Haargrübeleien

In den letzten Jahren war ich sehr zufrieden mit meinen Haaren. Seit ein paar Wochen ist das nicht mehr der Fall. Was wirklich schade ist.

Ich bin ein leicht zu deprimierender Mensch und hatte mir absichtlich in jeden Tag mehrere erfreuliche Kleinigkeiten eingebaut. Sich ein paar Minuten über die eigenen Haare zu freuen war eine dieser Gewohnheiten. Das mag jetzt eitel klingen, aber es war einfach ein Freuen darüber, in dieser Beziehung Zufriedenheit erlangt zu haben. Auf das Gegenteil (ständig Länge und Farbe wechseln, aber nie lange damit zufrieden sein) hatte ich schliesslich genug Jahre verschwendet.

„Es gibt Wichtigeres als Haare !“ hatte vor einem Jahr ein Freund trotzig gesagt, nachdem ich ihm nachdrücklich mitgeteilt hatte, dass es nichts helfe, wenn ich ein paar Zentimeter bei ihm abschneide, weil da vielmehr mal ein grundsätzlich anderer Schnitt reinmüsste – und dass es schon sein könne, dass er mit schickerem Haar mehr Erfolg bei Frauen und Bewerbungsgesprächen habe.


Da muss mal ein grundsätzlich anderer Schnitt rein, denke ich also jetzt über meinen eigenen Schopf. Aber wie bloß ? Und verleihen Strähnchen mehr Fülle ? Wenn ja, welche Farbe ist weder langweilig noch konträr zum Teint ?

Wer oder was beschützt mich vor einem schrecklichen Friseurerlebnis ? Man hört ja oft, wie Leute voller Zuversicht so einen Salon entern und sich danach völlig verunstaltet fühlen. Das könnte ich schwerlich verkraften.

Den täglichen Blick auf  „unten zu wenig und überhaupt beschissen strukturiert“ ertrage ich aber auch nicht mehr lange. Solange wie dieses „Mütze druff, jut“-Wetter ist, vielleicht.

Selber abschneiden ist auch keine Alternative – beim letzten Mal (das war glaub ich 2008) war ich zwar einen halben Tag lang euphorisch durch die Hauruckaktion, aber der Fotorückblick zeigte mir, dass es sich um einen sehr… ähm.. ja, sagen wir unprofessionellen Schnitt handelte. Muss ich nicht wieder haben. Könnte ich gewissenstechnisch auch nicht.

Also Friseur. Bei einem solchen war ich zuletzt am Tag des Abiturballs. Das war ein witziges Erlebnis. – Mal abgesehen davon, dass ich zu feige war mir selbst einen Termin zu vereinbaren, meine Mutter dann einen bei einer Bekannten machte, die mich erstmal vollpflaumte, warum das so kurzfristig sein müsse und ich dann am Vormittag mit festlichem Oberteil bereits angezogen da saß, um die einzige professionelle Hochsteckfrisur meines bisherigen Lebens reindrehen zu lassen, die dann bis 03:30 hielt.

Dann popelte ich 20 oder 40 goldene Nadeln von meinem Kopf ab und zog mein ollstes Karohemd über, um mich nicht ganz so prinzessig zu fühlen.

Seitenscheitel und eingedrehte Kringel.

Nach dem Schlafen standen die Haare dann in lustigen Korkenzieherkringeln ab – die Friseurin hatte am Vortag eine Stunde für die Kringel gebraucht. (viel zu aufwendig, das mit den strukturierten Locken. Ach, was mach ich bloß… Täglich ein Glätteisen benutzen kommt auch nicht in Frage..)

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    • mavy
    • 8. Februar 2012

    Ja, ja, das kenn ich. Innere Gedanken wollen sich äußerlich manifestieren. (Männer werden das eh nicht verstehen) Aber bloß nichts überstürzen. Manchmal hilft auch schon eine Tönung – schont das Haar und gibt einem ein neuen Schwung. Ich gehe im immer am Nauener Tor zu den Scherenkünstlern. Relativ günstig (12 credits) und für meine Bedürfnisse absolut ausreichend. Es ist natürlich von Vorteil, wenn Du ein Gefühl und eine Idee für Deine neue Haarpracht hast, aber sie beraten dort auch. Und es liegen Unmengen von Zeitschriften aus um die Wartezeit zu überbrücken. Rumärgern bringt jedenfalls gar nichts – verzögert die ganze Sache nur oder macht sie noch frustrierter.

  1. Sehen doch hübsch aus, Deine Haare… Einfach natürlich auf Schulterlänge wachsen lassen sieht doch geradezu fantastisch aus bei dem Haarvolumen…

    • Ja, damals sahen sie ganz hübsch aus – aber das war doch 2004, nach dem letzten Friseurbesuch. Jetzt sind sie viel länger und viel dünner und da helfen auch die Wellen nicht mehr … *seeeuuuffzzz*

        • mavy
        • 9. Februar 2012

        Dann sei radikal. Zu Dir. Wenn die Haare dünn sind sieht das nicht wirklich schön aus. Also los auf zu den heißen Scheren! Eigentlich auch wieder ganz schön praktisch. Mit ein bisschen Schnipp-Schnapp dreht sich die Welt gleich ganz anders. Kann man nicht erklären, ist aber so.

    • flaschengruen
    • 1. April 2012

    Hast du´s denn mittlerweile angepackt? Soll ich dir einen hübschen, leicht stufigen Schulterschnitt verpassen? 🙂 Meine sind leider auch an ihre Grenzen gelangt, was Länge angeht… irgendwann wirds dünn und brüchig, da is dann Ende Gelände.

    • Ich hatte es gleich danach angepackt und es wurde ein unhübscher, weil in einer Minute (zweimal Schnipp) selbst gemachter Stufenschnitt. Dann hat M. noch versucht, hellere Strähnchen über meinen Kopf zu verteilen, was sehr schief ging. Aber es hat sich noch niemand abfällig geäußert und ich kann Zöpfe machen, also: noch mal glimpflich ausgegangen.

        • flaschengruen
        • 3. April 2012

        Wenn ich das nächste Mal da bin, dann spiel ich dir gern Frisör, der nix schreckliches verzapft. ^^

        • naaajaaa, bis das wieder nötig ist, vergeht hoffentlich ein Jahr. Ich mein: jetzt hab ich mich dran gewöhnt. Veränderungen sind ja nicht so meins 😉

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