Sätze vom Band

Die Vorweihnachtszeit mit der Konsumfrage ist am Start. Auch ich bin daher gezwungen, mich durch verfügbare Spielprodukte zu wühlen. In einer Rezension zu einer batteriebetriebenen Puppe finde ich die Sätze: „Die einzige Negativkritik ist, dass die Puppe leider kein „Bitte“ und „Danke“ in den Sätzen ausspricht. Somit klingen die Sätze sehr fordernd. Ich finde das nicht gut, denn mit diesen 2 einfachen Wörtern kann man ein lebenlang sehr viel bewirken. Und wenn man diese mit so einem einfachen Trick, wie beim zuhören einer Puppe, festigen kann, dann sollte dies der Hersteller auch umsetzen.“

Gütige Götter, welche biederen Kategorien stecken da wieder dahinter ? Kann ein Mensch, der absichtlich Gegenstände, die aufgenommene Sounds abspielen, kauft und verschenkt, überhaupt ernstlich am Wohl der Mitmenschen interessiert sein ? Oder will jener das beschenkte Kind nur auf mehr Kommunikationserfolg trainieren ?
– mir kommt eine grausige Erinnerung: da bin ich im Kinderkrankenhaus und in einem Zimmer hat ein Junge einen Bären, der auf Druck Sätze von sich gibt. Immer dieselben Sätze und alle wollen mal drücken. Mit abnehmender Batterieleistung werden die Sätze lahmer und brechen ab, wie bei einem bewusstloswerdenden Wesen. Sehr gruselig.
Als angehende Animistin möchte ich dieser Zwangs- und Pseudobeseelung von Götzen gern irgendwas entgegensetzen. Aber ich ahne, die phantasieverklemmten Kinder wollen bitte mehr Sätze aus Weichkörperpuppen drücken. Und der Markt bedient die Nachfrage. Danke auch.

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