Grübeln über Wesenszüge: Mensa-Man

Heute morgen wollte ich mir ein belegtes Brötchen in der Mensa kaufen, geriet aber in eine peinliche Konfrontation. Und ins Grübeln, was für ein psychisches Problem der Hauptprotagonist wohl hat.

Ich war also zehn Minuten vor Öffnung des Ausgaberaumes vor Ort, was ich aber erst im Mensa-Saal stehend bemerkte. Verwundert blieb ich in der Leere stehen und überdachte meine Optionen, da sprach mich einer von der Seite an. Und sprach und sprach und achtete nur selten auf meine Augen.

Also sprach wie auswendig gelernt in politisch besänftigend-neutralem Ton. Ich ließ mich darauf ein, da zum Einen eine Lücke im Zeitplan war und zum Anderen ich immer an kleinen östlichen Ländern interessiert bin – und er Werbung für einen Themenabend machte, bei dem vier Aserbaidschaner reden sollten.

Er redete also ohne Scheu. Ich warf ein paar Sachen aus meinem löchrigen Geografie/Politik-Wissen ein und er antwortete in der Art „ja, es ist natürlich kein Land ohne Probleme, aber es soll nicht so ein Kritik fokussierter Abend werden“, wobei er völlig ignorierte, dass ich gewisse Begriff unkorrekt brachte („Berg Karrasch“ statt Karrabach z.B.) .

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, es mit einer 30-jährigen Jungfrau zu tun zu haben, der kein Wässerchen trübt und am liebsten unter Gleichgesinnten ruhig über Fakten und Strategien plaudert.

So gut, so lahm.

Dann aber ging die Tür auf und zwei sportlich-hippe Menschen kamen rein, einer weiblich, einer männlich, beide locker-erfolgreich wirkend. Der mögliche Sportstudent setzte sich auf den Tisch, auf dem der mögliche Politikstudent seine A2-Format-Plakate platziert hatte.

Und das war zu viel für Mensa-Man. Abrupt wendete er sich von mir ab und herrschte die Hippen an: „Das ist ein Tisch ! Stühle sind zum Sitzen da ! Aus welchem Institut kommt ihr ? Hä ? Sprech ich chinesich oder was ?! Aus welchem Institut…“

Die Hippen sahen ihn entgeistert an. Ich sagte: „Du musst dich doch nicht so aufregen…“ und er fluchte weiter: „Ihr seht doch, dass ich hier Werbung verteile ! Was soll das ?? *grummel, keif, brüll*“

Die Sportlichen fingen an zu grinsen, ich beschloss meine restliche Wartezeit auf dem Klo zu verbringen. Ganz so viel Fremdschämen muss ja nicht sein.

Als ich wiederkam, standen schon 4-7 Zuschauer um Mensa-Man, der immernoch in Aufregung war, und feixten. Mensa-Man fehlte anscheinend die Möglichkeit der realistischen Selbsteinschätzung. Er glaubte sich wohl als Authorität und bemerkte nicht, dass er sich nur zum Gespött machte.

Warum nur ? Was ist sein Grundproblem ?

Advertisements
  1. tja wenn man beim 20igsten geisterfahrer immer noch denkt; „gott wieviele bekloppte wieder unterwegs“ sollte man mal drüber nachdenken, ob man vll selbst die falsche auffahrt genommen hat. allerdings, typ mensa mann, erkennt dies nicht, denn alles fühlt sich stimmig an; die eigne meinung, die eigne wahrheit die eigne welt.

    • Faxen-Fritz
    • 24. Januar 2012

    Ich würde sagen: schwere, fortgeschrittene Sackgesichtigkeit

  2. Also sowas in Richtung narzistische Störung ?

      • Faxen-Fritz
      • 24. Januar 2012

      Na, Sackgesichtigkeit halt, so wie der Ballerblöd.

  3. Das sind die Leute, welche später während ihrer Rente durch die Nachbarschaft rennen und Knöllchen verteilen. Nervig…

    • Kann man da nicht noch was retten ?

      • Nein.

        • das ist zum Verzweifeln schade.

            • Faxen-Fritz
            • 27. Januar 2012

            Warum das denn, annielein?
            Hat es geschnackelt mit dem Wurstheini? – ohje

            • Geschnackelt ? Wurst ? Hä?
              also ich finde nichts Attraktives an dem Mensa-Man und ich glaube auch nicht, dass der jemals geschnackselt hat – falls das die Frage war.

  4. Hm, das sind Leute, die ich beim Bund noch angesprochen habe, welches Problem sie haben bzw. die ich auf die Psychosoziale Beratungsstelle hinweise. Man kann davon ausgehen, das ist nicht nur ein „Arsch“, da ist irgendwo tieferliegend was falsch.

    Als „Rentner“ habe ich solche Leute im Dutzend billiger erlebt, als ich Urlaubsvertretung im Hausnotrufdienst gemacht habe. Seinerzeit war gerade die Live-Übertragung von Johannes Paul IIs Tod. Die Leute, die mich gerufen haben, haben den Krieg überlebt, das Fräulein- und Wirtschaftswunder durchgezogen – und ihre Verwandten wohnen 2 Blocks weiter und lassen ihre Eltern trotzdem total vereinsamen. Am 2. Tag hatte ich Flyer vom Malteser-Besuchsdienst in meiner Mappe und habe sie den Leuten in die Hand gedrückt, wenns mal wieder ein reiner Vereinsamungs-Notruf war. (Die Krone: Im Radio wurde gleichzeitig berichtet, JPII sei für viele deshalb so interessant, weil er der „stellvertretende Verwandte“ war, mit dem man jetzt mitfiebert. He, Leute – wie wär’s, wenn ihr euch sein Sterben mit euren ORIGINAL-Verwandten zusammen anseht? Die freuen sich 100%, in München waren die nämlich mit Masse selbst sehr religiös).

    Ja, ich weiß, daß der „Mensa-Mann“ soweit ist, daß man ihm nicht mehr ohne weiteres zuhören kann; und das ist auch nicht die Aufgabe von Leuten, die zufällig vorbeikommen wenn es aus ihm rausbricht. Wenn er bei der Fachschaft bekannt ist, vielleicht jemanden von einer Studentengemeinde drauf anspitzen – die gibts neuerdings glücklicherweise auch in Schiitisch (Azeri sind normalerweise schiitische Moslems).

    Mehr, als jemanden drauf ansprechen, der zu einem der „Auffangnetze“ gehört, wird Dir nicht bleiben.

    Aber „hoffnungslos“ ist er nicht jetzt, und war es vor allem nicht, als er noch nicht so vor dem Prellbock war. Wenn er für einen azerischen Kulturverein plakatiert, ist das m.E. sogar ein gutes Zeichen, weil er dort zumindest eine Gruppe hat. Mit etwas Glück werden die es schaffen, ihn wieder aufzugleisen.

    Grüße aus dem Saar-Wahlkampf (wahnsinniger und verzweifelter Schrei – in 2 Wochen ein komplettes Programm aus dem Boden stampfen!!!) – DingoSaar

    • Danke für den ausführlichen Kommentar. Hoffentlich kriegen die Jungs aus der Asta-Aserbaidschan-Gruppe das hin. Ich selber werde ihm oder denen wohl nicht nochmal begegnen, weil ich wirklch nur einmal in der Woche ein Brötchen kaufe und sonst nix (mehr) mit Uni zu tun habe.

  1. 29. Januar 2012

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: