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Sonntäglicher Eskapismus, historizierend

Gestern befand sich die Pantherin von kurz nach Mittag bis kurz vor der Nacht in der Innenstadt. Unter Leuten, sozusagen. Dort gab es laute Musik, die überwiegend krachig war, veganes Essen, gutes Wetter, eine ausgerollte Echtgraswiese vor der Hüpfburg.. kurzum, geballte Modernität und Eindrücklichkeit. Folglich brauchte die Pantherin einige Stunden und einige Biere, um von der unsicheren Anspannung abzufallen, was sich zwar gelohnt hat, aber dazu führte, dass heute ein Ausgleich her muss.


Nach langen Überlegen entschied sie sich für folgende Biedermeierlichkeiten: (obwohl, gilt das noch als B.?)

Fröhlich – belangloser Geschichtenerzähler-Reenactment-Metal der Gruppe Oedroerir, schwülstige Hohoooohoooo-Gesänge und getragene Riffs inklusive. Genau das Richtige, um auf die Leere jetztzeitlicher [Köpfe, Menschen, Möglichkeiten]  zu scheißen.

Dazu in aller Ruhe nach schwarz-weißen Postkarten suchen.. ob mir eine interessante begegnet ? Oder ob die verstorbenen Verwandten auch nur lahme Grüße versendeten ?!

Alles muschepupu, Alles larifari, Alles Warten.

Das soll ein dröger Artikel über dröge Befindlichkeiten werden.

Die Dröge ist nämlich am dritten Dauerregentag inzwischen so weit in mir, dass das dröge „Regenlied“ von Funny van Dannen in meinem Kopf auf Endlosschleife ist. Ab und an singe ich es auch durch die Wohnung: „Regen, Regen, auf allen Wegen, Reeeegen, Reeeegen, wir haben nichts dagegen, Reegen, daaaddaaaa blaaabllaaa nödel, nödel, dadel,dadel, düdüdüdeldüdel..“

Natürlich ist es ausgesprochen abgenudelt, über Wetterbefindlichkeiten zu schreiben, deswegen versuche ich auch auszuführen, dass es nicht das Wetter an sich ist, das mich stört, sondern was es bewirkt und was es verhindert, wie es  Pläne durchkreuzt und die Mitmenschen beeinflusst.

Dazu passt halbwegs ein anderes Regenlied, das schmissiger als das oben genannte ist:

In zusammenfassendem Rückblick auf die letzten Tage finde ich, dass ich ganz gut gegen die Drögheit gekämpft habe, aber heute morgen aufgegeben habe – in Anbetracht des vom Gewitter erzeugten Muschepupu-Lichtes beim Frühstücken.

Manchmal muss mensch die Phasen des fruchtlosen Wartens wohl einfach aushalten – und die Angst davor akzeptieren, dass es vielleicht so bald keine besseren Phasen geben könnte.


Die enttäuschtesten Phasen habe ich eigentlich eher, wenn Strahlewetter ist. Ich schau dann oft aus dem Fenster und bereue es doch irgendwie, nicht so gesellig und energetisch zu sein, wie es bestimmt da gerade Leute draußen machen – habe aber tatsächlich auch keinen Antrieb, mich z.B. in die Tram zu setzen und in die Innenstadt zu fahren.

Graues Wetter hingegen gibt mir die beruhigende Vorstellung, dass viele Andere auch bloß in der Bude hocken und ihre Freizeit-draußen-verbring-Pläne verwerfen.


— abstrakte Betrachtung Ende, Tagebuchverschnitt Anfang —


30.6.: eine Frau aus einer Kita ruft an und will wissen, ob wir den Platz in der Waldstadt nun zum 1.9. brauchen, oder ob sie die Person vom nächsten Listenplatz nehmen soll. Ich reagiere überfragt und kann die innere Panik nur mühsam durch einige hingestockte ähs und öhms überspielen, bis ich ihr in einem Anfall von Philanthropie und Optimismus sage, dass ich nicht genau zusagen könne und wenn die Person nach mir den dringend brauche, naja, dann wolle ich nicht im Weg stehen.

Hoffentlich war der Optimismus berechtigt und ich finde, wenn ich ihn benötigen sollte, wirklich einen Kita-Platz, der näher an der Wohnung liegt. Bis in die Waldstadt hätte es doch wieder 30min. pro Fahrt gebraucht.

Die Angst, entweder doch keine offizielle Beschäftigung zu finden (habe noch immer keine Einladung zur Vertragsunterzeichnung, was wenn die den Antrag nicht durchkriegen ?!) oder den BFD-Platz zu kriegen, aber dann keinen zeitlich passenden Kita-Platz, scheint mir nicht ganz unberechtigt.
1.7.: Keinen Grund gefunden, dem Kita-Sommerfest der großen Tochter fern zu bleiben. Also mit kleiner Tochter im Gepäck und leichter Übelkeit als Vorfreude den 45 min. Hinweg angetreten. Da an jenem Tag noch Sonnenschein war, konnte ein Theaterstück bewundert werden, dass in Anbetracht des Ortes durchaus künstlerisch und putzig war. Das Publikum, bestehend aus Lohas-Frauen und Kleinstkindern, kicherte und klatschte begeistert. Frau Panther grübelte derweil über die Moral des Märchens nach und wie sich der Vater, der den Wolf spielte, wohl fühlen mochte…

