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„Komm erste ma an, Ronny!“

Die ganze Woche prokastriniert. Immer gedacht: ich mach es, wenn ich vorher mal lachen konnte. Leider amüsierte mich einfach nichts, also blieb nur die Verschnarchheit. Heute dann war ich so verzweifelt, einem Humortipp nachzugehen, der über Dritte zu mir gelangte. Es handelt sich angeblich um eine Metalband aus dem Mansfelder Land, aber offenbar machen die Typen nicht nur Musik, sondern überhaupt Comedyzeug. Ist nicht neu, die Idee, aber manchmal doch ganz gut, das Dialekt-Synchroniseren.
Minute 1 ist drög, aber nach dem Vorspann, doch ja.. ich musste mitunter grinsen.

Verreisen : ja, aber..

Wieder so ein Jammer-Artikel, so ein Tagebuchverschnitt. Aber das muss auch wieder sein. Weil nämlich…

… eine Reise geplant ist. Für in zehn Tagen schon. Eine Reise, der ich einfach nichts abgewinnen kann. Nicht Positives zum Vorfreuen jedenfalls. Stattdessen Vorauspanik,  ja toll.

Zwar habe ich seit knapp drei Wochen große Lust aufs Verreisen, regelrechtes Fernweh … aber  es sollte schon eine angenehme Reise sein. Jaha, auch noch Ansprüche, die Dame !

Anstehen tut allerdings eine Reise in die platte Ebene, in ein Dorf, zu einem runden Geburtstag, zu selten gesehenen bis völlig unbekannten Leuten, auf ein Bauerngehöft..  dank der mitreisenden Kinder wird es auch nicht möglich sein, die Zugfahrt zu genießen (nein, eher zwei Stunden auf und ab Laufen, von Fremden angegrinst)  oder gediegen Bücher zu lesen oder rustikale Hausmannskost in Ruhe zu speisen.

Alles passé dann ! Bereits jetzt vermisse ich meine heimischen Möglichkeiten und bekomme Magendrücken in Vorstellung der Geburtstagsfeier und all der hippen Provinzmenschen.. Sich durch die Alkoholika picheln ist auch keine echte Lösung, denn jemand muss ja achten, dass die Jüngste nicht in den Karpfenteich rennt, jemand muss auf das Babyphon achten, das ich extra ersteigerte.

Ich war immer eine Feindin der elektronischen Kinderüberwachung, aber tagelang auf dem Gehöft ab 20 Uhr einsam im Raum vor dem Raum mit den schlafenden Kindern zu hocken, während alle anderen Menschen 3 Zimmer und 3 Stufen weiter vor Bildschirmen hocken, muss ich mir dieses Jahr nicht wieder antun.

Mit Menschen, die mir seltsam oberflächlich erscheinen und deren Freundlichkeit oft aufgesetzt wirkt, fernzusehen ist dann auch nicht der Hit, aber es gibt dort auch einen internetfähigen Rechner, juhu.

Nun ist ein Computer aber kein Grund zum Verreisen, womit wir wieder beim Anfang wären: wo ist die Motivation ?

schwarz-weiße Postkarten 1: Idylle und Verklärung

Teil 1 meiner kleinen, unprofessionellen Ansichtskarten-Edition knüpft da an, wo der vorherige Artikel aufhörte, beim zeitlichen Zurückblick auf vermeintlich unkompliziertere Leben.

Bauernhaus in der Dübener Heide

Diese Karte ist nur als Andenken gekauft worden, also unverschickt („ungelaufen“). Man sieht jede Menge Angestellte und Bewohner, weil ja das Landleben viele Leute brauchte, einen Farbeimer, einen Hund oder eine Decke (unten rechts), sowie einen Jugendlichen, der fröhlich ein Gewehr hält. Nun bedauere ich es, keine vertieften volkskundlichen Kenntnisse zu haben.

Darum zu etwas propagandistisch Durchschaubarerem :

Diese Karte ist eine Art Benefizveranstaltung, wie es das heute noch gibt („kauf einen Kasten Krombacher und 2 Cent gehen an den Regenwald“), denn sie war „zum Besten der Kriegskinderspende deutscher Frauen“ und zeigt die „Kronprinzessin Cecilie“. Damals gekauft für 10 Pfennige, wobei mindestens 7 Pfennig, laut Rückaufdruck, für den „Rheinischen Kriegskinder-Spendentag Oktober 1916“ verwendet wurden. Möglicherweise war die Käuferin vom Motiv angetan oder wollte nur die Spende machen, jedenfalls ist auch diese Karte ungelaufen.

