Posts Tagged ‘ Alkohol ’

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Abgänglichkeiten

Die schönen haare
dahin dahin

ein schlechter ärztesong sitzt seitdem
im hirn und yeah yeah yeah
mein baby war beim frisör-hör

Die saubere wohnung
passé, passé

nudeln, reis und kekskrümel kleben
verteilt in wüster zerstreuung und
am spiegel macht sich spucke breit

Das schöne buch
vorbei vorbei

eine klassische desillusioniertheit bereitet boden
für freyburger roséwein, aaaachhh
Aus schönen Flaschen, immerhin.

Zurück in der Zivilisation.

Mehr schlecht als recht habe ich die befürchtete Reise hinter mich gebracht. Der hinterlassene Eindruck bei den Gastgebern war wohl nicht der beste, aber ich hielt immerhin 3 von geplanten 4 Tagen aus. Mein Gewissen ist angeknackst deshalb und ich plane den ramdösigen Provinzausflug alsbald zu verdrängen, aber vorher noch eine kurze Aufarbeitung :

Eindeutig feststellbare Fakten:

  • Rum mit Orangensaft schmeckt annehmbar
  • Goa (oder House oder Trance, was weiß ich) aus dem Radio nervt keinen und kann als Partyhintergrund dienen
  • Züge Richtung Berlin sind sonntags unbedingt zu vermeiden

Alles weitere Erlebte und Gedachte ist nicht eindeutig zu machen, daher einige unbeeindruckende, aber aussagekräftige Fotos …


Am Ende wenigstens eine Stunde in der nächsten, größeren Stadt verbracht – das bietet die Zivilisation:

Werd endlich komisch, Mama !

Erst wird Zeit für einen Stimmungswechsel, denn das Wetter ist ja auch wieder sehr freundlich geworden. Nachdem ich mich also gestern schon so fühlte:


– weil “ ja, lass mal spielen“ zum Autobahnvorschlag gesagt und den ganzen Tag schon plakativ das heiterste vorhandene Oberteile getragen –

ist heute ein Schlafmangeltag, das heißt es gibt wieder mehr Serotonin in mir und das gedenke ich zu nutzen. Bald geht es auf zum Hightech-Kumpel, der eine supermoderne Kaffeemaschine, einen Megabildschirm und sehr guten Whiskey im Haus hat. Dekadenz, ich komme !

Das mit der Carrera-Bahn war übrigens eine Kaufidee von mir vor anderthalb Jahren, weil es ja nicht immer nur Mädschenzeuch sein muss und so.. , aufgebaut sieht das Ding dann zum Beispiel so aus :

ja, die Kleine hat ihren Hintern auf der Bahn. Man kann es halt nicht jedem Recht machen.

Ich sage „zum Beispiel“, weil es theoretisch noch mehr Aufbaumöglichkeiten dafür gibt. Aber da ich wieder schön alles alleine machen durfte (okay, das Klicksystem ist eben doch nichts für kleine Mädchen), habe ich den Rest dann Rest sein lassen:

Das mit der Fernbedienung klappt auch noch nicht, verdammte Technik.
Hups, wollte ich nicht eigentlich milde-gütig gelaunt sein ? —

Mit der Dorfjugend in der Trancedisco

Eine Episode aus der Zeit, in der die Pantherin sich noch als violette Ratte begriff.
Aber auch eine Episode, die Menschen, die in Mittel- oder Großstädten groß geworden sind, zeigt, „wie gut sie’s hatten“.

Das folgende Lied war recht populär, als die Pantherin jugendlich war.

Um im Bilde zu bleiben, sollte man besser vom „folgenden Track“ sprechen.

Es ist der einzige spezifische..äh.. Track, den die P. aus langen Diskonächten

mit in die Erinnerung genommen hat.,

zum Einen weil es doch ein relativer Ohrwurm ist,

zum Anderen, weil die P. darauf zwei, dreimal abzappelte –

Tanzen kann man das nicht nennen

und es geschah aus Notwehr, wie ich im Anschluß erläutern möchte.

Die damalige Rättin musste wohl viele Stunden in nebligen Kleinstadt-Diskotheken zugebracht haben, v.a. in einem Gewerbegebiet der bescheidenen Stadt Bad Düben, wo eine Großraumdisko mit zwei „Floors“ an den Stadtrand geklatscht wurden war, die von Fifty-Fifty-Taxen und vollgepropften Autos mit 18-jährigen Fahrern behende frequentiert wurde. Jene Fahrer nahmen 14- bis 18-jährige Mädchen aus dem dörflichen Umland mit, weil sie in eine sich verguckt hatten und dann deren Freundinnen mitnehmen mussten 😉

Die damalige R. muss es auf diese Weise auch in andere Diskotheken verschlagen haben, allerdings kann sie sich nicht an die Orte und Namen erinnern, das scheint in Alkohol und wichtigeren Daten untergegangen sein.

