Buchempfehlung zum Kennenlernen der ACT

Die Acceptance und Commitment Therapie (ACT) kann niemanden vor der Welt schützen, sie kann aber verdeutlichen, dass Arm in Arm mit dem Schrecken auch Freude und Liebe möglich sind. Die Angst soll einfach aufhören, Leben einzuschränken. Obwohl man ein ängstlicher Mensch ist, kann man handeln und farbenfroh leben –
das möchte ein sehr motivierendes Buch von Kelly Wilson und Troy DuFrene dem interessierten Laien vermitteln. Es trägt den bildhaften Titel „Und wenn alles ganz furchtbar schiefgeht? / Lernen, mit Ängsten umzugehen“ und ist im Junfermann-Verlag erschienen.

Ausgehend von der These, dass zusammen mit Furcht, Angst und Panik auch Spannung, Zufriedenheit und Vergnügen verschwinden würden, wird angestrebt, Ängste nicht wegzutherapieren, sondern zu akzeptieren – schließlich will kaum jemand ein farbloses und flaches Leben führen. Vielmehr ist es ratsam, alle Aspekte des Lebens anzuerkennen und zu bejahen, also auch Furcht und Leid zuzulassen.
Weiterhin animiert das Buch den Leser, sich der Aspekte, die ihm wichtig im Leben sind (sogenannte Werte), gewahr zu werden und diese zu artikulieren. Den Weg zu diesen Selbsterkenntnissen gestalten die Autoren angenehm unesoterisch, selbst Atemtechniken und Meditationen werden weitestgehend nüchtern vorgestellt.
Wilson und DuFrene gehen bei ihren Ratschlägen und Ausführungen undogmatisch vor und plädieren für eine Betrachtung der jeweils konkreten Situation. Entsprechend wenden sie sich auch gegen starre Kategorien und Diagnosen.

Die Angst und ihre Kameraden zu akzeptieren bedeutet nicht, sie in jedwedem Fall für angebracht zu halten, aber es bedeutet zu verstehen, dass sie einen evolutionären Nutzen hatte, der jedoch in der heutigen Zeit mitunter nicht mehr gegeben ist. Es handelt sich also bei der Angst um eine Nebenwirkung elementarer menschlicher Eigenschaften wie der Abneigung gegen uneindeutige Situationen oder der Angewohnheit, in Ermangelung ‚echter‘ Probleme neue zu kreieren. Manche Furchtreaktionen sind durchaus angebracht, wie z.B. instinktives Handzurückziehen bei Berührung heißer Gegenstände – die Kunst besteht in der Unterscheidungsfähigkeit und man kann sie erlernen.
Eine solche „Flexibilität des Denkens“ umzusetzen ist eines der Ziele der ACT.

Die ACT zielt also darauf ab, eine psychische Beweglichkeit zu entwickeln, die einer körperlichen Gelenkigkeit gleicht; Gedanken über das, was sein könnte, nicht wörtlich sondern leicht zu nehmen.
Durch die Lektüre ermutigt, die eigene Angst kennenzulernen, wird man freundlicher und gelassener gegenüber sich selbst und anderen. Das Buch verleitet zudem, ein Leben voll sogenannter „Achtsamkeit“ zu führen, in welchem man langsamer agiert und mehr Kleinigkeiten beachtet.
Bei alldem werden keine einfachen Ratschläge erteilt oder Techniken eingeübt, es gibt aber durchaus „Spiele“, die Übungen zum Veranschaulichen unterbewusster Prozesse sind.
Weiterführende Literaturtipps und eine Bibliographie runden dieses gelungene und empfehlenswerte Buch ab.
(ich habe es via ‚Blogg dein Buch‘ erhalten)

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  1. Ein wirklich guter Beitrag sich mit Ängsten auseinander zu setzen. Wirklich angstfrei leben nur schlichte Menschen. Ängste können auch Signale sein, doch man soll auch nicht in ihnen versinken! Schönen Sonntag wünsche ich Dir!

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