Frieder-Fragen

Der Hegel-Heideggerstreit endet mit der Ankündigung von Friederisiko.

Das ist mir natürlich ein Begriff. Diese Buchstaben in geschwungen und blau stehen seit einem halben Jahr an der Haltestelle „Alter Markt“, ich stand dort auch mehrfach und meine Kinder haben als Hobby „Klettern“, weshalb ich die Friederisiko-Buchstaben aus nächster Nähe befühlt habe. Besonders Spaß machen sie, wenn es geregnet hat.
„Betreten auf eigene Gefahr“ steht am Plateau.

Der Frieder ist ein Markenzeichen meiner Wohnstadt. Aber deshalb muss ich es ja nicht mögen. Ich habe auch Luther oder Rathenau nie besonders sympathisch gefunden, obwohl die Markenzeichen von Städten meiner Geburtsgegend sind. Überhaupt ist das Mögen von ungekannt Verstorbenen so eine Sache.

Da fällt mir ein, diese 300-Jahrfeier und den Kasernenpatriotismus hatte ich ja schon einmal erwähnt.
Und Charlottenburg und überhaupt Preußen hatte ich auch schon mal besprochen.

Noch nicht erwähnt hatte ich wohl den Tourismusnutzer mit der Querflöte. Das ist ein Jetztlebender, der sich preußisch verkleidet und mit meist hochrotem Kopf am Eingang von Sanssouci steht, um rührseligen Touristen einige Trinkgelder fürs Flötehören abzuknapsen. Das scheint auch zu klappen, denn er steht da seit Jahren. Die Businessidee ist eben perfekt. Die möchte ich auch gar nicht kleinreden, versuchte ich doch neulich in eine Querflöte zu blasen und es kam kein gescheiter Ton raus.

Ich verstehe nur nicht, was Jetztlebende an der Figur „FII“ so grandios finden. Auch neige ich dazu, Dinge blöd zu finden, die alle toll finden. Und da im Moment ein hässliches Plakat zu einem Friedrich-Musical grassiert und ein seltsamer Film parallel gebracht wird, bei dem zwei Frauen namens Thalbach den Friedrich spielen..

Aber schauen wir doch mal in meine Studienaufzeichnungen, was habe ich mir denn in der Preußenveranstaltung des beliebten Prof. Wippermann notiert ?

F II 1740- 1786 [Regierungszeit wohl ?] –> schwul, intelligent, Philosoph der Aufklärung, erwarb Ostfriesland

„aufgeklärter Absolutismus“ ist laut Wipp nicht besserer Absolutismus, zwischen Despot und Feudalismus

„Jeder nach seiner Facon…“ : Ideologie oder Realität

Und dann…

gibt es noch den Katte e.V., der sich als Schwulenvertretung Brandenburgs sieht, obwohl wohl wissenschaftlich nicht gesichert ist, dass die beiden.. also, manche behaupten, der Katte war nur ein Opportunist…

spielten doch alle Adligen damals Instrumente, das ist doch nichts besonderes..

scheint mir das Toleranzedikt von Potsdam nicht humanistischer als Katharinas Wolga-Ansiedlungsedikt zum Beispiel…

— also mich überzeugt das alles nicht.
Ist die Faszination Friederichs des Großen aufs Nachvolk so eine ähnliche wie die des „bayrischen Märchenkönigs“ ? ? —

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    • Arnold Bathurst
    • 8. Januar 2012

    Ich glaube, dass er selber zwei Riesenhunde hatte, mit denen er beerdigt werden wollte. Man muss sich schon eingestehen, dass es ein großer Mann war, ein aufgeklärter Fürst meinetwegen. Mich beeindruckte immer, dass er nur fünf Stunden Schlaf brauchte. Sein Nachfolger ließ den Staat runterkommen, weil der die Weiber, wie so heißt, an den Drücker ließ. Nun ja…

    • kein uninteressantes thema, kommt immer bissel drauf an wie es verpackt wird, zum heroisieren neige ich eher weniger, aber so ganz unberührt kann mich das gar nicht lassen, ist immerhin mein namenspatron und darüber hinaus wehte der geist des ollen fritz durch die ersten 17 dunkelbunten jahre meines lebens

      in diesem sinne: preußens gloria und friedrichs gicht

      http://www.mdr.de/mdr-figaro/hoerspiel/friedrich108.html

      tolles feature (vom mdr) so kann das weitergehn mit der berichterstattungen. übrigens, die thalbachen sind spitze!

      • wie der Geist durch die 17 Jahre weht, verstehe ich nicht ganz … ?

  1. preußisch, zackig, pflichtbewusst…

    • Kann man denn pflichtbewusst-zackig-dunkelbunt sein ?
      Ach, die Fantasie hat mich anscheinend grad verlassen..

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