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Oral history vs. Egodokument: Bad Wimpfen

Das Folgende ist im Grunde auch Teil 2 von „In Memoriam: Zwischen Büchern, Forschern und Alten.“


Aus meinem dezembrigen Organisationstaumel wage ich intuitiv eine Pause vom Voranblicken ins Zurücksehen. Und zwar mit dem Versuch, Unterschiede vom Erzählten zum Aufgeschriebenen aufzuspüren.
Wir starten mit dem

Zeitzeugenbericht:
Bad Wimpfen.. ja, das ist eine touristisch sehr hübsche Stadt. Es muss im August gewesen sein, ich war glücklich, wenn auch leicht wehmütig, weil ich wenige Tage nach dem Stadtbesuch wieder zurück in die dröge Stadt meines Studiums müssen würde, wo mich ein schlecht organisierter, fremdbestimmter Umzug in eine riesige, schlecht geschnittene Plattenbauwohnung erwartete.
Es war also Hochsommer und die Stadt taktisch klug auf einer Anhöhe gelegen, so wie man sich die Burgen vorstellt, nachdem man das Rheingold-Brettspiel gespielt hat: unten ein breiter Fluss, dann Grünland dazwischen und dann ging es steil hoch, dann oben die befestigte Burg. Auf der anderen Flussseite die Bundesstraße. Ich wahrscheinlich in Angst, das kleine Auto könnte die gewaltige Anhöhe nicht bewältigen, was es aber doch tat. Ich hatte Probleme, die richtige Parkplatzausfahrt zu finden, war aber auf dem Parkplatz vom anwesenden Klo entzückt. Dann ging es durch eine Unterführung in die eigentliche Stadt. Das waren Gesamtschulen und der übliche kleinstädtische Kram, aber im Altstadtkern ging einem das Herz auf, alles so putzig kleinsteinig und fachwerklich.
Ich war nirgendwo drinne, weil ich mich nicht traute, obwohl ein, zwei Läden oder Essensgelegenheiten ganz nett aussehen.. Obwohl.. ich bin erst nach der Arbeitszeit hin, deshalb war schon viel zu. Man klappte dort 17 bis 18 Uhr die Bordsteine hoch, ja, jetzt erinnere ich mich.
Lange saß ich am Burgrand, so mit Blick übers Land. Alles so bilderbuchmäßig und friedlich. Weiter drinne im Burghof sprachen mich ältere Leute an, ich sah außerdem welche, die wesentlich touristischer aussahen, als ich. Ich spürte keinen Neid, vielmehr dachte ich: Ha ! ihr habt gesellschaftliche Pflichten und ich nicht !
Auf dem Parkplatz machten mir Halbstarke Angst oder wenigstens dachte ich „oh, lieber nicht in die Nähe gehen, die sind doch auf impulsives Handeln aus..“

da irgendwo saß die Zeitzeugin lange rum

Es folgt das schriftlich Dokumentierte, mal sehen inwieweit es mit der Erinnerung übereinstimmt:

– erstmal Schreck: die Erinnerung hat schon versagt, denn laut damaliger Notizen war ich zweimal in Bad Wimpfen-
4.8.2005:
Sitze nun in Bad Wimpfen, was in der Tat ein nettes Klein-Quedlinburg ist, bin aber zu abgelatscht und abgequatscht (konzentrations-un), um richtig Freude daran zu entwickeln; merke nur ein leichtes Positivgefühl beim Ausblick auf Neckarlandschaft, da es gut ist, mal wo anders zu sein und nur den Himmel über sich zu haben.
[ah ja, jetzt erinner ich mich bildlich: ich saß im Burghof und schrieb das, während ältere Damen tuschelnd vorbeischlenderten. Dann geht der Text weiter mit Beschreibungen der Bibliotheksbenutzer. „zwei neue Benutzer, ein jungenhafter Amsterdamstudent und eine paranoide Ursula“]
11.8.2005:
Mittwoch war ich nochmal zwanglos in Wimpfen, bisschen Pfalznähe und Quedlinburgähneln genießen… Als da auch langsam (+endlich) Ende der fiesen Fröstel-periode (–> Herbstwetter. Jetzt aber hoffentlich wieder mehr Sonne + Wärme, weil will schon noch Luftiges + barfußgenießen bevor Jäckchen, Regen + Wind + Nebel wirklich kommt..)

