Verpier (Pagess)

Eine hatte ihren Kopf auf dem Papier vergessen.
Abgetrennt. useless if dropped.

Folgt mir, Katzen, die Rettung muss hergelotst werden, sie ist ein Traktorschiff.


Habt ihr gesehen, Katzen, auf einem Papier steht:

Willkommen kleine Bürgerin
Im bunten Thal der Lügen!
Du gehst dahin du Lächlerin!
Dich ewig zu betrügen.


Das haben wir nicht gesehen, Mensch, weil es nämlich nicht wahr ist. Wir, mit unseren Katzenaugen, haben vielmehr von einem Bonsaigarten gelesen, und krude Entwürfe über Netzwerkspinnen und gefickte Fasern.


Psst, Katzen, die Rettung naht. Sie peilt mit Leuchten.

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    • Arnold Bathurst
    • 14. Juni 2012

    Obwohl ich den Text, den Beitrag, nicht verstehe, ist er linear angelegt. Im Zuge meiner Prüfungsvorbereitung habe ich erfahren, dass Heiner Müller an Bert Brecht kritisiert, dass Brecht immer noch Subjekte darstellt (anstatt Text wie Müller), obwohl er das laut seiner Theorie des epischen Theaters weniger will bzw. gar nicht. Und damit ist das, was Brecht treibt, eigentlich noch immer bürgerliches Theater. Das heißt, dass es unter anderem linear ist.
    Hier kommen wir auf den alten Streit zwischen Schizophrenie und Neurose zu sprechen. Die Neurose ist das moderne, die Schizophrenie das postmoderne. Ich empfehle dir mal, postmodern zu schreiben, also nichtlinear, freier platt gesagt, assoziativer, ohne Punkt und Komma, vielleicht werden dann deine Texte für mich verständlicher. Du schreibst eigentlich, habe ich festgestellt, immer noch modern, genau wie ich und eigentlich ist das Mist. Wobei das zu meiner Entschuldigung gesagt werden muss, dass ich moderne Texte schrieb, modern in Abgrenzung zu postmodern, weil ich die Schizophrenie abwenden wollte, also doch postmodern schrieb, nur eben in der Negation. Das ist bei dir nicht der Fall. Du schreibst modern, weil du deine Neurosen erkundest. Ich halte das für falsch und harre deshalb der postmodernen Texte und Versuche.

    LG

    Sir Arnold Bathurst

    • Arnold Bathurst
    • 14. Juni 2012

    Und weil ich in der Negation zur Postmoderne schrieb, werden meine Texte auch eines Tages prophetischen Charakter haben und die Zeiten überdauern und Geschichte machen. Denn wir, allesamt Philosophen und eingefleischte Hegelianer und Marxisten wissen alle, dass es immer die Negation ist, die den nächsten Schritt macht (So wie die Neagtion der bürgerlichen Gesellschaft das Proletariat hervorbrachte, ihre eigene Neagtion wohlbemerkt). Davon gehe ich fest aus. Der Philosoph und Dichter, der ich sein wollte, war jener, der die bürgerliche GEsellschaft verteidigt, an ihr aber verrückt wurde wegen der Postmoderne. Besser kann man die entscheidende Neagtion unserer Tage nicht hervorbringen.

    Hochmut kommt vor dem Fall. Aber ach, gefallen bin ich doch schon.

  1. Lieber Herr Bathurst,
    zunächst freut es mich, zu sehen, dass Ihnen offenbar vor circa fünf Tagen ein geistiger Stimulus widerfahren ist. Sie müssen jedoch darauf achten, davon nicht zu hoch getragen zu werden.
    Durchaus dankbar bin ich auch für Ihre Anregungen, zu denen ich auf dem Weg zu diesem PC bereits hunderte Ideen hatte, was großartig ist, weil ich doch gestern noch lethargisch war – und das Fügen von Text und Bildern in die obige Linie (=Beitrag) mich ein wenig gerettet hat. Der Traktor kann Literatur heißen, will der Beitrag vielleicht sagen.
    Aber zu deinen, nein Ihren, Fragen könnte ich einen neuen Beitrag machen, so ich denn die hundert Ideen wieder zusammenkriege.

      • Arnold Bathurst
      • 14. Juni 2012

      Die hundert Ideen müssen ja nicht linearisiert sein und stringent entwickelt, sondern können frei und unverbunden daherschweben. Freies Spiel eben. Die vollendete Linearität ist ohnehin schwer und eigentlich bekommt man die nur hin, wenn man Hegel ist. Sie muss nämlich a. aus sich selbst stammen und b. in sich selbst zurückkehren. Damals, am Rhein, versuchte ich so ein Gedicht zu schreiben. Ich publiziere es hier mal. Das wird mir wohl erlaubt sein.

      Am Rhein

      Diesen Morgen schwammen Kähne
      auf den Wassern her und hin
      und ich wusste von den Kähnen,
      wo ich auf der Karte bin

      und ich wusste von der Karte,
      wo der Himmel auf ihr liegt
      und ich wusste von dem Himmel,
      wo die Möwe in ihm zieht

      und ich wusste von den Möwen,
      wo der Falkenblick beginnt
      und ich wusste von den Falken,
      wo die Maus ins Erdloch springt

      und ich wusste von den Mäusen,
      wo der Wald das Feld ablöst
      und ich wusste von den Wäldern,
      wo das Land ans Wasser stößt

      und ich wusste von den Wassern,
      wo die Kähne auf ihm ziehn
      und ich wusste von Kähnen,
      wo ich auf der Karte bin.

      So! Und jetzt muss ich mich aber wieder meinem Prüfungsscheiß widmen!

      LG

      Oberfeldwebel Arnold Bathurst

  2. ich bin auch ganz überrascht, das hier wieder angeregt über die krausesten und abstraktesten dinge nachgedacht wird. und frage mich nun welch stimulanzien denn da im spiel gewesen sein können? doch nicht etwa so ein ödes fußballspiel wie etwa deutschland gegen polen( eh portugal)?

    • nein nein. Diese Brot-und-Spiele-Aktionen produzieren nur nervige Feuerwerke und brüllende Rattenmenschen, ächz.
      (ja ja, sie sind auch für manche höhere Geister ein Anlass, zusammenzukommen und zu smalltalken, aber ich mach da dieses Jahr nicht mehr. Der Bathurst bestimmt auch nicht.)

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