Zu dieser Zeit könnte es auch geschehen sein, dass die jetzige P. sich einen gewissen Opportunismus angeeignet hat. Man darf sich vorstellen, da sitzt dieses Mädchen aus kulturinteressierter, halbwegs gebildeter Kinderstube nun mit 14, 15 in einem Dorf, das als Wochenendgestaltung Landwirtschaft, Fernsehen und Saufen bietet. Das Internet kam ja auch erst langsam auf.

Und die Schulfreunde wohnten weiter weg.

Die Rättin war darüber Nihilistin geworden und weil also eh alles hoffnungslos war, nahm sie irgendwann all die Einladungen, doch einen mitzutrinken, an. Möglicherweise hat auch das“ Essen aus Verlegenheit und Langeweile bei Menschenzusammenkünften“ hier seinen Ursprung.

Um nicht arrogant auf die wenigen vorhandenen Dorfjugendlichen zu wirken, saß die Rättin von Zeit zu Zeit bei 2,3 Bierchen und Likörfläschchen am Teich und an der Bushalte rum und, nun ja, nahm eben auch an den Diskofahrten teil.

  Von Vodkacola und Passivrauchen bedröhnt, beobachtete sie die Leute, doch das wurde nach geschätzen 30 Minuten langweilig. Waren ja immer wieder die selben. Die „Gespräche“ waren ebenfalls wenig inspirierend und auf den „Floor“ mit den Evergreens und überhaupt Nicht-Technoiden Liedern hatten die Mitfahrer keine Lust. Da Einschlafen keine Option war, blieb dann nur, mit auf die Tanzfläche zu gehen, dort war es dann eh schon voll und.. naja, die Stiefschwester und die Dorffreundin freuten sich so.. Opportunismus halt.

Mit dem Nihilismus konnte es auch am nächsten Morgen noch weitergehen.

ein symptomatisches Bild

6 Geflügelschenkel für Helga

Eine voyeuristische Anekdote ohne literarischen Wert.

Heute ging es mir wie Vielen: die Vorräte waren leer, leere Bierflaschen wollten weggebracht werden und seit 2,5 Tagen waren die Läden geschlossen, ein unerträglicher Zustand, schnell abhelfen !

Schon kurz nach 9 Uhr ging ich deshalb in den nächstgelegenen Supermarkt (wer viel schleppen muss, kann nicht mehr wunder-wohin) und verhielt mich super-pädagogisch mit der mitgenommenen, nun 4jährigen Tochter.

  • Laufen, kein Buggy
  • Kinderschiebe-Einkaufswagen (der mit der Fahne für die Eltern) statt Riesenwagen zum Drinsitzen
  • alles erklärt und Mitentscheiden lassen und
  • an der Kasse vom Süßwarenregal abgelenkt durch energisches Auffordern, mir beim Aufs-Band-Packen zu helfen

Jetzt kommt Helga ins Spiel.

ich grübelte gerade, ob es angebracht sei, dem Kind beim Hochhieven des 2,5kg Kartoffelsackes zu helfen, da begann ein Gespräch zwischen Kind und der danebenstehenden Frau:

„Kartoffeln?!“

– „oh, Kartoffeln?!“

–> „wie heißt du?“   (meine Tochter ist jetzt nicht mehr so verschüchtert, sondern glaubt, jeden zu kennen, sobald einige Eckdaten bekannt sind; quasi die aktuelle Masche)

– „Helga.“

-„wiieee?“

– „Helga.“

– „das is abern komischer Name.“

– „das denke ich auch schon 70 Jahre lang.“

-„ich bin erst 4 Jahre und heiße [alle 3 Vornamen genannt].“

Dann standen wir auch schon vor der Kassiererin, doch ich hatte kurz noch Zeit, Helga und ihre Einkäufe zu sondieren.

In diesen kurzen Minuten lernt man sehr viel über Mitmenschen, zumal wenn man sie eh mitunter durchs Viertel spazieren sieht, fügen sich in meinem Kopf Puzzleteilchen zusammen und..

Helga: 1,50m, kastig, graues, langes Haar, aufgedunsenes Mondgesicht ungeschminkt, unspektakuläre Schlabberklamotten, stets allein zu sehen

der Einkauf: bestand hauptsächlich aus 6 Geflügelschenkeln Marke „2Wochen alte rapide gemästete ungesunde gequälte Viecher“ und 3 Korn der Marke „Billigflachmann nahe der Kasse“

Schon sah ich vor meinem geistigen Auge wie diese Frau allein in ihrem Plattenbaubüdchen sitzt und den Vogelbeinen beim Kochen zusieht, 1 Schnäpschen beim Kochen, einer beim Essen und einer, um den Fraß im Magen zu umspülen.

