Notiz für Motivationsschübe: aufraffende Neofolklieder

Der gelegentliche Rückgriff des Darkfolk auf völkische oder anderweitig politisch momentan (denn gerade Politik, aber auch generell der menschliche, sprich beschränkte Geist an sich kann naturgemäß keinen Ewigkeitswert für sich und ihre bzw. seine Schlüsse beanspruchen) diskreditierte Dichter, Denker und Motive mag zwar im ersten Moment irritierend oder gar rückwärtsgewandt wirken, ist aber letztendlich nie dermaßen einseitig, affirmativ oder total, daß er nicht zum Nachdenken anregte, und erreicht gerade damit sein erklärtes Ziel der Reflexion.

*Zitat aus der Hausarbeit „Rezeption völkischer Topoi im Darkfolk“ von T.Sp. an der HU Berlin, S. 22


Und weil auch :

Darkfolk ist „Kulturkritik von Einzelgängern“ (vgl. : Diesel, Looking for Europe, S. 411), durch das Ausklammern von Themen wie Rasse, Blut oder Volk fehlt der kollektive Impetus und anstelle von radikaler Problemlösung, von klaren Feindbildern wird zumeist ein Auseinandersetzen mit eigener Emotionalität und Weltschmerz praktiziert.

.. gibt es aus dieser Musiksparte nur wenige Lieder, die mir bei der Aufraffung helfen, die sind mir aber besonders wertvoll :




Des weiteren darf angesichts der synkretistischen Herangehensweise der Künstler, die auf Vergangenes zurückgreifen, keine Identität dieser mit einzelnen Quellen angenommen werden. Dies hieße, die Eigenständigkeit der Kunst böswillig ignorieren und durch Selektivität eine Verzerrung der Realitäten herbeizuführen. (…)

Was bleibt sind die romantischen Vorstellungen der Musiker, die jedoch, solange kein begründeter Verdacht auf Versuche politischer oder sonstiger Umsetzung besteht, nur anhand des Bildes selbst zu kritisieren wären und nicht aufgrund eines behaupteten Rattenschwanzes totalitärer oder chauvinistischer Maßnahmen.

Was trotz alledem bestehen bleibt,ist der zumeist ungewollte Zuspruch, den viele Darkfolkgruppen auch weiterhin aus völkischer Richtung ernten werden, doch darf dies auch nicht als Beweis hiesiger völkischer Ressentiments verstanden werden. Es handelt sich um eine Art Kompatibilität, beginnend durch Begriffe und evozierte Bilder, aber auch durch die unterschiedlichen Ausformungen dieser endend.  (…)

Vom Darkfolk zu verlangen, aufgrund der ‚Gefahr‘ unerwünschter Sympathisanten seinem Wesen untreu zu werden oder sich von etwas zu distanzieren, zu dem er sich nie bekannt hat, wäre als politisches Moralisieren Beginn der Zensur.

*das war schon Seite 23

Und nach diesem Klugscheißertext, den ich nie so hätte formulieren können, kann ich wieder beruhigt mit meinem Forseti-Oberteil rumlaufen und hoffen, kein ‚unerwünschter Sympathisant‘ zu sein.

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  1. 23. August 2011

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