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Alles muschepupu, Alles larifari, Alles Warten.

Das soll ein dröger Artikel über dröge Befindlichkeiten werden.

Die Dröge ist nämlich am dritten Dauerregentag inzwischen so weit in mir, dass das dröge „Regenlied“ von Funny van Dannen in meinem Kopf auf Endlosschleife ist. Ab und an singe ich es auch durch die Wohnung: „Regen, Regen, auf allen Wegen, Reeeegen, Reeeegen, wir haben nichts dagegen, Reegen, daaaddaaaa blaaabllaaa nödel, nödel, dadel,dadel, düdüdüdeldüdel..“

Natürlich ist es ausgesprochen abgenudelt, über Wetterbefindlichkeiten zu schreiben, deswegen versuche ich auch auszuführen, dass es nicht das Wetter an sich ist, das mich stört, sondern was es bewirkt und was es verhindert, wie es  Pläne durchkreuzt und die Mitmenschen beeinflusst.

Dazu passt halbwegs ein anderes Regenlied, das schmissiger als das oben genannte ist:

In zusammenfassendem Rückblick auf die letzten Tage finde ich, dass ich ganz gut gegen die Drögheit gekämpft habe, aber heute morgen aufgegeben habe – in Anbetracht des vom Gewitter erzeugten Muschepupu-Lichtes beim Frühstücken.

Manchmal muss mensch die Phasen des fruchtlosen Wartens wohl einfach aushalten – und die Angst davor akzeptieren, dass es vielleicht so bald keine besseren Phasen geben könnte.


Die enttäuschtesten Phasen habe ich eigentlich eher, wenn Strahlewetter ist. Ich schau dann oft aus dem Fenster und bereue es doch irgendwie, nicht so gesellig und energetisch zu sein, wie es bestimmt da gerade Leute draußen machen – habe aber tatsächlich auch keinen Antrieb, mich z.B. in die Tram zu setzen und in die Innenstadt zu fahren.

Graues Wetter hingegen gibt mir die beruhigende Vorstellung, dass viele Andere auch bloß in der Bude hocken und ihre Freizeit-draußen-verbring-Pläne verwerfen.


— abstrakte Betrachtung Ende, Tagebuchverschnitt Anfang —


30.6.: eine Frau aus einer Kita ruft an und will wissen, ob wir den Platz in der Waldstadt nun zum 1.9. brauchen, oder ob sie die Person vom nächsten Listenplatz nehmen soll. Ich reagiere überfragt und kann die innere Panik nur mühsam durch einige hingestockte ähs und öhms überspielen, bis ich ihr in einem Anfall von Philanthropie und Optimismus sage, dass ich nicht genau zusagen könne und wenn die Person nach mir den dringend brauche, naja, dann wolle ich nicht im Weg stehen.

Hoffentlich war der Optimismus berechtigt und ich finde, wenn ich ihn benötigen sollte, wirklich einen Kita-Platz, der näher an der Wohnung liegt. Bis in die Waldstadt hätte es doch wieder 30min. pro Fahrt gebraucht.

Die Angst, entweder doch keine offizielle Beschäftigung zu finden (habe noch immer keine Einladung zur Vertragsunterzeichnung, was wenn die den Antrag nicht durchkriegen ?!) oder den BFD-Platz zu kriegen, aber dann keinen zeitlich passenden Kita-Platz, scheint mir nicht ganz unberechtigt.
1.7.: Keinen Grund gefunden, dem Kita-Sommerfest der großen Tochter fern zu bleiben. Also mit kleiner Tochter im Gepäck und leichter Übelkeit als Vorfreude den 45 min. Hinweg angetreten. Da an jenem Tag noch Sonnenschein war, konnte ein Theaterstück bewundert werden, dass in Anbetracht des Ortes durchaus künstlerisch und putzig war. Das Publikum, bestehend aus Lohas-Frauen und Kleinstkindern, kicherte und klatschte begeistert. Frau Panther grübelte derweil über die Moral des Märchens nach und wie sich der Vater, der den Wolf spielte, wohl fühlen mochte…

