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Faszination Dating-Games

Wie kann das sein ? Die Frau Panther datet überhaupt gar nie und für Styling und One-Night-Stands hat sie auch nur ein amüsiertes Kichern übrig. Sind Spiele, deren Hauptmotiv menschliche Beziehungen sind, wirklich was für rationale Leute ?

– aber ja. Wir möchten doch im Grund alle Humor, Drama und Romantik. Zur richtigen Zeit und im richtigen Maße. Außerdem sind die meisten Dating Sims unter Casual Gaming einzuordnen, dem Genre für Menschen, denen Zeit und Muße für stundenlanges Am-Stück-Spielen abgehen.
Ich habe deshalb vor Jahren schon allerlei gratis Flash-Browser-Spielchen ausprobiert, die sich alle gut zum Prokrastinieren eignen, aber selten für besondere Gefühle oder Dazulernen sorgten.
Mit den Jahren öffneten sich dank Steam, Gamersgate und Appstore neue leicht zugängliche Welten.. Mensch muss sich nicht mehr CDs aus Amerika schicken lassen oder auf kaum verständlichen japanischen Seiten rummachen. Großartig. Hier zwei (von vielen, aber das Leben ist noch lang) Perlen.

HuniePop

Ein PC-Spiel, das alles hat, was die dauermüde Hochschwangere möchte! …. Aber auch Menschen, die länger als 20min in einer Sitzposition verharren können und ein echtes wildes Leben führen, könnten Spaß an dem Mix aus Match-3-Game und klassischer Dating-Sim haben. Es gibt sogar Musik, die sich länger als 10min am Stück ertragen lässt – eine genreübergreifende Rarität.
Aber weg von meinen speziellen Befindlichkeiten, solide Fakten:

Die spielsüchtige Professorin ist nur eine der unterhaltsam vertonten Protagonistinnen.

Der Spieler oder die Spielerin wird von einer „Liebesfee“ angeleitet, um.. nun ja, die Damen in der virtuellen Stadt rumzukriegen. Es findet das übliche Datenmerken und Gegenstände sammeln statt, aber auch jede Menge leicht herausfordende Match-3-Games. Positiv fällt auf, dass die Damen kein Problem mit lesbischen Varianten haben und sich nicht verbiegen. Die ungeschminkte Gamerin tusst sich nicht für einen auf und so weiter. Natürlich, die Realität ist alles in allem anders, aber da gibt es auch keine witzigen, selbstironischen Feen. Zum Abschluss gibt es Cybersex in Form einer Klickorgie, der dann doch albern ist, aber wie gesagt, Lachen ist gesund und gut.

C14 Dating

.. Alle Winter Wolves Spiele sind gut. Die neueren aber noch besser, und ja, kaufen lohnt sich. Ich empfehle Nicole und Roommates für den PC, kann aber nun, da der Nachwuchs zwar über ein Jahr auf der echten Welt ist, aber abends nicht allein oder in Ruhe schläft, nur smartphonetaugliche Spiele angehen… von denen es zum Glück viele gibt.
Ich hebe das Game mit dem Archäologiesetting hervor, weil das per se schon einzigartig ist und weil es in Sachen Diversity weit vorne liegt. Man ist Melissa, eine junge amerikanische Diabetikerin auf Grabungspraktikum in Belgien. Es gibt sudokuartige Buddelspiele und blackjackartiges Fundstückputzen, die Musik ist nicht sooo doll, aber die Charaktere sind knorke und die Neandertaler- und Geologie-Fakten tiefschürfend.
Schön auch die Verquickung von Sprachbarrieren (die Protagonistin spricht wenig französisch) und Behinderungen, die ohne Aufwand dabei sind. Selbst das Statraising ist hier unnervig und unlangweilig, obwohl es notwendigerweise repetitiv ist.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, für die mir die Zeit fehlt:

Ob das der beste Freund oder das love interest wird oder lieber jemensch ganz anderes, steht zu entscheiden..
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Am Rande

