (auch wieder weil ich dachte, das lohne sich nicht, wasn Schwachsinn), habe ich blind ein Album bestellt.

Darauf war u.a. folgendes Lied :

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