barfuß wurde sogar fotografiert, die Grünzeugbegeisterung muss wirklich groß gewesen sein

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die Meinung der Miesepetra: „Die Kleinmädchenfarbe hat in einer Fickschnulze nix verloren“

Kürzlich hatte ich eine nähere Beschreibung eines „rosa Buches“ angekündigt. Damals hatte ich auch schon ein Foto vom Buchcover gemacht – und in der Zwischenzeit war ich auch fleißig, denn ich wollte unbedingt die Unterschiede zwischen Pia und Rosa herausarbeiten.

Das alles abzutippen ist mir nun aber doch zu anstrengend und zeitaufwändig. Vernünftige Texter kondensieren ja auch. Das sollte ich langsam mal üben ! Qualität statt Quantität !



An jedem Kapitelanfang des Romanes „Unanständig“ von „Rosa Sophie Mai“ steht ein Zitat von Größen wie Henry Miller oder Oscar Wilde. Falls dies die Geschichte, die im Wesentlichen im aktuellen Berlin spielt, in einen größeren Kontext setzen soll, so ist es zumindest ein netter Versuch, an die Tradition grandioser Hedonisten anzuknüpfen.
Letztendlich handelt es sich aber um die Geschichte einer jungen Frau, derer Prinzessinnentraum wahrgeworden ist.
Was mich aufgrund des häufigen Vorkommens des Wortes „pink“ und der gelegentlichen Zitation von Popsongs abschreckt, kann ja für viele andere LeserInnen dennoch eine Offenbarung sein. Der Mensch ist schließlich so gestrickt, dass er Bücher umso mehr mag, desto mehr Identifikationsfläche ihm die Hauptprotagonistin bietet.
Die Vermarktung des Buches ist auf jeden Fall modern und geschickt. Man gebe zum Beweis nur einmal Autorin und Titel in eine Suchmaschine ein. Dabei wird man auch feststellen, dass die Autorin tatsächlich die Mausi vom Coverbild ist. Sie vermarktet also ihre ganze Person, was bemerkenswert (aber topaktuell) ist..
Die Geschichte ist womöglich ein rotes Tuch für Hardcorefeministinnen, ist doch die Emanzipation der Protagonistin nur vorgeblich. Madame lebt ihren freien Willen aus, aber sie muss sich rechtfertigen („meine Beziehung war so einengend, ich habe solange stillgehalten, dass ich jetzt mit gutem Gewissen wild vögeln kann“), bekommt den Umzug von Papa finanziert und die Wohnung dank des Flirts mit dem Makler. Die Frau ist die Reagierende, die, die für schickes Aussehen alles ausgegeben bekommt. Die Niedliche, die Schutzbedürftige. Die Anbiedernde, die Ausnutzende.
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Das kleine Blaue versus das kleine Rosa

Wir hatten schon lange keine Buchbesprechung oder -diskussion mehr hier. (der Comic zählt nicht, hier sind reine Textbücher gemeint) Die letzten paar Bücher, die in dieser Pinte erwähnt wurden, habe ich dann doch nicht gelesen, weil sie mir nicht genügend Anreize boten.

Dann aber entdeckte ich gleich zwei Büchlein, die mir seichte bis thrashige Unterhaltung versprachen: eines mit rosa Außengestaltung und eines mit blauer. Die würden mich vor einer eventuell nahenden Herbstdepression beschützen, hatte ich spekuliert.

In der Tat ist es den beiden griffigen Taschenbüchern gelungen, mir so einige Emotionen abzuringen, was ja das Keyfeature erfolgreicher Medien heutzutage sein soll: dem abgestumpften Wohlstandsbürger Regungen abzuluchsen.

Allerdings waren es etwas andere Regungen als beim Erst-Buchkontakt erwartet.

