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Geben-und-Nehmen-Markt

Nippes loswerden

Am Samstag noch
einen Menschen glücklich gemacht,
der hielt ein Schaf
hoch und frug:
Wieviel

Und eine Dame
nahm meine Dampflok
und die Dame
von der Stadtverwaltung
die mit dem Schaf gefragt war:

Da können Sie mal sehen
wir hier im Osten!
Welches Glück, sagt der Schäfer:
in Heilbronn gibts nur Flohmarkt.

Der Jubiliäumsartikel..

.. ist in diesem Jahr eine Herausforderung. Ich habe nämlich keine Lust auf Verlinken, Taggen und Bildrecherche. Wenn schon im Alltag soviel Exaktheit verlangt ist, da möchte ich doch wenigstens auf meinem Privatvergnügenblog rumspinnen dürfen.

Also keine rassigen Rothaarigen suchen. Vielleicht mal Männchen präsentieren ? Man unkt ja, es gäbe da auch Exemplare mit adretten Nippeln. – Solcherlei Überlegungen stellte ich gestern auch an, als ich in der Tram saß, und auf göttliche Intervention wartete. Und tatsächlich, ein Fingerzeig materialisierte sich vor mir: Guck nach vorne, schrie er.

Mein Blick klebte daraufhin an der Frau fest, die mir gegenüber saß und auch wartete. Wartest du auch auf die Götter, wollte ich fragen, aber meine Lippen klebten so zusammen, wie mein Blick festklebte. 75D, rief die Wunderblume in mir; was für eine Bürde, rief das Mitleid aus mir. Runde Ausschnitte vergrößern die Brüste optisch, dachte ich mit dem Rest Ernsthaftigkeit, den ich noch hatte. Eine Frau soll ihre Vorzüge betonen, steht in den Magazinen.

Warum nur ?

Nicht mit der Tradition brechen !

Waaah, ich darf nicht meinen Bloggeburtstag vergessen, es ist der Zweite ! Die Tradition sieht vor, dass Fotos wie dieses gebracht werden, aber das ist erstmal nur der Reminder. Schließlich müssen es eigentlich rothaarige Mausis sein und hochaufgelöstere Bilder. Memo ! Memo ! Foto !

 

Aber immerhin das Kleid ist rot !

Egon und der Fuckyou-Finger

Eine kleine Geschichte nachträglich zum Valentinstag.
Vorsicht rüde Ausdrücke und schlimme Charaktere.
Nichts für Minderjährige.

Es war wieder ein Dienstag, als Egon im Zwiespalt war. Mit dem Bus wollte er zu Richard fahren, wie jeden Dienstag. Richard war ein Guter. Ja, ein guter, aufrichtiger Mensch. Nicht so wie die meisten, die Egon täglich sehen musste. „Alles Heuchler und Opportunisten !“, schimpfte Egon oft.
Heute jedoch war Egon mild gestimmt, er hatte ein gutes Buch gefunden. „Das ist mal ein aufrichtiges Buch, nicht so ein billiger Kram, der seinem Autor schnelles Geld bringen soll.“, fand Egon und das bewog ihn zu einem Grinsen. In einigen der dargebotenen Kurzgeschichten entdeckte sich Egon sogar wieder. Zum Beispiel „hier, der Videoladenverkäufer, das könnte ich sein. Wird von seiner Alten verlassen und weiß gar nicht warum. Hat doch alles richtig gemacht, der Typ. Sogar ihren Fick mit dem Nachbar toleriert. Undankbare Weiber.“

Dann kam der Bus, Egon musste eilig aufspringen, um noch reinzukommen, so sehr war er in seine Lektüre vertieft gewesen. Im Bus drin wählte Egon einen Vierersitz, er hatte gern viel Platz für seine Beine. An der nächsten Haltestelle stieg dann eine junge Frau ein, die in Egons Kopf „Sophie oder Marie“ hieß, „wie die ganzen verwöhnten Gören heutzutage.“
Egon mochte keine jungen Menschen denen „alles in den Arsch geschoben wurde“, denen „Mami und Papi immer alles recht gemacht hatten“. Aber die Sophie sah er trotzdem länger an. Es war eine Hübsche. Eine von diesen Rothaarigen, bei denen Egons Puls schneller schlug. Sie hatte sich für ihren Gymnasialtag zurecht gemacht und Egon konnte kein optisches Manko entdecken. „Eins muss man der Jugend lassen“, dachte Egon, „die kennen sich mit dem Aufhübschen aus.“

Wortlos setzte sich die Rothaarige auf den Platz gegenüber von Egon und er zog irritiert seine Beine ein. „Hätte wenigstens mal freundlich lächeln können, die Schnepfe.“ – Egon fühlte sich eingequetscht. Aber er sagte nichts und fuhr fort, Sophie zu studieren.
Durchgestufte kirschrote Haare mit aufwendigem Seitenscheitel. Perfekt aufgetragene Wimperntusche. Bescheiden-verspielter Kleidungsstil. Eine seltsam biedere Tasche, wie sie eher zu gesetzen Milliardärsgattinnen gepasst hättte. Auf der Tasche ein Aufnäher. „Ach was, sicher nur aufgebügelt, die kann doch bestimmt keine zwei Stiche nähen.“ frotzelte Egon. Er wollte mit diesem Gedanken die andere Stimme in seinem Kopf übertönen, die monoton sagte: „Finger. Fickfinger. Mittelfinger. Fuck you -Finger.“

Auf der Tasche war ein fast lebensgroßer ausgestreckter Mittelfinger zu sehen. Was hat sich Sophie-Marie dabei gedacht ? Ist er aufgebügelt oder hat sie ihre Mutter gebeten, ihn anzunähen ?
Egon denkt mit seiner lauteren Stimme:„Die will wohl ganz unabhängig sein. Ganz wild wirken. Lächerlich. Hör mal, wie sie nun schnattert mit der blonden Tussi da.“
Eine Mitschülerin hatte sich neben die Rothaarige gesetzt. Eine Gymnasiastin mit blondierter Hochsteckfrisur und gemusterter Strumpfhose. Egon wurde ein wenig übel im Belauschen der belanglosen Gespräche. Die leisere Stimme in ihm sagte – und dabei zischelte sie merkwürdig-: „Fickfinger. Arschloch. Gib’s ihr. Durchbohr sie.“
Egon sah bildlich vor sich, wie Sophie ihm ihren kleinen Arsch hinhielt und er seinen Finger …
Da, hektisch, standen beide Gymnasiastinnen auf. Egon schob den rechten Fuss vor.
Die Rothaarige fiel der Länge nach hin. Die biedere Tasche mit dem Fingerbild rutschte nach hinten. Die Leute guckten. Ein ausgestreckter Mittelfinger auf dem Po einer Hingestolperten.

die Meinung der Miesepetra: „Die Kleinmädchenfarbe hat in einer Fickschnulze nix verloren“

Kürzlich hatte ich eine nähere Beschreibung eines „rosa Buches“ angekündigt. Damals hatte ich auch schon ein Foto vom Buchcover gemacht – und in der Zwischenzeit war ich auch fleißig, denn ich wollte unbedingt die Unterschiede zwischen Pia und Rosa herausarbeiten.

Das alles abzutippen ist mir nun aber doch zu anstrengend und zeitaufwändig. Vernünftige Texter kondensieren ja auch. Das sollte ich langsam mal üben ! Qualität statt Quantität !



An jedem Kapitelanfang des Romanes „Unanständig“ von „Rosa Sophie Mai“ steht ein Zitat von Größen wie Henry Miller oder Oscar Wilde. Falls dies die Geschichte, die im Wesentlichen im aktuellen Berlin spielt, in einen größeren Kontext setzen soll, so ist es zumindest ein netter Versuch, an die Tradition grandioser Hedonisten anzuknüpfen.
Letztendlich handelt es sich aber um die Geschichte einer jungen Frau, derer Prinzessinnentraum wahrgeworden ist.
Was mich aufgrund des häufigen Vorkommens des Wortes „pink“ und der gelegentlichen Zitation von Popsongs abschreckt, kann ja für viele andere LeserInnen dennoch eine Offenbarung sein. Der Mensch ist schließlich so gestrickt, dass er Bücher umso mehr mag, desto mehr Identifikationsfläche ihm die Hauptprotagonistin bietet.
Die Vermarktung des Buches ist auf jeden Fall modern und geschickt. Man gebe zum Beweis nur einmal Autorin und Titel in eine Suchmaschine ein. Dabei wird man auch feststellen, dass die Autorin tatsächlich die Mausi vom Coverbild ist. Sie vermarktet also ihre ganze Person, was bemerkenswert (aber topaktuell) ist..
Die Geschichte ist womöglich ein rotes Tuch für Hardcorefeministinnen, ist doch die Emanzipation der Protagonistin nur vorgeblich. Madame lebt ihren freien Willen aus, aber sie muss sich rechtfertigen („meine Beziehung war so einengend, ich habe solange stillgehalten, dass ich jetzt mit gutem Gewissen wild vögeln kann“), bekommt den Umzug von Papa finanziert und die Wohnung dank des Flirts mit dem Makler. Die Frau ist die Reagierende, die, die für schickes Aussehen alles ausgegeben bekommt. Die Niedliche, die Schutzbedürftige. Die Anbiedernde, die Ausnutzende.
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Schillersches Kicherelysium

Einmal in 2005 wollte ich nach einer harten Vorgabe dichten, man sollte Schillersche Wortschnippsel wiederverwerten, laut Wettbewerbsausschreibung. Auch sollte es sich reimen, wenigstens hatte ich das beschlossen.
Herausgekommen ist ein Beispiel für „im Ursprung schöne Idee, in der Umsetzung zu verkrampft geworden“.

Himmlische, Deine heiße Hand

muss in mein feuertrunken Heiligtum

Dein Kuss, deine Zauber, das Elysium:

Von der Erden Götterfunken umschlungen,

Tochter aus Freude sei besungen.

Bunte Launen dank Vorfreuden

Dieser Juli war viermal so regenreich wie der „normale brandenburger Juli“, das stand am Sonnabend in der Zeitung. Dieser Umstand hatte einige Planungen ins Wasser fallen lassen und viele, eigentlich angedachte, klassische Sommerszenen nicht eintreten lassen, von deren Stattfinden die Pantherin sich in den Monaten zuvor schöne Momente, gute Laune, helle Fotos, Lachen und Vergnüglichkeiten erwartet hatte.

Zwar ein großer Herbstfan, konnte die P. sich nicht so recht an dem vorgezogenen Herbst erfreuen, was freilich auch an den erschwerenden objektiven Lebensumständen lag. Viel Vergangenheitszentriertes und Muschepupuiges wurde darum geschrieben.

Aber in den letzten Julitagen zog die Pantherin dann alle Register und hatte nach und nach alles eingefädelt, was sie auch Mitmenschen mit leichten Depressionen stets empfiehlt – man muss handeln, solange man geradenoch in der Lage dazu ist, wenn man völlig tristbetäubt ist, ist es schließlich zu spät – und so ist sie jetzt in der frohen Lage, die volle Vorfreude auskosten zu können.

Zwar hat diese Freude einige Tage gebraucht, um sich ausreichend zu entfalten, zwar ist sie ein fragiles Gebilde, doch wird das hier Aufschreiben die Freude verstärken, weil ja in der Wiederholung die Kraft liegt und geteilte Freude doppelte Freude sein soll..

Darum der letzte Artikel, der schon zwei schicke Dinge beinhaltete, zu denen mensch sich erstmal aufraffen musste – es ist ein dickes Buch und ein aufwendiger Kuchen (gewesen) – , darum sollen in den nächsten Artikeln weitere (vor)freudige Sachen behandelt werden.

Ich bin einigermaßen wild entschlossen. Mal sehen, wie weit ich komme.