Oberhof. Waldkaffee Untere Schweizerhütte. Touristenheim der Leipziger Verkehrsbetriebe

Deshalb als letztes noch eine gelaufene Karte. Sie ist wesentlich später gedruckt worden, nämlich 1955, aber auch sehr idyllisch. Absender war ein Herr mittleren Alters, der an Frau und Kinder schreibt, die nämlich zu Hause bleiben mussten. „Meine liebe E. , Von einem sehr schönen Nachmittags-Ausflug nach umstehender Hütte mit einem Kollegen aus dem Eisenbahnerheim, welchen ich schon in Bitterfeld im Zuge kennenlernte, sende ich Euch herzl. Grüße ! Der Kollege ist etwas älter, aber sonst gut zu mir passend. Heute habe ich, ohne Antwort von Dir abzuwarten, 6 DM an Dich abgesandt. […]“

Erwähnte ich schon meine nahezu morbide Faszination für Schriftstücke Verstorbener ? Und wie mich die Vorstellung begeistert, in einer telephonlosen Welt zu leben ?

Mit der Dorfjugend in der Trancedisco

Eine Episode aus der Zeit, in der die Pantherin sich noch als violette Ratte begriff.
Aber auch eine Episode, die Menschen, die in Mittel- oder Großstädten groß geworden sind, zeigt, „wie gut sie’s hatten“.

Das folgende Lied war recht populär, als die Pantherin jugendlich war.

Um im Bilde zu bleiben, sollte man besser vom „folgenden Track“ sprechen.

Es ist der einzige spezifische..äh.. Track, den die P. aus langen Diskonächten

mit in die Erinnerung genommen hat.,

zum Einen weil es doch ein relativer Ohrwurm ist,

zum Anderen, weil die P. darauf zwei, dreimal abzappelte –

Tanzen kann man das nicht nennen

und es geschah aus Notwehr, wie ich im Anschluß erläutern möchte.

Die damalige Rättin musste wohl viele Stunden in nebligen Kleinstadt-Diskotheken zugebracht haben, v.a. in einem Gewerbegebiet der bescheidenen Stadt Bad Düben, wo eine Großraumdisko mit zwei „Floors“ an den Stadtrand geklatscht wurden war, die von Fifty-Fifty-Taxen und vollgepropften Autos mit 18-jährigen Fahrern behende frequentiert wurde. Jene Fahrer nahmen 14- bis 18-jährige Mädchen aus dem dörflichen Umland mit, weil sie in eine sich verguckt hatten und dann deren Freundinnen mitnehmen mussten 😉

Die damalige R. muss es auf diese Weise auch in andere Diskotheken verschlagen haben, allerdings kann sie sich nicht an die Orte und Namen erinnern, das scheint in Alkohol und wichtigeren Daten untergegangen sein.

Zu dieser Zeit könnte es auch geschehen sein, dass die jetzige P. sich einen gewissen Opportunismus angeeignet hat. Man darf sich vorstellen, da sitzt dieses Mädchen aus kulturinteressierter, halbwegs gebildeter Kinderstube nun mit 14, 15 in einem Dorf, das als Wochenendgestaltung Landwirtschaft, Fernsehen und Saufen bietet. Das Internet kam ja auch erst langsam auf.

Und die Schulfreunde wohnten weiter weg.

Die Rättin war darüber Nihilistin geworden und weil also eh alles hoffnungslos war, nahm sie irgendwann all die Einladungen, doch einen mitzutrinken, an. Möglicherweise hat auch das“ Essen aus Verlegenheit und Langeweile bei Menschenzusammenkünften“ hier seinen Ursprung.

Um nicht arrogant auf die wenigen vorhandenen Dorfjugendlichen zu wirken, saß die Rättin von Zeit zu Zeit bei 2,3 Bierchen und Likörfläschchen am Teich und an der Bushalte rum und, nun ja, nahm eben auch an den Diskofahrten teil.

