Ah, der Wetterumschwung !

15:45 Uhr
So ein Befindlichkeits- und Smalltalkartikel muss mal sein, denn mir schwillt schon der Kopf vor Eindrücken. Die wechselhaften Ein- und Ausblicke sind bestimmt schuld an dem Nischeldröhnen, denn an Wetterfühligkeit wollte ich nicht mehr glauben. (Warum eigentlich nicht? Vergessen.)
Ein zufälliger Blick in das Zeitungwetter hatte mir bereits am Vorabend Temperaturen von über 17° versprochen. Ich konnte das kaum glauben und war modisch völlig von meiner bequemen Übergangsmantel-Winterstiefel-Kombination überzeugt, von der ich mich eigentlich auch noch gar nicht trennen möchte, weil es wie gesagt elegant und bequem zugleich war, und wann hat man das schon mal…
Aber manchmal muss mensch auch unbequemen Realitäten ins Auge sehen und darum machte ich mich heute morgen an die undankbare Aufgabe, modisch und gedanklich auf Frühling umzustellen. Es gibt Leute, die freuen sich einen Ast, wenn neue Saisonen anfangen und mir ist so, als ob ich das auch manchmal machte..
aber diesmal nicht. Kam mir alles zu plötzlich. Huch !
Also die guten, bequemen Stiefelchen beiseite gepackt und die proletigen starren .. [Sneaker ? heißt das so ? Also pseudosportliche Halbschuhe halt] angetreckt. Die sind ja vegan und handmade in Portugal und hatten so einen revoltigen Beipackzettel, in dem stand, dass der rote Punkt vorne an der Sohle symbolisch für ‚kicking the ass of evil Monopolkonzerne‘ steht. Schöne Idee, das mit dem fair trade frei von Knochenleim, aber trotzdem unbequem die Dinger, mir jedenfalls. Außerdem fühlte ich mich wie so ein Funpunker von 2001 mit den Botten in Verbindung mit meinem Cordblazer.
Letzteren weigerte ich mich in der Mittagspause auch auszuziehen, trotzdem um mich herum bereits Leute mit Kurzarmhemden und vereinzelt sogar halbnackten Beinen liefen. Mir war warm. Bäh. Das Klima treibt einen üblen Scherz mit mir. Dachte ich.

Im Kurs halb erstickt und dieses verdammte Kopfdröhnen !
Darum dann doch frühlingshafte Freude entwickelt, als wir den abgedunkelten Computerraum endlich verlassen konnten. Selbst ohne Blazer wirkte ich aber noch wetterverweigernd, so mit Rollkragen (nichts riskieren bei Husten !) und Rock über Samthose (keine kühlen Nierchen riskieren!) – dagegen viele andere schnell umschalteten.
Es gab u.a.:
kesse Studenten in Cabrios
Lederjackenradler und Lederjackenmotorradfahrer
einen Anstieg um 200% bei draußen Rumsitzenden vorm Neuen Palais
und eine junge Frau, die es übertrieben hatte mit dem Aufknöpfen. Der Bauarbeiter im Bus und ich starrten und staunten nicht schlecht: bestimmt BH-Größe 80D und er war rot mit Stickerei, der Büstenhalter. Ich musste schlagartig an Stillgruppentreffen denken und die Eutrigkeit der Menschenweiber.

Aber ich will nicht verächtlich werden und gehe jetzt lieber Springseilspringen. Oder Ball spielen.

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    • Faxen-Fritz
    • 17. März 2012

    Ahhhhhhhhh, Ich hab auch Nischeldrücken 😦

    • Wegen der Wetterpartikel ?

        • Faxen-Fritz
        • 17. März 2012

        Ja, auch.
        Und wegen meiner ringeldorsch-Intoleranz – uäääääääh

  1. Seit ich die Fotos mit Deinen Frisurartikel sah, denke ich, daß Dich kein Kleidungsstil „verunstalten“ kann und Du „aufhübschen“ (wunderbares Wort 🙂 aus Deinen Egonstorys…) nicht nötig hast… Am Besten ne Kleidungskombi, wo Du Dich wettertauglich rauspellen kannst 😛

    • Danke, aber die Frisur ist doch mittlerweile verkorkster !

      Aber ja, Zwiebellook ist immer nützlich.
      Heute wieder zu warm angezogen gewesen.. argh.

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