Ute, Alice und Basteln, Wahnsinn

Da mein Kopf ja dezembervoll ist, habe ich keine Muse zu planvoll-gewähltem Schreiben. Das Folgende fällt darum wohl unter „assoziatives Schreiben“.
Vorhin habe ich über Ute und Alice nachgedacht und mich gefragt, ob man denn zugleich wahnsinnig sein könne und akkurat basteln können könnte.
Der Wahnsinn ist ja nicht zwangsläufig negativ konnotiert. Der „fröhliche Verrückte“ ist schließlich ein beliebtes und gemochtes Theatermotiv. Auch diese alltäglichen Verrückten taugen klasse zum Smalltalken.

Aber ist es denn möglich, im versponnenen Zustand Tulpengirlanden auszuschneiden oder ein Fenster in einen Bogen Papier zu drechseln ? Und beides dann sinnvoll zusammenzuführen ?

Ute hatte das gemacht und ich glaube, sie spinnt gar nicht. Dabei steht hinten an ihrem Auto:

CLOWNS   – wobei das O eine rote Nase war.

Wie die so auf Knopfdruck komisch sein wollen, das mag ich an Clowns nicht. Das ist doch Komik, die nur bei Leuten funktioniert, die sich keine Hintergedanken machen. Die den festen Entschluss haben, sich genau jetzt, wenn die Rotnase reinkommt, zu amüsieren.

Ich bin ja mehr für Situationskomik. Trotzdem will ich am Samstag die Alice besuchen. Ihre Flyer waren schon überall da, wo ich meine vom Lebendigen Adventskalender ablegen wollte. Ich war noch bei keinem einzigen Türchen, wie erbärmlich, aber der Weg ist so weit und der Wind heult so grell..

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  1. clownerie ist viel mehr als nur slapstick; es gibt so vielfältige clowns wie es menschen gibt. da gibt es den harlekin; eher die verkörperung dämonischer,sinnenfreudiger hintergründigkeit. oder den pierrot der entweder als herrischer besserwisser clown oder als melancholischer träumer daher kommt. oder eben den bajazzo; den hanswurst den possenreißer. dies ist wahrscheinlich der den man immer vor augen hat wenn man an clowns denkt.
    …da gibt es pulcinella, den kasper, den weiß clown und den rotclown und nicht jeder von denen verbirgt sich hinter einer roten knollnase, aber jeder hinter einer maske…..und dies ist das faszinierende von clowns, sie können hinter ihren nasen und masken, hinter ihrem spaß und der narretei eine haltung entwickeln, die es ihnen erlaubt dinge auszusprechen oder vorzuführen, ohne dem gegenüber zu nahe zu treten……

    und das ist die kunst der clownerie , aus dem schutz von naivität und maske heraus die unsagbarkeiten erfahrbar machen, um menschen damit ein stück last von der seele zu nehmen.

  2. übrigens gute clowns sind nicht auf knopfdruck komisch. sie sind im gleichklang mit dem augenblick und ihrem gefühl. sie spielen mit der eignen befindlichkeit, dem moment und den reaktionen des publikums.

    das hat fast was von luzidem träumen und aus dieser emotionsdichte können sich urkomische momente entwickeln, können müssen aber nicht…

    • och, wenn du es so sagst, klingt das überzeugend. Na, ich bin da eben auch voreingenommen, sobald einer mit weiß-bunt bemaltem Gesicht kommt, denke ich schon:

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