  Von Vodkacola und Passivrauchen bedröhnt, beobachtete sie die Leute, doch das wurde nach geschätzen 30 Minuten langweilig. Waren ja immer wieder die selben. Die „Gespräche“ waren ebenfalls wenig inspirierend und auf den „Floor“ mit den Evergreens und überhaupt Nicht-Technoiden Liedern hatten die Mitfahrer keine Lust. Da Einschlafen keine Option war, blieb dann nur, mit auf die Tanzfläche zu gehen, dort war es dann eh schon voll und.. naja, die Stiefschwester und die Dorffreundin freuten sich so.. Opportunismus halt.

Mit dem Nihilismus konnte es auch am nächsten Morgen noch weitergehen.

ein symptomatisches Bild

Was ist aus der Specki-Tonne geworden ?

Zur Erinnerung:

Als Specki-Tonne wurden Behälter bezeichnet, in denen Essensreste von Großspeisungen wie Schulen, Heimen, Kliniken gesammelt wurden, um sie in Tiermastbetrieben an (vornehmlich) Schweine zu verfüttern.

Heute gibt es das natürlich nicht mehr, wegen „Unhygienisch“ und Ähnlichem. Spätestens seit dem „BSE-Skandal“ macht sich eine offizielle Kannibalisierung von „Nutztieren“ auch nicht mehr so gut.

Essensreste gibt es aber sehr wohl, sie landen, apart in kleine oder große Eimer, von netten Betreuerinnen oder auch von den Speisenden selbst, gekippt, beim Wirtschaftspersonal der jeweiligen Einrichtung, welches sie direkt oder indirekt in die Neuauflage der Specki-Tonne befördert.

Ob alle Menschenfütterbetriebe wohl eine solche Tonne besitzen ? Ich weiß es nicht. Auch weiß ich nicht, wem ich glauben soll, in der Frage, was nun mit dem Inhalt der Speisemülltonne passiert.

Offenbar gibt es mehrere Entsorgungsdienstleister und die Recyclingbranche ist im Aufwind. Nachdem mein Chefkoch – nennen wir ihn Jörg Ch. F. Schiller – beiläufig erwähnte, im Eimer befände sich, „was sich andere ins Gesicht mähren“ wurde ich neugierig. Ich gab die auf der Tonne befindliche Webadresse des Entsorgers ein. Dort las ich von Biomassekraftwerken, Biodiesel aus Altfetten und anderen sinnvoll-ökologisch-innovativ-klingenden Sachen. Aber nix von Kosmetikindustrie.

Am nächsten Tag erzählte ich Schiller von der Firmenseite. Er bekam daraufhin einen amüsierten Tonfall und meinte wiederum, aus dem ollen Futter würde der Grundstein für Cremes gemacht. Das schrieben „die“ (also die Firma) natürlich nicht, weil es etwas eklig für den Kunden wäre. So viele solche Kraftwerke gäbe es doch gar nicht, und dieser Biospritquatsch..

Vor Ort habe ich ihm erstmal beigepflichtet, aber nach kurzer Recherche denke ich: das ist doch bestimmt so eine Mär, wie die, dass Krankenhäuser Plazenten an die Kosmetikindustrie verkaufen würden. Also, im Sinne von: wurde mal gemacht, aber jetzt doch nicht mehr.

Wer weiß mehr darüber ?

Das aktuelle Gemüse: Avocado

Bereits im Dezember nahm ich mir vor, unbekanntere Gemüsesorten zu propagieren und protegieren. Damals sollte es der Chicoree sein, das habe ich aber vergessen, damals. (Für noch-Interessierte, mal beim Bauernwerbeseitchen gucken)

Jetzt indes ist die Avocado aktuell, sie scheint in Chile Saison zu haben und lässt sich im stinknormalen Supermarkt für 79 bis 129 Cent pro Stück ergattern.

Da kaum jemand viel mit ihr anzufangen weiß, bleiben viele Exemplare für mich (und die Tafel?) übrig. Viele denken, man könne mit der A. nur aufwendige-exotische Sachen drechseln, oder ?

Jedoch kann sie (auch das macht sie zum Aktuellen Star) als schlichter Ei-Ersatz gespeist werden: auf einem dunklen, warmen Brötchen, mit Margarine und Salz- super lecker und wie gekochtes Ei, das sich ja so mancher auch in Scheibchen auf die Bemme legt. Nur dass die A. nicht so bröckelt beim Reinbeißen bzw. Abschneiden.