Danach verloren zwischen Müttern und Vätern gestanden, die im Gegensatz zu mir in der Nähe der Kita wohnen und / oder an der Uni sind, also sich einigermaßen kennen und beplaudern. Eine Stunde lang versucht, während des Bespielens der Attraktionen mit den Kindern souverän auszusehen, dann aufgegeben, Vater machen lassen und mit einem schwarzen Kaffee an die Brüstung gelehnt.
2.7.: Der Samstag, der von langer Hand mit Freunden und mit Freude geplant war, bis in Uhrzeitendetails. Es nieselt, das ist erstmal nicht so schlimm, wir gehen trotzdem einkaufen am Vormittag. Leider wird der Regen nach dem Mittag eher mehr als weniger, die Vorstellung, Nachmittag und Abend draußen zu verbringen, gewinnt immer mehr unvernünftige Züge. Mit Kleinkind aufm Arm trägt sich der Regenschirm schlecht, auch ist es zu windig für jenen. Wir verfügen auch nicht über wasserdichte Jacken und Schuhe wie die Freunde, die das Programm somit ohne uns durchziehen. Und abends dann zu erschöpft sind, um noch zu uns zu kommen. Dafür habe ich Verständnis, aber auch Neid. Ich sage mir dann immer, dass bestimmt so in 1 bis 5 Jahren ich auch mal wieder einen fetzigen, kinderlosen Samstag verbringen werde, aber so richtig glauben kann ich mir da nicht.

Abends trotzig 30 min. alleine durch den Regen gestapft, bis mir die Schuhe durchweichten. Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg der Lieblinsnachbarin über den Weg gelaufen, die ich so gern kennenlernen möchte, aber zu verklemmt dazu bin.
3.7. : Regen, Regen, auf allen Wegen, ich habe nichts dagegen, Regen, Regen.. wieder 30 min. nassregnen lassen, dann in der Wohnung eine Idee für eine gymnastische Übung bekommen und vorgenommen, diese jetzt täglich mehrfach zu machen, ist ganz simpel und schnell machbar und es zieht schnell in diversen Muckis, shaka!

Sich von Freunden und Verwandten auf Termine in den nächsten Wochen vertrösten gelassen.
Nur dank Cheats in der Untoten-Kampagne von „Heroes of might and magic IV“ weitergekommen.

Am Abend ein zeitig schlafendes Kind gehabt und beschlossen, mal wieder Arte im Fernsehen eine Chance zu geben. Erst nur über Unschlüssigkeiten im Film aufgeregt, später kapiert, dass alles nur die Einbildung einer Erotomanin war und nach Filmende darüber trübsinnig geworden.

4.7. : Die Motivationslosigkeit akzeptiert. Warten. Sehe ich da hinten nicht, wie es hell wird ?

Amygdala-Akercocke-Assoziation

Ein Spitzen-Song, ja und das Gemälde mag ich auch.
Circa alle 90 Sekunden blendet sich im Video eine andere Malstufe ein.
Ich möchte eigentlich nicht zu viel verraten, nur soviel:
nach den ersten, etwas zähen anderthalb Minuten wird das Lied weltraumiger, neudeutsch „abgespaced“. Darum zur Not vorspulen, auch die Growls werden mit der Zeit weniger ^^

(und im Vollbildmodus wird das Ganze düsterer. Das ist der Youtube-Knopf mit den vier Pfeilen unten rechts. Höhere Lautstärke versprüht zudem mehr gute Laune)

fer Frühling feiert

Mit dieser krampfigen Alliteration möchte ich meine letzten 3 Wochen beschreiben.  Ich war nämlich so gesellig und „outdoor-aktiv“ wie schon lang nicht mehr, in den vergangenen 6 Jahren. Es gab Geburtstage, Ostern, den Kurzzeitjob, es ist wieder Reisezeit und die Zeit der städtischen Festivitäten.

Das alles motivierte mich so weit, dass ich eben gar ein nahezu ungezwungenes Telefonat mit einer Unbekannten führte – ein Wahnsinnsgefühl, was müssen nicht soziophobe Menschen für ein schönes Leben führen – das alles führt aber auch dazu, dass sich ein Rattenschwanz von unerledigten, wenn auch meist selbst auferlegten, Computer- und Schreibaufgaben ansammelt.

Hier als April-Erinnerung ein Photo des offiziellen gewesenen Annie-Osterstraußes:

tulpen mit hase
man beachte den putzigen Hefehasen, den ich vor der Speckitonne rettete.

Passend zu Ostern habe ich mir dieses charmante Buch gekauft:
Es ist für Atheisten quasi das, was „Warum wir kein Tiere essen“ von Ruby Rothfür Vegetarier ist. Meine Kinder sind aber noch zu klein, als dass ich über Reaktionen berichten könnte.

und als April-Ohrwurm habe ich erkoren:
Foyer des Arts- Schleichwege zum Christentum  , ein sehr charmanter und eingängiger Song, von dem ich bis eben gar nicht glauben konnte, dass er schon über 20 Jahre alt ist. Aufgrund dessen finde ich kein Video im Netz. Informationen über die Band aber z.b. hier