Pia-neko-chan (Melange aus Fiktion und Ernst)


Mehrere Abende hatte Pia schon mit der Suche nach einer neuen, hübscheren Mütze verbracht. Die bisherige war altrosa-grau und immer nur in großer Kältenot getragen wurden.
„In dieser Zeit der großen Produktauswahl kann frau doch nicht einfach irgendeine Mütze tragen“, denkt Pia und sieht sich unter Druck, etwas zu repräsentieren. So eine Kopfbedeckung kann ja viel aussagen. Hat frau z.B. ein Barrett mit einer großen Blume an der Seite auf, so denkt der Betrachter vielleicht: „die Alte wär wohl gern Anais Nin“. Mit einem schwarz-roten Beanie gilt frau schnell als Anarchoschnalle. Vielleicht war der langweilige Strickbeanie vom letzten Jahr doch die richtige Wahl ?

Aber nein, die neue Mütze soll Pia ein buntes Leben suggieren oder wenigstens dem Betrachter vorgaukeln, dass die Trägerin verspielt und lebensfroh sei.* Deshalb würde sich vielleicht eine sogenannte Schapuze eignen. Sind dieses Jahr voll in Mode, diese Kapuzen-Schal-Hybriden.

Pia nennt aber bereits eine große Anzahl von Schals ihr Eigen, das wäre doch blöd, wenn die dann nicht mehr zum Einsatz kommen müssten.
Vielleicht sollte sie Yunus anrufen und fragen, ob er mal rumkommen** und einen Tipp geben möchte. Der sitzt bestimmt eh bloß vorm Rechner und schaut lechzend so Bilder an ..

„Der sollte sich lieber mal mit der realen Welt befassen, Nerd !“, murmelt Pia. In dem Moment kommt die Erleuchtung. Und zwar auf samtigen Pfoten, mit einem geschmeidigen Sprung in ihr Gesicht: „Katzenohren ! Das ist es !“

*Damit keine Zweifel aufkommen: Pia IST lebensfroh, quirlig und verspielt. Aber nicht, wenn die überwältigende Anzahl an Produktvorschlägen ihre Entscheidungsfähigkeit vor große Herausforderungen stellt.
**sie sitzt am Rechner und weiß nicht, welcher DaWanda-Näherin sie den Vorzug geben soll. Bewusst hatte sie sich gegen die asiatischen Massenwaren der Centerläden entschieden, um nun vor der Entscheidung, welche europäische Selberstrickerin ihr etwas schicken soll, fast zu scheitern.

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  1. „Schapuzen“ ( schickes Wort) sind ganz toll die trägt Frau diesen Winter. Solche eine hatte ich schon vor 25 Jahren, allerdings Eigenproduktion….da komm ich Momentan leider nicht so richtig zu, da öfter stark abgelenkt und alle „Strick“- Gedanken im Hirn zerstreut, zersetzt und aufgerebbelt…..

    • Aufgerebbelt ?! hihi.
      aber jetzt, wo du es schriebst, fällt’s mir auch ein.. so ein Ding hatte ich auch als Grundschülerin, so Selbststrick von Mudders oder so.. komischerweise wurden damals die Schapuzen „Oma“ genannt, jedenfalls bei uns.. Ich habe dann bestimmt sowas gesagt wie: „ich will meine Oma nicht anziehen, die rutscht immer runter!“

  2. Schöne Betrachtung über Mützen. Die Katzenohrenmütze finde ich sehr hübsch. Es geht ja seit ein paar Jahren gar nicht mehr ohne Mütze, selbst wenn es nur mäßig kalt ist. Oder vielleicht sogar warm. Hauptsache, irgendwas schlabbert im Nacken 😉

    • Das ist bestimmt Gewohnheitssache. Entweder man ist ans Nackenschlabbern gewöhnt oder nicht.
      Ich versuche mich gerade daran zu gewöhnen, ohne wird es einfach irgendwann zu kalt. Und so eine Jackenkapuze sieht ja auch nicht souveräner aus.. Und in 1,2 Monaten sollen ja -25° werden, waaaah !

      • Ich finde die Schlabber-Mützen im Prinzip sehr kleidsam. Könnte mir vorstellen, dass eine Schlabber-Kapuze bei starken Minusgraden nicht effektiv ist.

        • Im Tiefwinter muss wahrscheinlich eine Kombination aus Mütze und Kapuze (an der Jacke dran und zusammenziehbar) her. Und am besten noch ein Nasenwärmer. So ein Motorradfahrergesichtsschutz wäre nützlich, sieht aber verbrecherisch aus.

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