Sie ist nämlich sehr leicht zu bedienen:

man kaufe nicht zu weiche, aber unbedingt schwarze, gnubblige Exemplare (diese evil anmutende Sorte heißt auch noch „Hass“), schneide die Schale ab (geht easy und mit schlichten Messern) und speise unter Auslassen des Kernes.  Letzeren kann man mit Wasser bedeckt ein halbes Jahr stehen lassen und erhält ein Avocadobäumchen.

Bei „Hass“ handelt es sich um eine Mutation der normalen A. (glatt, grün und oft bitter im Geschmack).

Man kann sie als Aufstrich oder Dip zermanschen oder kochen oder eben zum Brot, aber auch mit Banane zusammen als Babybrei soll sie ein Renner sein. Dafür sprechen die Nährwerte:

viele Kalorien, viele (gute) Fette, viel Folsäure und Vit. E,ein bisschen anderes gutes. Nur mit Calcium ist nichts, dank Phosphor.

p.s.: man suche die Avocado im Obstregal, weil sie als „Fruchtgemüse“ (Steinobst) geführt wird.

Endlich auch in Deutschland: vegane Gesellschaft

– gemeint ist der Verein.

Die Vegan Society macht schon lange was her(gegr. 1944), die Österreichische auch.

Seit kurzem gibt es endlich auch die vegane gesellschaft deutschland e. v. mit Sitz in Berlin.

Offenbar Menschen, die etwas von Werbung, Pressarbeit etc. verstehen. Ein Propagandaverein, böse ausgedrückt. Aber da ich das Anliegen unterstütze: raffinierte Maschen, professionelle Grafik =)

Kein Wunder, denn „erster Vorsitzender ist Christian Vagedes, ein mehrfach ausgezeichneter Designer, der unter anderem Verpackungslinien für vegane Bio-Produkte entwickelt hat.“ (s. FAZ-Artikel)

Eines der ersten Unternehmungen der Gesellschaft ist das Eintreten für die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Pflanzendrinks – hierfür müssen aktuell 19% bezahlt werden, ein Fakt der mich schon länger etwas aufregt. Natürlich wären das nur 36 Cent, die ich im Monat sparte, wenn mein Soja-Reis-Drink auf 7% ermäßigten Grundnahrungsmittelsatz gesetzt würde – aber es geht doch um die Gerechtigkeit 😉

Gründe für V.6: das Ethische

Oft wird Veganismus auf ein bisschen Mitleid mit Tieren reduziert. Möglicherweise stimmt das bei einigen Wenigen, aber insgesamt natürlich nicht 🙂

Für mich sind aber die tiernutzenden Menschen in 2 Gruppen zu unterscheiden, bei der einen ist es (für mich zumindest) okay, bei der anderen nicht.

Gruppe 1: „unzivilisierte Menschen(völker)“: jagen Tiere mühevoll, mitunter mit menschlichen Verlusten, im Wesentlichen nur so viel Jagd, wie erforderlich, diverse Tierkörperteile unter großem Aufwand bearbeitet und immer wieder ausgebessert

Gruppe 2: „fortgeschrittene Zivilisation“, industrialisiert, haben Alternativen zur Benutzung von Tierkörpern, Haltung oft aus Spaß oder Beqeumlichkeit, keine Mühe für Endverbraucher, kein Respekt vor Lebewesen (schließt Pflanzen mit ein)- Wegwerfgesellschaft

Soll heißen: wenn jemand in karelischen Wäldern 3 h durch den Schneewald stapft, um sich einen Auerhahn zu schießen, ist das das mindeste, was ihn (und die Familie) berechtigen würde, den Hahn zu speisen – in abgelegenen Regionen kann das ökologischer sein, als dort einen Supermarkt aufzubauen und zu beliefern (hiesige Jäger haben aber genug Alternativen, sich zu ernähren und tun dies m.E. nur aus Hobbyspaß)

Plan der Zivilisations-Stufen

(eine abstrakte, von mir zusammengestellte Darstellung, alles sicher nicht philologisch und -sophisch super, aber hoffentlich zu verstehen)

  1. (früher): Menschenopfer für Götter, Kannibalismus, Neonatizide verbreitet
  2. (heute): Opfern von Tieren, Pflanzen oder Sächlichem; Anthropozentrismus
  3. (mögliche Zukunft): höherentwickelte Außerirdische (oder eigenständig gewordene Technik, oder Mutierte Affen, was weiß ich) nutzen auch Menschen zum Spaß oder als Verwertungsobjekte

Ich würde nicht von Höherentwickelten Lebewesen eingesperrt, geschwängert, vom Kind getrennt und gemolken werden (und das im 1-Jahreszyklus) wollen. [Beispiel Milchvieh, aber die anderen Beispiele wären ähnlich bäh]

Außerdem stört mich das respektlose Weg-Konsumieren. Einen Teil davon krieg ich noch nicht ganz weg, weil ich doch recht schwächlich den gesellschaftlichen Umflüssen ausgesetzt bin, aber einen Verbesserungsversuch kann mensch doch wagen.