Von dem Buch mit dem verlagsseitig passgenau gemachten Titel „Unanständig“ hatte ich mir erwartet, einige Stunden in hedonistischem Voyeurismus schwelgen zu können und einer sexy Sympathieträgerin durch spannende Episoden voller süffisanter Szenen und schwelgerischer Vorahnungen folgen zu können. Aufgrund des Coverbildes, dass eine puppenhaft geschminkte Blondine im Federbett zeigt, kamen mir zwar Zweifel, aber die wurden vom Editionsnamen „Anais“ abgefedert.

Von dem Buch mit dem ebenfalls provokanten Titel „Ich darf das, ich bin Jude“ hatte ich mir platten Humor und einen enervierenden Realitäts- und  Jetztbezug erwartet. War das nicht auch mal ein Bestseller, ein Feuilletonsliebling und so ?

Darüber hinaus sprach mich auch dieses Cover optisch nicht an.
Dieses Blau ist auch so überaus kumpelhaft.

Jetzt könnte man glauben, ich hätte mir den autobiographischen Spaßroman des Fernsehkomikers von einem Kumpel ausgeliehen und die autobiografische Fickschnulze  der Radioschnepfe aus der Bibliothek.

Das Gegenteil ist der Fall. Aber, um eine Brücke zu schlagen, das vorletzte rosa Buch, dass mir besagter Kumpel mit bester Empfehlung ausborgte, war tatsächlich ein kluges und gutes und es war von dem Verlag (KiWi), in dem nun der jüdische Olli mit einem blauen erschien.

Noch Fragen ? Sollte ich mich lieber aufregen oder freuen ? (= Rosa-Buch oder blaues ?)

In Memoriam : zwischen Büchern, Forschern und Alten. Teil 1

Ein alter Mann bewohnte ein Zimmer in einem Schloss, in einem Städtchen am Neckar. Daneben hatte auch eine über 70-jährige ihr (Privat-)Zimmer, der Rest des Schlosses unterteilte sich in Pflegeheim, Altenheim und Bibliothek.

Eines Abends kehrte ich vom Waldspaziergang zurück, da sah ich Licht im Zimmer des Mannes. Ich sah ihn am Fenster sitzen, ein Glas Rotwein und ein Buch vor sich. Er schien allein und der Rest des Hauses war dunkel. Eine seltsame Zufriedenheitsathmosphäre strahlte auf mich herab, ich war mit einem Mal mit der Welt im Reinen.

Wenn es diesem Mann gelungen war, auch im Alter noch seinen Interessen zu huldigen (Architektur, bildende Kunst) und auch ohne nahe Familie ausgeglichen, zufrieden zu wirken, dann würde das mir doch vielleicht auch gelingen, es gäbe nichts zu fürchten. Den Gedanken an die Insassen des Pflegeheims schob ich weit von mir, war ich doch nur einmal da durchgelaufen, auf dem Weg zum Zimmer der 70+Dame.

Sie hatte eingeladen, um mir Magnetpflaster zu schenken, die bei ihr, der Dame, hervorragend gegen diverse Wehwehchen geholfen hatten. Durch Akupressur und Magnetströme würde sich gesundheitlich was bewegen, war ihr Glaube. Im Rückblick halte ich die Pflaster zwar für Placebos, aber die Gespräche mit der älteren Dame haben mir bezüglich „Horizonterweiterung „und „genügsam werden“ geholfen.

Sie berichtete von Lagern in Russland und zähneverlierenden Freundinnen, von Unterdrückung im kommunistischen Rumänien … Ich konnte da nicht viel entgegnen, fand ihren Optimismus und alles überwältigend. In der Bibliothek hatte ich in den Pausen bereits zuvor in einigen Erinnerungsaufsätzen gelesen, seitdem stelle ich mir in unregelmäßigen Abständen Menschen vor, die gezwungen werden, in Wannen voller Eis zu stehen, bis die Füße schwarz werden und der Tod eintritt. Da sollte es um Bestrafung für das Ändern eines Bettlaken in ein Unterhemd gehen, wenn ich mich recht erinnere.

Buchrücken vs. Nasenrücken vs. Kuchenstücken

Ah ! jetzt ist es passiert :

   Frau Panther steckt die Nase in ein ernstes Buch !