Gott bewahre !

Ob die gegenteiligen 70-jährigen besser sind, die mit den modernsten Brillen, kecksten Frisuren, plüschigsten Hunden und top Englischkenntnissen ? Oder trinken diese nur den teureren Fussel versteckter ?

Sammlung aparter Gedichte (II)

Passend zur vorangegangenen Hintergrundrecherche ein Beispielstück vom Georghe aus Bacau, obwohl die Auswahl schwer fällt  =)

Poemă Finală

Eu trebuie sa beau, sa uit ceea ce nu stie nimeni
Ascuns în pivnita adânca, fara a spune un cuvânt
Singur sa fumez acolo nestiut de nimeni
Altfel, e greu pe pamânt…

Pe strada urle viata, si moartea
Si plânga poetii poema lor vana…
Stiu…
Dar foamea grozava nu-i gluma, nu-i vis —
Plumb, si furtuna, si pustiu,
Finis…

Istoria contemporana…
E timpul… toti nervii te vor…
O, vino odata, maret viitor.

Eu trebuie sa plec, sa uit ceea ce nu stie nimeni
Mâhnit de crimele burgheze, fara a spune un cuvânt
Singur sa ma pierd în lume nestiut de nimeni
Altfel, e greu pe pamânt…

Nachdichtung von Roland Erb (find ich sonst alle nicht so realistisch, aber hier geht es ganz gut):

Schlußgedicht

Ich muss trinken, um zu vergessen, was keiner weiß

Im tiefem Faßkeller versteckt, ohne ein Wort zu reden

Einsam dort rauchend, ein Mann, von dem keiner weiß

Sonst ist es zu schwer auf Erden…

Auf der Straße heult das Leben, der Tod

Und es weinen die Poeten der vergeblichen Gedichte

Sie wissen..

Aber der furchtbare Hunger ist kein Traum, ist kein Witz –

Blei, Sturm und Wüstenhitzen

Finis…

Die Zeitgeschichte

Es ist soweit… alle Nerven verlangen nach dir…

O erhabene Zukunft, bist du bald hier !

Ich muß fortgehen, um zu vergessen, was keiner weiß

Bedrückt vom Verbrechen der Bürger, ohne ein Wort zu reden

Einsam mich in der Welt verlierend- ein Mann, von dem keiner weiß

Sonst ist es zu schwer auf Erden…

Enthüllungsjournalismus über Giering

Wie Herr Teddy hier berichtet war Frank Giering im Alter von 38 Jahren gestorben, was bei Männern in ähnlichem Alter Bestürzung auslöste.
Hier der neueste Journalistische Stand dazu:

Der Schauspieler Frank Giering ist an den Folgen einer akuten Alkoholvergiftung gestorben. Das habe jetzt die Obduktion ergeben, berichtet die „B.Z.“ Zwei bis drei Flaschen Wodka pro Tag soll Giering getrunken haben; zuletzt seien es sogar bis zu vier Flaschen gewesen. Laut Rechtsmedizinern habe die Alkoholvergiftung zu inneren Blutungen geführt, an denen Giering letztlich starb, berichtet das Blatt.

Zunächst hatte es geheißen, Giering sei an Herzversagen gestorben. Das hatte seine Berliner Agentur auf Anfrage mitgeteilt. Giering (38) war durch Filme wie „Funny Games“, „Baader“ und „Absolute Giganten“ bekanntgeworden. Fernsehzuschauer kennen Giering als Kommissar in „Der Kriminalist“ an der Seite von Christian Berkel.

Im August will das ZDF vier „Kriminalist“-Folgen wiederholen, im Oktober und November sollen dann die neuen Folgen zu sehen sein. In sechs der geplanten acht Episoden ist Giering noch dabei.

Wie die „Bild“ berichtet hatte, musste Gierings 63-jähriger Stiefvater die letzten Minuten des Schauspielers miterleben. Nachdem der 38-Jährige nicht in Berlin bei den Dreharbeiten zu „der Kriminalist“ aufgetaucht war, habe die Produktionsfirma die Eltern in Magdeburg alarmiert. Der Stiefvater sei losgefahren und am Nachmittag in Berlin bei Giering angekommen, der „gedöst“ haben soll. „Wir haben uns noch unterhalten, ich habe ihm Nudeln gemacht“, wird der 63-Jährige zitiert. Dann habe der Schauspieler plötzlich Blut gespuckt. Der Stiefvater rief dem Blatt zufolge den Krankenwagen, doch die Sanitäter konnten ihm nicht mehr helfen.

– wir hatten irgendwie auf Suizid getippt, aber das kommt dem doch zumindest nahe ??