Das bezieht sich nicht nur auf das Vermeiden überflüssiger Tierhaltung.

Bio-Ziegenmilch erzeugt Hundefutter

.. oder Material für die Tierverbrennungsanlage.
So die These, wie sie sich mir aufdrängt, nachdem ich hier durchlas.

Wie es dazu kam..:  ich war heute  im Regional/Bio-Laden für Betuchte, kurz davor ein Stückchen  Ziegen- oder vielleicht auch Schafskäse zu erwerben. Der geschmackliche Jieper ist groß und ich hoffte somit, dass so Bioziegenmilchprodukte vielleicht doch irgendwie ethisch vertretbar wären und recherchierte.

Nun glaube ich, dass die authentischsten Infos von den Erzeugern selbst kommen würden, wenn sie unter sich sich wähnen und das tun sie in obigem Forum, Netz sei Dank 😉

Nach dem Lesen komme ich sogar zu dem Schluss, dass der Lacto-Vegetarier mörderischer ist, als der, der Milch und Fleisch vom selbem Hof zu teuren Preisen kauft und speist. (Vorausgesetzt, man definiert Mord als Tötung aus niederen Beweggründen, dazu zähle ich „die Milch eines Tieres trinken wollen und das dabei entstehende Kitz nicht benötigen“.)

Hier also die Vorschläge, was mit zur Milchproduktion entstehenden Bockkitzen zu machen wäre (bzw. gemacht wird, je nach Betrieb, getötet werden muss es aber jedenfalls)-

– Aufzucht im selbem Betrieb wie de Mutterziege, entweder:

  • bei der Mutterziege, das sei aber Unwirtschaftlich
  • Bio-Vollmilchpulver als Milchaustauscher verwenden (aber in Bio-Betrieben sei der Austauscher eigentlich verboten)
  • Bio-Kuhmilch zukaufen  (wie bizarr ist das denn, da werden Kühe gemolken, um Ziegen melken zu können, nur um menschliche Milch-Gelüste befriedigen zu können ?? Wäre es nicht wirtschaftlicher, Mann tränke Frauenmilch ? – aber das ist denen dann wieder zu eklig, tzz)
  • ein paar eigene Kühe mitlaufen lassen (und dann sollen die Ziegenjungs da ran ? s.o.)

– alle unnötigen Kitze kurz nach der Geburt töten und in die Verbrennungsanstalt karren kassen (da Ziegenfleisch in Deutschland kaum gespeist aka nachgefragt wird)

– die kleinen Böcke an konventionellen Mäster mit 1-2 Wochen zu ca. 5 € /Tier verkaufen

– 10 Tagen alte Zicklein als Vollwerthundefutter verkaufen

– Das STück ( nicht kg ) für 2,60 nach Frankreich exportieren, Zitat::“kostet die Ohrmarke und die Exportgenehmigung mehr als was bei rumkommt“

Es plagt die Bauern ein Gewissensproblem, zumindest einige und sie deuten auf andere hin mit Sätzen wie „Was glaubst Du, was mit den männlichen Legehennenküken, auch im Biolandbau, passiert???“

Wider den Rinder-Missbrauch (Gründe für V.4)

Rindfleisch esse ich schon ewig nicht mehr. Ich weiß nicht, 10-13 Jahre schon nicht.. Nicht weil ich sie nicht schick fände, die Kühe, im Gegenteil, ich wollte schon als Grundschülerin „einen kleinen schwarzen Stier im Garten“ haben. Auch bin ich im hiesigen Sternzeichen Stier und im chinesichen Büffel, eine gewisse Sympathie ist daher unabdingbar.

Aus einem Mainstreamartikel (vermutlich halbwegs objektiv) nun einige Passagen, die nicht so emotional sind, wie sie bei mir übers Thema würden.