„Warum seid ihr denn hier?“ fragt der Mittvierziger neben Linus. Er ist der Typ netter Einfamilienhausbewohner und hat Linus erklärt, dass er normalerweise nicht in dieser Tittenbar verkehre. Nur heute abend, wegen des Junggesellenabschieds. Dabei grinst der Sitznachbar und zwingt Linus wortreich einen Tittendollar auf, auch wenn Linus mit sicherer Stimme antwortet, er sei wegen des White Russian hier, der hier sehr gut sei. Die athletische Tänzerin auf der Bühne vor Linus sieht nun, dass er endlich mit einem Papierschein ausgestattet ist und wird ihn bedrängen, diesen an ihren Körper zu stecken, wenn sie das nächste Mal vorbei kommt. In was für eine Situation René ihn da wieder gebracht hat, denkt Linus. Aber: wollte er das nicht selbst, mal so eine Proletenhölle von innen sehen ? Ja, schon, aber doch mehr von hinten, als passiver Beobachter. Und nun war hinten kein Platz mehr frei und Linus ist gefangen am Bühnenrand. René ist knauserig und keine Hilfe bei dem Versuch nicht aufzufallen. Die akkurat geschminkte Tänzerin verwickelt René in eine Diskussion, warum er seinen einen Schein nicht endlich in ihren Slip stecken wolle, dann wickelt sie sich genervt wieder um die Stange und wird von den anderen Männern mit Rufen angefeuert. Lieber Himmel, denkt Linus, wenn die Frau wenigstens scharf wäre. Aber so erdrückt mich die Athmosphäre, diese Rummelplatzstimmung. Ich kann so nicht erotisch denken. Ich will so nicht an eine Frau fassen. Der White Russian ist wirklich lecker. Und ich wollte aber die Welt verstehen. Linus will sich auf keinen Fall blamieren. Das mit dem Nichtauffallen klappt eh nicht mehr. Wohlwollend klopft ihm der beschwipste Sitznachbar auf die Schulter: Nun mach mal, Junge ! Die Tänzerin räkelt sich vor ihm. Linus kann durchaus glauben, dass die Frau hier gern Objekt ist. Aber was soll dieses Ritual mit dem Schein, wer ist denn so trivial im Kopf zu glauben.. Bin ich nicht trivial genug im Denken ? Ach Shit, ran jetzt mit dem Schein, bestimmt gucken schon alle ungeduldig. Mit Fingern, die er für souverän hält, schiebt Linus den Tittendollar unter die Höschenkante. Kurz mit einer Hand anheben, einen Zentimeter nur, mit der anderen hinschieben, bloß nichts falsch machen, geh vorbei Moment. Linus will beinahe aufatmen, da spürt er seine Hand auf den Po der Tänzerin klatschen. Sie hatte sein Handgelenk genommen und seine Bewegung geführt. Linus wehrt sich nicht und hofft, es ihr recht zu machen. Und tatsächlich, mit einem siegessicheren Lächeln geht die geschmeidige Fastnackte zum Sitznachbarn, der lachelnd Scherze und geschmeidige Flirtbewegungen macht.

Es ist der Information egal.

„Letztlich ist der Information egal, auf welchem Weg sie den Nutzer erreicht.“

– ein Satz aus einer Businesstippsammlung, der mich aus meinem Businessmodus reißt. Wie war das noch, neulich kurz nach neun am Morgen, als ich aufwachte und platt gewälzt war von Datenbröckchen, die mich benutzten und es war ihnen egal, wie..  Es war ziemlich wuschig, salopp gesagt. Ich weiß nicht, ob ich das in Ordnung finde, wenn Daten Menschen als Wirt nutzen um sich zu vergnügen. Andererseits, wer wollte es ihnen verbieten ? – Ich, als angehende Animistin, sicher nicht. Und ich, als dysthyme Persönlichkeit, sicher auch nicht. Nehmt schon, ihr Daten, wenn ihr diese Person benutzt, dann hat sie wenigstens einen kleinen Sinn; nehmt hin.