Das ist das erste Mal, seitdem sie in dieses Propagandaphilosophiebuch schaute .. und davor war noch länger nichts dergleichen…
Ob das gut ausgeht ?

Eigentlich sollte es ja „Frost“ werden, aber der Bibliotheksfuchs brachte stattdessen ungefragt obiges Werk mit, las es binnen eines Tages aus und geradenoch rechtzeitig konnte P. das Buch wieder aus dem „zurück in die Bibo“-Rucksack fischen.

Die panthereske Skepsis dem Autoren gegenüber wurde von der Meinung des Fastgermanistenfuchses beschwichtigt, der (wie auch andere Stimmen) bescheinigte, dass hier keine gemeine Misanthropie zu befürchten sei, vielmehr eine seltsame Protagonistenwahl, an die man sich aber im Laufe der flüssig zu lesenden Seiten gewöhne.

Leider ist die P. eine schnarchnasige, leicht ablenkbare Leserin, darum buk sie zunächst das Cover des Buches nach :

das Rezept dazu ist von hier, ein Fleischfresser lobte den Kuchen mit den Worten „das toppt mein Steak von heute Mittag, es ist wie einen leckeren Keks durchs Nutellaglas zu ziehen“.

Buchverriss : Nero Corleone kehrt zurück.

Große Verlage verlegen (fast) nur Bücher, die bestimmte Zielgruppen ansprechen, und / oder von etablierten Autoren stammen – diese Feststellung mussten die meisten Jungautoren machen und der ein oder andere dürfte sich auch ziemlich darüber geärgert haben.

Der Zufall hat mir jüngst ein Buch in die Hände gespielt, dass diesem Ärger Auftrieb geben kann – es sei denn, der Leser gehört selbst zur Zielgruppe der Erzählung, dann ist er vor lauter Katzenliebe des Ärgers vielleicht nicht mehr ganz fähig.

Wobei, was heißt „der Leser“…  Dieses Buch zielt eindeutig auf Frauen im hinteren Lebensdrittel, die sich mit der Heldin indentifizieren können und beim Lesen in ein schwelgerisches Zufriedenheitsgefühl abdriften können.

Wem dieser Blogtext gerade zu kurz und voller Wortwiederholungen ist, dem sei zusätzlich vom Buch abgeraten.

Warme Gefühle dürfte es hingegen bei jenen Frauen auslösen, die einst wilde Studentinnen waren, nun aber kein Problem damit haben, in ihrem Wochenendhäuschen in der Toskana egoistische Kater mit industriell vorgefertigten Nutztierabfällen anzulocken und sich einzubilden, die kleinen flauschigen Raubtiere kämen der Liebe wegen. Weil es schliesslich so … äh… romantisch literarisch fantastisch ist, wenn Tiere Menschen verkuppeln.

Obwohl im vorliegenden Fall nicht ganz klar wird, ob die Protagonistin („Isolde“) nicht vielmehr zoophil ist :  sie träumt stets von Katzen im Bett, der Kater Nero ist stets in ihren Gedanken, sie wird gar sprachlos in Betrachtung seines atemberaubenden Charismas..

Isoldes Wegzug vom Ehemann und nach Italien, das Versetzten eines verliebten neuen Mannes und die schließliche Rückkehr zu Mann und Land sind da nur Rahmenhandlungen, damit sich die Leserschaft geborgen fühlen kann.

Eine Leserschaft, die, so mutmaße ich angekotzt von der dargestellten Dekadenz, primär aus dicklichen Damen bestehen dürfte, die „ausgesorgt haben“ und sich ein gutes Gewissen durch das Durchfüttern streunender Katzen machen, die vielleicht nicht so begütert sind wie die Protagonistin, aber doch alle Zeit der Welt haben und keine Brüche im Leben mehr zu befürchten haben.

Klavierspielen, Weintrinken, Bücherlesen, Schwelgen, Kochen, Plaudern den ganzen Tag lang, dazu auf herrliche mediterrane Landschaften blicken .. das ist Isoldes Leben. Die im Buch dargestellten Konflikte lassen den Spannungsbogen eher mild anschwellen, der Leserkamm schwillt eher beim Betrachten von im Wort vergessenen Trennungsbindestrichen, einem Fauxpas, der, so dachte ich, bei etablierten Verlagen nicht vorkommen darf und der auf hektisches Veröffentlichen schließen lässt.