„an der lila Kuh-Idylle ist nicht nur die Farbe falsch: Jedes einzelne Rind, das im Schlachthaus sein Leben aushaucht, hinterlässt auf der Erde eine Spur der Verwüstung
Etwa 18 000 Quadratmeter Regenwald werden im Schnitt für die Existenz eines süd- und mittelamerikanischen Rindes in Weidefläche umgewandelt. Rund 600 000 Liter Wasser verbraucht der Anbau des Futters für ein einziges Mastrind. 200 000 Liter des hochwirksamen Treibhausgases Methan rülpst ein Rindviech im Laufe seines Lebens in die Atmosphäre. BSE mag die Welt derzeit in Atem halten. Der wahre Rinderwahnsinn jedoch spielt sich seit Jahrzehnten hinter den Kulissen der weltweiten Fleischindustrie ab. Der globale Tanz um das saftige Kalb verursacht ökologische Schäden, die ohne Beispiel sind.

Ein Viertel der gesamten Landmasse der Erde dient heute als Weideland. Etwa zwei Drittel der Steppengebiete der Erde wurden im Laufe der letzten 60 Jahre durch Überweidung zerstört. Ein Drittel der globalen Getreideernte wird an Vieh – vor allem an Rinder – verfüttert. Und während die auch für die menschliche Ernährung geeignete Pflanzenkost im Pansen des Viehs gärt, leidet eine Milliarde Menschen weltweit an Hunger.

Gleichzeitig wird unter dem „Trommelfeuer der Rinderhufe“ (Rifkin) die biologische Vielfalt zu Staub zermahlen. Seit 1960 sind mehr als 25 Prozent der Wälder Südamerikas abgeholzt worden, nur um Rinderherden Platz zu machen. „Kostbare Lebensräume wie tropische Regenwälder oder Savannen fallen gleichsam dem Rinderwahn zum Opfer“, bilanziert der Ökologe Josef Reichholf von der zoologischen Staatssammlung München. Und mehr noch: Das von den Rindern produzierte Methan – in seiner Treibhauswirkung 20mal potenter als Kohlendioxid – heizt die Erdatmosphäre auf. „Was die Rinder global von sich geben, entspricht in der Treibhauswirkung ungefähr dem weltweiten Autoverkehr“, sagt Reichholf.

Alle europäischen Hausrinder stammen vom Ur oder Auerochsen ab – ein gewaltiges, inzwischen ausgestorbenes Tier mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne und einer Schulterhöhe von fast zwei Metern. Ausgrabungsfunde haben ergeben, dass der Auerochse vor etwa 8500 Jahren zuerst im Vorderen Orient domestiziert wurde.Die Reitervölker der asiatischen Steppen schließlich brachten den heute vorherrschenden Rinderkult nach Europa. „Ihre militärische Überlegenheit verdankten sie ihren Reittieren“, schreibt Rifkin: „Ihr Reichtum jedoch war das Vieh.“ Auf dem „breiten Rücken dieser kraftvollen Huftiere“ habe die westliche Gesellschaft schließlich einen Großteil ihres religiösen und weltlichen Lebenskonzepts aufgebaut, bilanziert der Ökokämpfer.
Rinder sind heute Ware und Maschine. Ihr Wert errechnet sich aus Begriffen wie Wachstumskapazität, Verfettungsgrad, Mastintensität und Schlachtkörpergewicht. In modernen Schlachthöfen werden täglich bis zu 400 Tiere getötet. In der Mitte der Stirn, dort wo sich zwei gedachte Diagonalen von den Hornansätzen zu den Augen kreuzen, wird ihnen ein Metallstift ins Gehirn gejagt. Am Fließband gehäutet und mit Motorsägen in handliche Stücke zerteilt, verwandeln sie sich in folienverpackte T-Bone-Steaks, Koteletts und Hamburger. Schon Henry Ford kam die Idee zur Fließbandproduktion, als er sich im Schlachthof von Chicago umsah.
Schier unstillbar scheint die Gier nach tierischem Protein. Jeder Erdenbürger gönnt sich heute im Schnitt fast doppelt so viel Fleisch wie 1970. In Amerika, weltweit führend im Pro-Kopf-Verbrauch von Rindfleisch, vertilgt jeder Einwohner 12 bis 15 Kilogramm Hackfleisch pro Jahr. Im Rhythmus des menschlichen Herzschlages überqueren jeweils 200 Hamburger die Theken amerikanischer Fast-Food-Tempel.
Für jeden Hamburger, rechnet Rifkin vor, mussten im Schnitt sechs Quadratmeter Urwald in Weidefläche umgewandelt werden. 75 Kilogramm lebende Materie werden für jede Rinderbulette, deren Fleisch von einem mittel- oder südamerikanischen Rind stammt, vernichtet, darunter Vertreter von etwa 20 verschiedenen Pflanzenarten, 100 Insekten- und Dutzenden von Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten. Die Ironie: Das gerodete Land ist als Weidefläche noch nicht einmal gut geeignet. Die Humusschicht ist sehr dünn und enthält wenig Nährstoffe. Schon nach drei bis vier Jahren müssen die Rinder weiterziehen.Ist das Mastrind im deutschen Stall somit gar das im Vergleich zum brasilianischen Freilandrind ökologischer produzierte Tier? „Keineswegs“, versichert Ökologe Reichholf. Denn auch das deutsche Vieh lebe nicht von Luft allein. Ein Drittel aller deutschen Rinder fresse Futter, das aus Südamerika stammt. „Dort brennen die Regenwälder und Savannen, weil sie Sojafeldern weichen müssen, die Kraftfutter für deutsches Vieh liefern“, sagt Reichholf.