In diesem Jahr bleibt es vielleicht noch bei so harmlosen Nutzungsstunden, nach denen ich aufwache und glotze und murmel: „Wo bin ich ? Wo ist mein Auto ? Warum ist das Bett so groß ? Was ist das für ein blaues Karnickel ?“, aber in einigen Jahrzehnten, darauf bin ich freudig vorbereitet, stehe ich ganz als  bereit. Dann klapper ich wirr durch die Straßen, so wie dieser Rollstuhlopi, der immer eine Sonnenblume dabei hat und um den Hauptbahnhof herum saust. Das wird gut. Den Informationen ist es letztlich egal, wie ich zu ihren Plänen stehe.

Brief an die übersorgte Verwandte

Sehr gerne, liebe MitleserInnen,  würde ich euch an dieser Stelle mit ästhetischen Halbnackten beglücken, was aber wegen des Jubiläums noch nachgeholt werden soll, aber leider muss ich zuerst den Weisungen eines meiner Alter Egos Folge leisten. Jenes Ego heißt Steffen und hat einen Brief erhalten.
Die saftige Antwort hat, schätze ich, Unterhaltungswert und das Tippen hat Therapiewert. Und keine Sorge, die reale Verwandte bekommt nur eine abgemilderte Version. Sie heißt auch nicht Hedwig.

Liebe Oma Hedwig,

vielen Dank für die Postkarte vom Balaton, das Geld und die Visitenkarte der Personalvermittlerin. Schön, dass du dich beim Kururlaub erholt hast, gleichwohl 14 Stunden Busfahrt sicher unangenehm sind und du lieber geflogen wärst.
Solcherlei Probleme haben wir, wie du dir denken kannst, nicht. Zudem scheinst du zu denken, dass wir todunglücklich sein müssen, da wir keiner bürgerlichen Vollzeit-Erwerbstätigkeit nachgehen.
Ich darf dir allerdings sagen, dass unsere wirtschaftliche Situation durchaus ausreichend ist und wir mit Zugreisen nach Mittel- und Norddeutschland vollkommen zufrieden sind. Wir verspüren kein Bedürfnis, uns von osteuropäischen Badangestellten durchkneten zu lassen. (Viel mehr hätten wir Lust auf eine kleine rothaarige Japanerin, die wir durchkneten können, aber für sowas hast du sicher kein Verständnis.)
Vor dem Hintergrund deiner DDR-Sozialisation ist einzusehen, dass du die abhängige Lohnarbeit für höchst wichtig befindest und befürchtest, wir könnten gesellschaftlich abgehängt sein, da wir keine solche vorzuweisen haben.
Ich werde mich aber demnächst bewerben, sobald mein selbstbezahlter Lehrgang abgeschlossen ist. Mir schwebt da etwas mit flexiblen Arbeitszeiten im Onlinebereich vor und ich brauche keine vermeintlich generöse private Jobvermittlung dazu.
Im Übrigen empfinde ich es als Verstoß gegen mein Recht der informationellen Selbstbestimmung, wenn du fremden Damen auf Kurreisen meinen Namen und meine Jobsituation preisgibst. Schon klar, du hast nur aus Mitleid gehandelt. Und bildest dir nun ein, eine besondere Chance für mich aufgetan zu haben, da du doch nur einer Frau begegnest bist, die Kunden für ihre Agentur sucht. Jobvermittlungsagenturen bekommen ihr Geld von den Arbeitgebern und teilweise sogar vom Zuvermittelnden. Es handelt sich mitnichten um einen sozialen Akt, wenn sie anbietet, ich könnte mich bei ihr melden, denn das könnte ohnehin jeder, der verzweifelt genug ist.