Danach verloren zwischen Müttern und Vätern gestanden, die im Gegensatz zu mir in der Nähe der Kita wohnen und / oder an der Uni sind, also sich einigermaßen kennen und beplaudern. Eine Stunde lang versucht, während des Bespielens der Attraktionen mit den Kindern souverän auszusehen, dann aufgegeben, Vater machen lassen und mit einem schwarzen Kaffee an die Brüstung gelehnt.
2.7.: Der Samstag, der von langer Hand mit Freunden und mit Freude geplant war, bis in Uhrzeitendetails. Es nieselt, das ist erstmal nicht so schlimm, wir gehen trotzdem einkaufen am Vormittag. Leider wird der Regen nach dem Mittag eher mehr als weniger, die Vorstellung, Nachmittag und Abend draußen zu verbringen, gewinnt immer mehr unvernünftige Züge. Mit Kleinkind aufm Arm trägt sich der Regenschirm schlecht, auch ist es zu windig für jenen. Wir verfügen auch nicht über wasserdichte Jacken und Schuhe wie die Freunde, die das Programm somit ohne uns durchziehen. Und abends dann zu erschöpft sind, um noch zu uns zu kommen. Dafür habe ich Verständnis, aber auch Neid. Ich sage mir dann immer, dass bestimmt so in 1 bis 5 Jahren ich auch mal wieder einen fetzigen, kinderlosen Samstag verbringen werde, aber so richtig glauben kann ich mir da nicht.

Abends trotzig 30 min. alleine durch den Regen gestapft, bis mir die Schuhe durchweichten. Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg der Lieblinsnachbarin über den Weg gelaufen, die ich so gern kennenlernen möchte, aber zu verklemmt dazu bin.
3.7. : Regen, Regen, auf allen Wegen, ich habe nichts dagegen, Regen, Regen.. wieder 30 min. nassregnen lassen, dann in der Wohnung eine Idee für eine gymnastische Übung bekommen und vorgenommen, diese jetzt täglich mehrfach zu machen, ist ganz simpel und schnell machbar und es zieht schnell in diversen Muckis, shaka!

Sich von Freunden und Verwandten auf Termine in den nächsten Wochen vertrösten gelassen.
Nur dank Cheats in der Untoten-Kampagne von „Heroes of might and magic IV“ weitergekommen.

Am Abend ein zeitig schlafendes Kind gehabt und beschlossen, mal wieder Arte im Fernsehen eine Chance zu geben. Erst nur über Unschlüssigkeiten im Film aufgeregt, später kapiert, dass alles nur die Einbildung einer Erotomanin war und nach Filmende darüber trübsinnig geworden.

4.7. : Die Motivationslosigkeit akzeptiert. Warten. Sehe ich da hinten nicht, wie es hell wird ?

über ein Slimealbum und eine Punkballade

1992 erschien das „Slime“-Album „Viva la muerte“, das wohl als untypisch für die Band gilt, weil es so unpolitisch und musikalisch anders sei. Eine Einschätzung, der ich nur zum Teil folgen kann, weil ich doch einige Systemkritiken raushöre – aber musikalisch gefällt es mir tatsächlich am besten, die klassischen Rotzpunk-Werke interessieren mich eher weniger.

In diesem Sinne nun eine weitere Folge „Anniefee-Nostalgie“ :

– das zum Sparten-Klassiker gewordene Lied „Haut zu Stein“ –

Hier der Text, manches versteht man ja doch nicht sofort:

An manchen Tagen singen Vögel völlig aus dem Ton
Und die Melodie schmerzt im Ohr!
Sie sangen falsch öfters schon
Doch diesmal ist es anders als die Male davor:

Plötzlicher Hagel am Mittag drosch ihnen in ihre Teller –
Er konnte sich nicht mehr rühr’n!
Angst ist wie eine Leiche im Keller:
Ohne Ort und Zeit
Und du vergisst, dass du sie vergessen hast!

