Fruchtbare Tage

Kann mensch das so schreiben, gibt es alle verwendeten Wörter ?
Und was, seufz, was bloß soll Pia tun ?

Pia sieht langgliedrige Finger, große Hände an einem zierlichen Körper. Große Hände, zu dem Schluss ist sie mittlerweile gekommen, sind sehr wichtig an Männern. Der Rest vom Körper braucht gar nicht so mächtig sein, hauptsache die Finger sind schön lang und vielleicht sogar ein bisschen eckig. Der eigentliche Körper darf gern schmal und fragil sein, das findet Pia auf künstlerische Art anziehend.

In einem Zimmer voller subversiver Plakate und neoarchitektonischer Fotos sitzen Pia und Adam am Schreibtisch: sie arbeiten einen Demonstrationsaufruf aus. Im Grunde immer für „die gute Sache“, hatte sich Pia zu einem linksalternativen Arbeitskreis begeben und sich sogleich bereit erklärt, mit diesem tief- und hellblickenden Burschen die stilistische Textüberarbeitung zu übernehmen.

Dabei ist Pia keine besonders gute Texterin, sie rät nur manchmal zur Verwendung von Doppelpunkten und Streichung von Kommata. Die überwiegende Zeit lässt sie Adam tippen und giert seine Hände an. Ob dieses Knistern im Raum liegt oder nur in ihrem Blick ? Pia wird das nie erfahren, wenn sie einfach abwartet. Schließlich ist in diesem Milieu männlicher Aktionismus herzhaft verpönt. Zu groß ist wahrscheinlich die Angst, als Chauvinist zu gelten.
Pia muss irgendwas tun, um in den Genuss der langgliedrigen Finger zu kommen. Aber was bloß ?

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  1. Lächeln… Der Rest ergiebt sich von selbst!?

    • Okay:
      „sie lächelte mehrfach eine Spur zu breit und zu lange“ ist notiert. Aber ich fürchte, im dritten Mal Lächeln muss auch irgendein Wort liegen, hm..

    • Arnold Bathurst
    • 28. März 2012

    Sie könnte, um den langgliedrigen Finger näher zu kommen, erstmal die ihren mit den seinen vergleichen und dabei nicht so viele Fremdworte und Alltagsworte benutzen, sondern allgemeiner und prosaischer sein. Den Rest macht die Sprache selbst.

  2. meinst du, es gibt „neoarchitektonisch“ nicht ?
    und kommt „Oh, du hast viel kürzere Fingernägel als ich. Vielleicht kannst du damit noch woanders hintippen ?“ wirklich gut an ?
    (*kicher*)

    • Arnold Bathurst
    • 29. März 2012

    Ich meine nicht, dass sie ihm es sagt, sondern dass du es im Text genauer beschreibst, liebevoller, könnte man sagen, langsamer, könnte man auch sagen. Irgendwie so. Du willst wohl eine Handlung direkt von uns wissen. Ist das so?

    • In meinem Pia-Manuskript ist es im Wesentlichen liebevoll und langsam, so sehr, dass ich mich an manchen Stellen frage, ob es noch pornografisch genug ist.
      Soll ich dir mal einen Kapitelentwurf schicken ?

      Doch, eine Handlungsidee ist gefragt. Zur Not denke ich auch selbst nochmal nach, hm.

    • Arnold Bathurst
    • 29. März 2012

    Immer her mit dem Kapitelentwurf!

    • Arnold Bathurst
    • 29. März 2012

    Ach, da fällt mir doch etwas ein. Neulich habe ich mir überlegt, dass Pornos schreiben ein guter Job für mich wäre. Damit meine ich nicht den Porno selbst, sondern das in Gang kommen der Handlung. Jetzt wirst du sagen: Na, dann müsste dir doch was einfallen! Aber leider ist es nicht so. Obwohl: Wäre es ein Porno, würde ich sagen, dass alles mit einer ungewollten Berührung beginnt.

    • du meinst „zufällig“ mit ungewollt ?
      Ja, mir gefällt auch das in Gang bringen der Handlung, das ist viel spannender als das eigentliche Gerödel, obwohl ich mir immer Mühe gab, vielfältig zu beschreiben..
      Na, du wirst es lesen. Aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt: der Ekelfaktor für Entfremdete !

    • flaschengruen
    • 1. April 2012

    Kann ich den Entwurf denn auch mal lesen? Falls du einen Kommentar vom Poesie-Ignoranten, aber Literaturliebhaber haben möchtest.
    Vielleicht sollte sie einfach mal seine Hand mitten im Handeln abfangen, ihre Hand auf seine Handfläche lang ausgestreckt legen und staunen, was für lange Finger er hat. Wenn sie dann sanft über die Handfläche streicht, prickelt das schon ganz schön für da, wo vorher nix war… Hände sind sehr erogen, finde ich, wenn man´s richtig macht.

    • Gute Idee ! Und dabei so tun, als ob das gaaaanz zufällig wär !

    • flaschengruen
    • 1. April 2012

    Latürnich! 🙂 Männer mögen keine Pläne von Frauen (bezüglich sich), selbst wenn es tatsächlich einen gab und beiden das Ergebnis gefiel. Da muss frau schon ein wenig schauspielern, um alles sehr spontan und zufällig erscheinen zu lassen. ^^

    • Pia kann schauspielern, ich ja nicht, wie du weißt. Aber dafür hat frau ihre Romanfiguren, juhu !

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