Mit Verzweiflung hattest du seit Jahrzehnten nichts mehr zu tun, denn du hast es dir erst im Vorruhestand, dann im Rentenstand bequem eingerichtet und speist schon 22 Jahre auf Staatskosten, sicherlich länger als vom Erfinder des Generationsvertrages vorgesehen.
Dass du nun mir unterschwellige Vorwürfe darüber machen möchtest, dass ich seit drei Jahren neben diversen Teilzeit- und Minijobs auch Geld vom Staat beziehe, halte ich für gelinde gesagt unangebracht. Ich gebe nämlich der Gesellschaft sehr wohl etwas zurück, und meine Frau trägt ihren Teil dazu bei.
So haben wir zum Beispiel doppelt soviele Kinder wie du und können sie nicht einfach bei Verwandten abgeben, weil schlichtweg keine ortsnah leben. Wenn wir Verwandten und Freunden begegnen, versuchen wir zu helfen und zuzuhören und nicht, gleich deiner, primär zu prahlen, wie gut es uns geht.
In diesem Brief muss ich allerdings doch prahlen, damit du endlich aufhörst, uns wie Katastrophenopfer zu behandeln. Mir haben genug Geld und, im Gegensatz zu vielen Doppelverdienern, auch Zeit, die wir in Kindsbetreuung, Kultur, Politik, Freunde und brotlose Kunst stecken können. Kunst, ja, brotlose Kunst ! Wir sind nämlich auch sensible Seelen, meine Frau und ich, und es leid, von oben herab behandelt zu werden.

Damit schließt, verbunden mit dennoch freundlichen Wünschen,

Dein Enkel Steffen

Fundstücke mit C

Neulich fand ich eine kleine Kiste, darin lauter Dinge mit C.

Cigaretten, die jemand zur Verwahrung gegeben hatte, um Herr seiner Sucht zu werden (aber ich vermute, es gab einen Rückfall.)

und diese beiden fotografierten Dinge

Ich schob die Kassette rein, freute mir einen Ast, eine alte Interpretation von „play for today“ zu hören, rauchte eine und begegnete Carlette.
Nikotin und freudige Überraschung hatten meinen Kopfschmerz vertrieben und ich las den Zettel, lachend dabei:

„Potzblitz“ dachte der Baron für sich, „welch ein Vollweib – welch ein herrliches Frauenzimmer ist diese Madame Carlette“ und im stillen gewahrt er bewußter denn je ihren üppigen Busen und ihre prallen Schenkel.
Er hat aber auch ein bisschen Angst, muss man leider sagen. Es ist ihm nicht sicher, ob er am Ende rotgeschlagen heimgeht. Der Graf ist nicht unbedingt unterwürfig, er schaut lieber zu. Das bringt gewisse Probleme, sehen Sie ? Und der Thronfolger, wie soll der entstehen ? Ob er sie ermuntern soll.. nein, niederes Blut kommt ihm nicht in die Wiege.. aber seine Mutter drängt !

[Es sind zwei verschiedene Schreiber, einer in kursiv, der andere in normal. Graf, Baron.. alles das Gleiche ! *kicher*]

Dann rutscht der Gräfin die Hand aus und die Bediensteten warten aufs Trinkgeld.
Rosenknöspchen oh du mein Rosenknöspchen zwitschert der Baron von der Galerie und zwinkert spitzbübisch mit dem auge in der offenen hand einen cognacschwenker balancierend.

[ich editier’s nicht. Diese Adelshierarchie ist ja völlig falsch. und die Orthografie.. ]

Das war ein ganz köstliches Fest, wie du das wieder arrangiert hast, Carlette ! – der Baron ist immer entzückt von den Events, die in seinem Hause stattfinden, insbesondere die Backpfeifen von Carlette von den Ähren sind ein Kracher. Das lässt er gern sich gern einige Bauernlümmel kosten.

[Versteh ich nicht. Warum lässt er eine Dame in seinem Hause Feste ausrichten, und das Personal prügeln, die ihm eigentlich von zu niedrigem Stand ist ? Kann das jemand erklären ?]

Pläne für das Restjahr

 --- Ausrasten  --- 
so wie in dem Lied bei Minute 2:24 bis 2:48

ganzheitliches Greifen

Das ist mein Schatten.
Das bin ich.
Und das ist die Welt grandiosen Frohsinns.
Zusammen kommen wir eigentlich nie. Das Begreifen ist zeitversetzt des Ergreifens.