Die Geliebte versinkt im Treibsand
Dort drüben, kannst du sie sehn?
Das schwarze Haar umfasst der tobende Wind!
Er bricht dein Wort, er trägt sie fort
Bruder, sprich, kann es sein?
Du versuchst zu gehn
Doch deine Haut wird Stein!
Haut wird Stein!

An manchen Tagen singen Vögel völlig aus dem Ton –
Irgendwie kennst du die Melodie:
Du hörtest sie davor, doch sie schmerzt dein Ohr!
Du vergisst Ort und Zeit
Und du vergisst, dass du sie vergessen hast!

Die Geliebte versinkt im Treibsand
Dort drüben, kannst du sie sehn?
Das schwarze Haar umfasst der tobende Wind!
Er bricht dein Wort, er trägt sie fort
Bruder, sprich, kann es sein?
Du versuchst zu gehn
Doch deine Haut wird Stein!
Haut wird Stein!

Die Geliebte versinkt im Treibsand ..

Angst und Sorge

weitere Folgen der Fortsetzungs-GraphicNovel um Angst findet man hier, bei dem Thüringer Zeichner Ulf Salzmann .

Mary and Max (Kinofilm)

Mir fällt dazu kein fetziger Aufmachertitel ein, aber bevor ich es heute nachmittag möglicherweise doch mal wieder ins Kino schaffe, wollte ich (quasi um damit abzuschließen) noch einige Worte über mein letztes Kinoerlebnis verlieren.

Es war im letzten September (vielleicht war es auch August, oder.. das tut ja nichts zur Sache). Ich hatte mir vorgenommen, nach dem klassischen Elternzeitschriftenratschlag zu handeln: „Geben Sie das Kind mal für ein paar Stunden ab und machen etwas für sich, danach haben Sie wieder frische Laune und Motivation.“  Zudem hatte ich in der Tageszeitung eine Rezension über „Mary & Max“ gelesen, die mir den Film als fabelhaftes, charmantes, witziges Märchen für Erwachsene nahebrachte. Ein australisches Knetfigurenabenteuer schien mir die ersehnte Abwechslung zu bieten.

Leider erwähnte die Rezension nicht die eigentliche Traurigkeit, die dem Film innewohnt. Ich fand mich darum im fast leeren Kinosaal wieder, und mein Kichern über den doch recht schwarzen Humor wurde von schwierigen Tränen-unterdrück-Momenten abgelöst.
Womöglich konnte ich mich etwas zu gut in den ein oder anderen Protagonisten hineinversetzen. Mary ist nämlich eine gemobbte Schülerin, die sich in den Nachbarjungen verliebt, mit einem Hahn anfreundet, aasige Eltern hat, keinen zum Spielen usw. und so fort. Eines Tages schreibt sie einen Brief an einen x-beliebigen Mann in Amerika – ohne so richtig zu wissen, wie es in Amerika ist. Zufällig ist der Adressat ein korpulenter Autist, der schon mehr Lebenserfahrung hat als Mary.
Der Film zeichnet die Leben der beiden anhand der Briefwechsel nach. Es gibt wirklich viele komische Situationen, aber letztendlich sah ich dem relativ offenen Ende mit gemischten Gefühlen entgegen.

Alles in allem ein aufwühlender Film und die falsche Wahl, wenn man (wie ich damals) nur auf der Suche nach Erheiterung ist. Wer jedoch nach etwas aussergewöhnlichem, tiefgründiger, aber dennoch leicht Erzähltem sucht, sollte diesem relativ unbekannten Film eine Chance geben.

Er ist auf DVD erhältlich. Nun noch ein Ausschnitt, weil ja Animationen mehr sagen, als 1000 Worte: