Posts Tagged ‘ folk ’

Man kann nicht alles haben. Naaarghh.

Vorhin noch habe ich zu meiner Tochter gesagt: „Man kann nunmal nicht alles haben.“ und sie sagte: „Ja, weiß ich, mein Papa kauft mir schließlich auch nicht das HelloKitty[irgendwas].“

Jetzt wiederum muss ich mich fragen, ob ich das überhaupt selbst inhaltlich verinnelicht habe. Der Anlass ist das:

Ich sah und sagte: „Aaargh, das ist ja noch mehr als beim letzten Mal !“ – beim letzten Mal waren es circa 250 Euro gewesen.

Dann fielen mir Zitate ein alà : „Ebay, das ist doch eh Kommerzkacke!“ (ja schon, aber ich will mich nicht bei 1000 Spartenplattformen anmelden) und ich sah mal auf die Plattform bei der ich die
„Songs for Landeric“ Doppel-Cd immerhin für um die 50 Tacken bekommen hatte (zum Vergleich : bei Amazon bezahlt man im Moment 140). Doch auch da:

Also, über 300, das ist doch wirklich zu happig. Aber: ich brauch es ! Es sind mindestens 3 Lieder drauf (zumal spannende Coverversionen), die nirgends anders auf Tonträger zu haben sind.

Was jetzt ? Was tun ? Das Vogelstraussverfahren anwenden ?

Oder eher eine traditionell-dörfliche Verdrängungsvariante anwenden, sich sechs Grog reinbimsen ?

Die ganze Welt ist Melas Stadt.

eine momentaufnahme. meinung vieler momente. aber nicht immer und aller, keine angst. In Kursiv: Textstücke von 2008

 

Und wer da geht durch Berges Nacht / unerschrocken vor Weltens Matt
Der ist zwar noch nicht zur Strecke gebracht (doch muss er einsehen:)
Die ganze Welt ist Melas Stadt.

(Melancholia:)
Dystenschöne
Konstanz und Sinn
Durch deine Regelmässigkeit
Durch deine Schleierwolken
allem gibst du Sinnlosigkeit

du bist die einzige Gerechtigkeit

Romantisches Jena

Ich bin immernoch in die Stadt aus diesem Lied verschossen :
(ruhig zu 0:27 vorspulen, das Intro ist nicht jedermanns Sache. Ich möchte hier auch nicht zu Death in J. diskutieren, wer generelle Zweifel hat, bitte erst den Neofolkartikel lesen.)

Und ja, das Lied zündet eventuell (je nach Hörer) erst nach 1,2 Mal hören. Die Bildermontage gefällt aber sehr, das hat der oder die VideoerstellerIn prächtig gemacht.

Das ist der Brunnen von Minute 1:10:

Aber da waren noch so viele andere stimmungsvolle Orte zu sehen.. Obschon alles in schwarz-weiß gleich viel romantischer-gediegener etc. wirkt, kann ich es kaum erwarten, diese Örtlichkeiten in natura zu betrachten. So mit Wandertour und viel Ruhe, das wäre toll.

Einstweilen vertröste ich mich mit Erinnerungen:

p.s.: noch mehr Jena gibt es unter dem
Link zum Erlkönigartikel

Memory, hither come

„Sonne Hagal“ ist ein Neofolk-Projekt aus Rathenow;

„Memory hither come“ ist ein Gedicht von William Blake;

zusammen finde ich es sehr gelungen 🙂

 

Memory, hither come,
And tune your merry notes;
And, while upon the wind
Your music floats,

I’ll pore upon the stream
Where sighing lovers dream,
And fish for fancies as they pass
Within the watery glass.

I’ll drink of the clear stream,
And hear the linnet’s song;
And there I’ll lie and dream
The day along:

And, when night comes, I’ll go
To places fit for woe,
Walking along the darken’d valley
With silent Melancholy.

Notiz für Motivationsschübe: aufraffende Neofolklieder

Der gelegentliche Rückgriff des Darkfolk auf völkische oder anderweitig politisch momentan (denn gerade Politik, aber auch generell der menschliche, sprich beschränkte Geist an sich kann naturgemäß keinen Ewigkeitswert für sich und ihre bzw. seine Schlüsse beanspruchen) diskreditierte Dichter, Denker und Motive mag zwar im ersten Moment irritierend oder gar rückwärtsgewandt wirken, ist aber letztendlich nie dermaßen einseitig, affirmativ oder total, daß er nicht zum Nachdenken anregte, und erreicht gerade damit sein erklärtes Ziel der Reflexion.

*Zitat aus der Hausarbeit „Rezeption völkischer Topoi im Darkfolk“ von T.Sp. an der HU Berlin, S. 22


Und weil auch :

Darkfolk ist „Kulturkritik von Einzelgängern“ (vgl. : Diesel, Looking for Europe, S. 411), durch das Ausklammern von Themen wie Rasse, Blut oder Volk fehlt der kollektive Impetus und anstelle von radikaler Problemlösung, von klaren Feindbildern wird zumeist ein Auseinandersetzen mit eigener Emotionalität und Weltschmerz praktiziert.

.. gibt es aus dieser Musiksparte nur wenige Lieder, die mir bei der Aufraffung helfen, die sind mir aber besonders wertvoll :




Des weiteren darf angesichts der synkretistischen Herangehensweise der Künstler, die auf Vergangenes zurückgreifen, keine Identität dieser mit einzelnen Quellen angenommen werden. Dies hieße, die Eigenständigkeit der Kunst böswillig ignorieren und durch Selektivität eine Verzerrung der Realitäten herbeizuführen. (…)

Was bleibt sind die romantischen Vorstellungen der Musiker, die jedoch, solange kein begründeter Verdacht auf Versuche politischer oder sonstiger Umsetzung besteht, nur anhand des Bildes selbst zu kritisieren wären und nicht aufgrund eines behaupteten Rattenschwanzes totalitärer oder chauvinistischer Maßnahmen.

Was trotz alledem bestehen bleibt,ist der zumeist ungewollte Zuspruch, den viele Darkfolkgruppen auch weiterhin aus völkischer Richtung ernten werden, doch darf dies auch nicht als Beweis hiesiger völkischer Ressentiments verstanden werden. Es handelt sich um eine Art Kompatibilität, beginnend durch Begriffe und evozierte Bilder, aber auch durch die unterschiedlichen Ausformungen dieser endend.  (…)

Vom Darkfolk zu verlangen, aufgrund der ‚Gefahr‘ unerwünschter Sympathisanten seinem Wesen untreu zu werden oder sich von etwas zu distanzieren, zu dem er sich nie bekannt hat, wäre als politisches Moralisieren Beginn der Zensur.

*das war schon Seite 23

Und nach diesem Klugscheißertext, den ich nie so hätte formulieren können, kann ich wieder beruhigt mit meinem Forseti-Oberteil rumlaufen und hoffen, kein ‚unerwünschter Sympathisant‘ zu sein.