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hedonistischer Imperativ

Das sagt sie aber schön, die Frau von Schirach. Das Buch war vor einigen Jahren ein Bestseller, und das liegt, denke ich, auch an der Sprachgewandtheit, na und am Philosophischen, das heiter kredenzt wird.

Und deshalb schätzte ich den November eigentlich immer. Weil der hedonistische Imperativ ein wenig außer Kraft gesetzt ist. Wahrscheinlich nur als großes Luftholen für den Dezember, dessen Üppigkeit sich hierzulande keiner entziehen kann, wage ich zu behaupten. Aber trotzdem. Nochmal kurz innehalten, bevor vier Wochen Glühweinrausch und geselliges Kuchenfressen beginnen.

hedonistischer ImperativSeite 168 in „Der Tanz um die Lust“

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Drinnen ist es kälter als draußen

(sowohl physisch als auch psychisch)

Das Haus ist gut gedämmt,

es weicht kaum Kälte nach außen.

Man müsste eigentlich die Jacke anbehalten,

wäre man nicht so ins Schwitzen geraten auf dem Hinweg.

 

So sitzt man vor dem Fenster, schaut auf die Herbstsonne

und friert. Überhaupt, wie sähe das denn aus, so mit Jacke im Zimmer ?

Man kann zittern und bibbern, die Kälte geht nicht weg.  Man sollte singen

und hüpfen, wie Andere. Denn im Lockeren liegt die Wärme, die die Anderen erfüllt.

Zwischengedanke (wegen Watte im Kopf)

Steige durch deine Wolken –

Da ist die Weite,

Sie sagt: leere deine Leere

Denk nicht nichts,

denk auch nicht nicht

Sei wieder fühlend, denke in Wolken.

Dann kommen auch die Kobolde

alleine zu dir.

Herbstanfangssingen

Schon im letzten Jahr sammelte ich einige Herbstlieder.
Platz 2 und 3 von jenem Artikel sind noch immer prächtig. Zu Platz 1 gibt es endlich ein Video ! JA ! Warten lohnt, Wandel belohnt !

Und neu, im Laufe des letzten Jahres hat sich mir dieses Lied erschlossen, da geht es (etwas) fetziger zu:

Bunte Launen dank Vorfreuden

Dieser Juli war viermal so regenreich wie der „normale brandenburger Juli“, das stand am Sonnabend in der Zeitung. Dieser Umstand hatte einige Planungen ins Wasser fallen lassen und viele, eigentlich angedachte, klassische Sommerszenen nicht eintreten lassen, von deren Stattfinden die Pantherin sich in den Monaten zuvor schöne Momente, gute Laune, helle Fotos, Lachen und Vergnüglichkeiten erwartet hatte.

Zwar ein großer Herbstfan, konnte die P. sich nicht so recht an dem vorgezogenen Herbst erfreuen, was freilich auch an den erschwerenden objektiven Lebensumständen lag. Viel Vergangenheitszentriertes und Muschepupuiges wurde darum geschrieben.

Aber in den letzten Julitagen zog die Pantherin dann alle Register und hatte nach und nach alles eingefädelt, was sie auch Mitmenschen mit leichten Depressionen stets empfiehlt – man muss handeln, solange man geradenoch in der Lage dazu ist, wenn man völlig tristbetäubt ist, ist es schließlich zu spät – und so ist sie jetzt in der frohen Lage, die volle Vorfreude auskosten zu können.

Zwar hat diese Freude einige Tage gebraucht, um sich ausreichend zu entfalten, zwar ist sie ein fragiles Gebilde, doch wird das hier Aufschreiben die Freude verstärken, weil ja in der Wiederholung die Kraft liegt und geteilte Freude doppelte Freude sein soll..

Darum der letzte Artikel, der schon zwei schicke Dinge beinhaltete, zu denen mensch sich erstmal aufraffen musste – es ist ein dickes Buch und ein aufwendiger Kuchen (gewesen) – , darum sollen in den nächsten Artikeln weitere (vor)freudige Sachen behandelt werden.

Ich bin einigermaßen wild entschlossen. Mal sehen, wie weit ich komme.

Das Hundekot-Diktat und Ideen dagegen

Hier und heute lasse ich mich endlich über ein Thema aus, das mir schon lange am Herzen liegt, pardon: am Schuh klebt.

Die wurstigen Exkremente waschechter Wursthunde

Jaja, das Thema ist ein wenig abgedroschen und so viele haben sich schon darüber aufgeregt, aber ich muss es auch nochmal tun, denn :
ich lasse mir nur ungern meine Lebenswege von den Ausscheidungen der fleischfressenden Schoßtierchen fauler oder inkompetenter Mitmenschen vorschreiben ! Da es sich also um ein freiheitliches Anliegen handelt, ist mein Ansinnen keineswegs bieder oder spießig. 

Ich fordere:
DNA-Erfassung jedes Hundes gleichzeitig bei der Steueranmeldung

In manchen Städten steht bereits eine Bußgeldstrafe auf das Kotliegenlassen, aber was nützt das, wenn der Zeuge weder Kot noch Besitzer einwandfrei identifizieren kann ?

Manchmal war ich kurz davor, Leute mit just kackenden Hunden anzuraunzen, aber würden die mir ihren Pass zeigen, damit ich sie anzeigen kann ? Wohl kaum. Die sagen dann vielleicht eher: „Fass, Hassan!“

– wenn nun jeder Hund genetisch erfasst wäre, könnte ich mit einer gewissen Befriedigung die Scheiße aus meinem (oder eines Kindes) Schuhsohlenprofil kratzen, in ein Beutelchen rein und ab damit ans Ordnungsamt !

Kurze Recherche zur Hundesteuer: Sie soll von der Luxussteuer des 19.Jhd. abstammen und die externen Kosten abfangen, die der Stadt durch Hunde entstehen. Sie gilt nicht als Erkaufen der Scheißerlaubnis, wie manche Herrchen denken. Die Stadt reinigt ja nicht jeden Haufen weg. Und sich als Hundehalter im Recht zu fühlen, weil der eigene Köter ja „nur auf Wiesen kackt“  ist falsch.

Meines Wissens besitzt eine Gemeinde doch Grünflächen (Wiesen, Gebüsch, aber auch Rabatten), damit die Bewohner sie zum Gucken und Spazieren nutzen können, nicht damit Luxustierchenhalter keine Entsorgung der stinkenden Batzen selbst vornehmen müssen.

Es pisst mich an (ja, in der fäkalen wütigen Sprache bleiben):

  • dass ich mich nicht unbefangen auf die Wiese vorm Haus setzen kann
  • dass ich im Herbst nicht durch Blätter rascheln kann, ohne alle Schuhe kontrollieren zu müssen
  • dass ich so manche schönen Altstadtbauten kaum anschauen kann, weil ich vor meine Füsse gucken muss
  • dass die Kinder nicht ungezwungen Laufen lernen und die Natur kennenlernen können, weil ständig die Betreuungsperson die Schrittroute korrigieren muss („Geh nicht in die Scheiße!“)
  • dass der Mensch anscheinend verpflichtet ist, auf asphaltierten Wegen zu bleiben, damit Wuffi auf allen anderen Flächen abseits ungeniert abkacken kann
  • man sich vielen Bäumen nur unter äußerster Vorsicht nähern kann
  • dass Fussballspielen, Fangen, Bäumchen-Wechsle-Dich, Verstecken usw. nur noch auf sterilen Flächen, die z.B. abgezäunt sind, möglich ist
  • dass selbst auf offiziellen Spielplätzen oft eine ausgiebige Inspektion vor der Nutzung nötig ist

Zusammenfassend:  es wird mächtig geschimpft, gerade von älteren Bürgern, dass junge Mensche so naturfern, stubenhockerisch sind, nur noch Events und Indoorspielplätze besuchen, vorm PC hocken usw.

-aber kann mensch es verdenken, dass „die Jungen, agilen“ lieber vorm sauberen Bildschirm sitzen statt einen potenziell scheißeverschmierten Fussball ins Gesicht zu kriegen, beim Benutzen von Spielgeräten in bekackten Sand zu fallen, beim Verstecken im Gebüsch mit 2 Tonnen Scheiße unterm Schuh gefunden zu werden… beim Steinesammeln, Blättersammeln, Kastanienfinden auch stets 10 „Häufchen“ zu finden ?

Mein Aha-Erlebnis:

ich wagte es eines Tages doch mal, mich auf eine innerstädtische Wiese zu setzen und das Kleinkind im Überschaubaren Bereich laufen zu lassen (kein Hund oder Fahrzeug in Sicht), es kommt zurück und bringt mit: einen getrockneten Hundehaufen. Ich überlegte dann kurz, die nächst vollgekackte Windel im Busch zu deponieren, auf dass ein Hund sie apportiere.

Vor dem Hintergrund bekomme ich sogar ein wenig Verständnis für die Eltern, die ihre Kleinkinder auch auf kurzen Strecken sofort und gnadenlos in den Buggy packen. Vielleicht wollen die einfach nur vermeiden, dass kurze unachtsame Augenblicke zu Kinder mit kotstinkenden Händen führen ?

Über den Urin rege ich mich noch nicht mal auf, ich bin also moderat 😉

Ansonsten:

nee, tut mir leid, wer kein Tütchen bedienen kann, darf eben keinen Hund halten. Oder muss einige Bußgelder einplanen. Für Behinderte, Alte etc. könnte doch sicher was entworfen werden, damit die auch ohne Bücken an die Häufchen kommen. Was am Stab oder ein Sauger mit langem Rohr.

p.s.: Der Mensch (zumal der weibliche) muss meist 30 bis 150 Cent berappen, um einmal pullern zu dürfen. Der Hund legt einfach so los.

Ist das nun umgekehrter Spezifismus ?

Welches sind die drögsten Monate ?

Auch zur vorliegenden Frage ist mir einer meiner Allzeit-Ohrwürmer eingefallen:

hier heißt es ja:

„.. Januar Februar
März April Mai
Juni Juli
August September
Und gleich dreimal Oktober …“

>dem möchte ich mich inhaltlich aber nicht anschließen, die für mich drögsten Monate sind:

Januar, Februar und März

Im Oktober gibt es wenigstens goldene Blätter, auch kann frau noch lustige Strumpfhosen tragen ohne zu erfrieren. Das geht seit dieser Woche nicht mehr.

Im November ist Laternenfest und es sind allerlei Dezember-Vorbereitungen zu treffen.  Aber was kommt nach Neujahr:

Nüscht. Eine große, graue Leere. Ächz.

Mensch müsste schon Lichtmess oder Karneval feiern oder holländische Zuchtosterglocken kaufen, um eine solche Leere zu füllen…

Leider ist mir das alles nichts. Puuuhh..

Da bleibt nur DoomMetal hören. Ja, das nehm ich mir vor.