Nicht nur gehe dadurch Land für die Nahrungsmittelproduktion der dortigen Bevölkerung verloren. Zudem hätten die Flächen in Deutschland den Überschuss an Stickstoff zu tragen, der über die Futtermittelimporte ins Land ströme.
Ein Mastrind produziert im Schnitt 20 Kilogramm Dung in 24 Stunden. In einem Mastbetrieb mit 10 000 Tieren fallen demnach an einem einzigen Tag 200 000 Kilogramm Dung an. Das entspricht der Menge an organischem Abfall, die in einer Stadt mit 110 000 Einwohnern anfällt. „Ein Großteil der von den Rindern produzierten Gülle wird bei uns frei in der Landschaft ausgebreitet und verseucht das Grundwasser, während für menschliche Abwässer extrem hohe Standards bestehen“, klagt Reichholf.
So sind gerade die in Ställen gehaltenen Rinder letztlich die größte Belastung für den Planeten Erde. Immenser Land-, Wasser- und Energiebedarf ist notwendig, um ihr Futter erst zu produzieren und dann oft über gewaltige Entfernungen hin zu verschicken.
Die Vergeudung von Ressourcen ist dabei enorm: Frances Moore Lappé, Gründerin des amerikanischen Institute for Food and Development Policy, schätzt den Wasserbedarf für die Erzeugung von vier Kilogramm Rindfleisch auf die gleiche Menge, die eine Familie im ganzen Jahr verbraucht. Rifkin rechnet vor, dass 1000 Liter Treibstoff benötigt werden, um eine vierköpfige US-Familie ein Jahr lang mit Rindfleisch zu versorgen. Dabei entstehe eine Menge Kohlendioxid, die dem durchschnittlichen Abgasausstoß eines Mittelklassewagens in sechs Monaten entspricht.

„Die Umwidmung des Getreides vom Nahrungs- zum Futtermittel markiert die folgenschwerste Umverteilung von Reichtümern in der Geschichte der Menschheit“, verkündet Rifkin. 600 Millionen Tonnen Getreide würden heute weltweit an Vieh, vorwiegend an Rinder verfüttert – Tiere also, die sich grundsätzlich auch von für den Menschen ungenießbarem Raufutter wie Gras ernähren könnten. Gleichzeitig habe nie zuvor in der Geschichte ein so großer Anteil der Menschheit Hunger gelitten.
Etwa sieben Kilogramm Getreide werden benötigt, um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen. Gleichzeitig erbringt ein Getreidefeld von einem Hektar fünfmal mehr Proteine als eine ebenso große Fläche, deren Ertrag an das liebe Vieh verfüttert wird.

Da sag ich´s lieber mit dem Werbespruch der Firma Oatly:

„Gesunder Hafer ohne den Umweg über die Kuh“

(sinngemäß, der Originalspruch war irgendwie peppiger)

[weil, ihr wisst schon, für ausreichend hohe Eutersekret-Erzeugung muss jährlich ein Kalb auf die Welt. Wohin damit ? – ab in die Bulette, ein Kreislauf. Vegetarier sind Mörder. Aber nur halb so mörderische 😉    ]