Titelbild


Die ganz nett anzusehenden Zeichnungen und der schlichte Sprachstil dieser konstruiert wirkenden Erzählung wären einem Jugendbuch angemessen. Unter 40-jährige werden auf das Thema allerdings kaum ansprechen, darum finde ich es reichlich ungerecht, dass Frau Heidenreich mit einem solchen Buchband so hohe Verkaufszahlen erreicht.
Die Gründe dürften im Erfolg des Vorgängerbandes zu suchen sein, sowie in dem Umstand, dass jeder irgendwie eine ältere Frau kennt, die Katzen mag und für die es vielleicht ein passendes Geburtstagsgeschenk wäre.. Man soll sich ja im Alter auch nicht mehr so aufregen.

Bibliotheken: Geld für Würmer, nicht für Menschen

Dieser plakative Titel bezieht sich nur auf Öffentliche Bibliotheken. Bei den wissenschaftlichen werden meines Wissens mehr qualifizierte Mitarbeiter eingestellt.
In der Stadtbibo um die Ecke hingegen wird statt fundierten Informationen folgendes verteilt:
Menschliche Bücherwürmer freuen sich natürlich, für einen geringen Monats- oder Jahresbeitrag so viele Medien sichten und leihen zu dürfen. Ich bin also fraglos froh, dass diese Institutionen existieren.
Aber nach so einigen Episoden, die eine gewisse Missgunst auf die 40+Mausis aufkommen ließen, wirkt es doch seltsam, wenn eben jene Bibliotheksangestellte sich einen Ast freuen, wenn meine Tochter im Raum erscheint, und ihr gleich zwei Merchandiseprodukte in die Hand drücken:

Nicht dass ich es schlecht fände, wenn das töchterliche Lächeln auf Gegenliebe stößt, im Grunde gönne ich den Damen auch ihren ruhigen Arbeitsalltag und die Sicherheit eines unbefristeten Vollzeitsjobs.. Letzterer ist für 50% meiner Generationsgenossen ja ein Traum, dessen Erfüllung nicht in deren Händen liegt..
Aber es hinterlässt dann schale Gefühle, z.B. Dialoge wie diesen mit anhören zu müssen:
9-jähriger: „Äh, haben Sie auch dieses Buch da.. es hieß irgendwas mit roter Klee.. mein Kumpel hat mir das empfohlen, aber ich weiß nicht mehr genau.“ Bibofrau: „Weißt du den Autor?“ Junge. „leider nicht“ Frau: „hm, dann kann ich dir leider nicht helfen“ ich, dahinter, denke mir: „Nee, oder ? Warum tippt sie nicht in ihre Bibliothekssoftware die Titelstichwörter ein?“
oder den Ausrufer zur Kollegin: „ist heute wieder viel los ! Meine Güte!“ (es stehen an jedem Tresen 3 Leute. Weitere 3 sind im Lesesaal verstreut.)

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Kommunen Lohngelder sparen möchten und zunehmend auf RFID-Technologie setzen oder (in kleineren Gemeinden) Arbeitslose mit Maßnahmen in die Bibos setzen, würde ich mir doch als Angestellte ein bisschen mehr Mühe mit dem Service geben, um sich evt. beliebt und unersetzlich zu geben.

Auch die Erschließung und Aufbereitung ist verbesserungsfähig. Das mag zwar den Belletristikleser von nebenan nicht so stören, aber bei fachlichem Interesse ist es schon doof, wenn z.B. ein Roman mit einer historischen Figur als Helden unter Biographie einsortiert bzw. ausgepriesen ist.

Junge Menschen können in den ÖB höchstens noch als FSJ arbeiten, dann müssen sie aber auch in der Lage sein, fetzige Kindervorleseabende abhalten zu können. Unbezahlte Schüler- und Studentenpraktika sind natürlich auch noch möglich.

aber egal, Hauptsache das Merchandise stimmt.