Das erste Mal Umfärben (ein objektiver Erfolg)

Es ist ja nicht so, dass ich momentan Gründe hätte, lethargisch zu sein. Ich mache sogar aktiv etwas gegen den inneren Wunsch, nur noch matt abzuwarten. Jedenfalls ein bisschen was. Sonst wird ja das schlechte Gewissen ob der jetzigen Zeitverschwendung in z.B. 2 Wochen, wenn ich anscheinend weniger Zeit haben werde, zu groß sein.
Da muss der geübte Selbstkenner und -austrickser vorbeugen und Tatsachen schaffen. Also Gegenstände oder Notizen, die in Momenten des Zweifels besehen und für Erfolge gehalten werden können.

Dieser Tage ist es mir deshalb tätig gelungen, das erste Mal im Leben die Farbe von Kleidungsstücken zu verändern.

Nun sind so Farbveränderungen ja ein alter Hut. Manche Leute betreiben das seit 30 Jahren oder länger. Ich aber nicht 😛
Beobachtet und bewundert hatte ich das bei einer Freundin, die aus Geldmangel eine Tugend macht, indem sie geschenkte Sachen so umfärbt, dass sie ihr gefallen und daher auch tussige Dinger tragbar werden. Das scheint mir moralisch und ökonomisch günstig, verhindert es doch das Wegwerfen von Ungewolltem oder Ausgebleichtem. (Verzettelung: ja gut, meist wirft man Klamotten nicht in den Restmüll, sondern in die Altkleidersammlung. Aber warum sollen Verwertungsfirmen Geld mit dem machen können, was eigentlich noch nicht reif für den Kleiderschrott ist ?)

Bei aller Bewunderung hatte ich dennoch Vorbehalte, ob ich mich wirklich selbst auch daran wagen sollte. Grob gesagt: weil ich etwas zu oft erlebt hatte, wie schöne Ideen in der Umsetzung dann eher enttäuschend waren.

Dann aber kam jene Buxe: ursprünglich dunkelblau, aber schon nach zwei Sommersaisonen (-saisons ? häh?) hinten und vorne rötlich ausgebleicht. Nach der letzten Wäsche dann noch weitere rötlichhelle Flecken, wirr verteilt. In Betrachtung der Buxe entspann sich am Sonntag folgender halbfiktiver Dialog:
Panther: „So geht das nicht weiter ! Mit dieser Buxe kannst du nirgends mehr hingehen, außer vielleicht aufn Bau!“
Fuchs: „Warum denn, die ist doch noch gut ?!“
Panther:“Quatsch, viel zu peinlich ausgeblichen. Die war wieder billich produziert, damit man schnell eine neue kaufen möchte.. aber nich mit mir, jetzt wird gefärbt !“
Fuchs: „Waaaaas ?? meine gute Buxe ?? Tun Sie das nicht !“

Am Montagmittag (alle Zeitangaben sind nur vage erinnert und sollen lediglich die Lahmarschigkeit verdeutlichen) dann im Drogeriemarkt eine Packung „Echtfarbe“ gekauft. „Marine“ war gerade aus, darum zu „Schwarz“ gegriffen.

Montagabend das erste Mal die Packungsbeilage gelesen. Entmutigt wurden, weil so viele Variablen darin vorkommen, dass ich mich unangenehm an diverse Haartönungspatzer erinnern musste.

Dienstagmittag eine Packung Salz gekauft. (Hätten die Farbhersteller das nicht aussen drauf schreiben können, „Sie benötigen ausserdem 500g Salz“ ?)

Mittwochmorgen im Kaffeerausch die Sache angegangen. Die Buxe (600g) nebst zwei Carmenblusen (je 200g) in die Wäschetrommel geschmissen. Letztere waren ein Fehlkaufschnäppchen vor Jahren. Haben wohl im 2er-Pack nur 3 Euro gekostet, oder so, und waren pink und orange. Manchmal denke ich, mehr bunt zu tragen würde die Seele der Trägerin aufhellen, aber nachdem die Teile, die ihren Kauf solchen Eingebungen verdanken, dann Jahre im Schrank abgammeln, nützt es, sich einzugestehen, dass die Gleichung nicht aufgeht und das Bonbonbunt einfach nur vom Tragen abhält.

Mittwochmittag die Klamotten verdrängt, am Abend die Waschmaschine ein zweites Mal angestellt, man muss sie farbecht machen durch Anschließen eines Normalwaschganges. Spätabends die Teile auf den Balkon gehängt.

Donnerstagabend erst getraut, ein Auge darauf zu werfen. Gestaunt.

Anscheinend siegt doch manchmal das Gute. Die Färbung ist nicht fleckig erfolgt. Dass die Nähte nicht mitgefärbt sind, wirkt ja eher fetzig, puuuh.

Kurze Recherche im Netz ergibt: Kunstfasern nehmen die Farbe nicht an – interessant.

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  1. 22. Januar 2012

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