Posts Tagged ‘ Landwirtschaft ’

„Komm erste ma an, Ronny!“

Die ganze Woche prokastriniert. Immer gedacht: ich mach es, wenn ich vorher mal lachen konnte. Leider amüsierte mich einfach nichts, also blieb nur die Verschnarchheit. Heute dann war ich so verzweifelt, einem Humortipp nachzugehen, der über Dritte zu mir gelangte. Es handelt sich angeblich um eine Metalband aus dem Mansfelder Land, aber offenbar machen die Typen nicht nur Musik, sondern überhaupt Comedyzeug. Ist nicht neu, die Idee, aber manchmal doch ganz gut, das Dialekt-Synchroniseren.
Minute 1 ist drög, aber nach dem Vorspann, doch ja.. ich musste mitunter grinsen.

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Verreisen : ja, aber..

Wieder so ein Jammer-Artikel, so ein Tagebuchverschnitt. Aber das muss auch wieder sein. Weil nämlich…

… eine Reise geplant ist. Für in zehn Tagen schon. Eine Reise, der ich einfach nichts abgewinnen kann. Nicht Positives zum Vorfreuen jedenfalls. Stattdessen Vorauspanik,  ja toll.

Zwar habe ich seit knapp drei Wochen große Lust aufs Verreisen, regelrechtes Fernweh … aber  es sollte schon eine angenehme Reise sein. Jaha, auch noch Ansprüche, die Dame !

Anstehen tut allerdings eine Reise in die platte Ebene, in ein Dorf, zu einem runden Geburtstag, zu selten gesehenen bis völlig unbekannten Leuten, auf ein Bauerngehöft..  dank der mitreisenden Kinder wird es auch nicht möglich sein, die Zugfahrt zu genießen (nein, eher zwei Stunden auf und ab Laufen, von Fremden angegrinst)  oder gediegen Bücher zu lesen oder rustikale Hausmannskost in Ruhe zu speisen.

Alles passé dann ! Bereits jetzt vermisse ich meine heimischen Möglichkeiten und bekomme Magendrücken in Vorstellung der Geburtstagsfeier und all der hippen Provinzmenschen.. Sich durch die Alkoholika picheln ist auch keine echte Lösung, denn jemand muss ja achten, dass die Jüngste nicht in den Karpfenteich rennt, jemand muss auf das Babyphon achten, das ich extra ersteigerte.

Ich war immer eine Feindin der elektronischen Kinderüberwachung, aber tagelang auf dem Gehöft ab 20 Uhr einsam im Raum vor dem Raum mit den schlafenden Kindern zu hocken, während alle anderen Menschen 3 Zimmer und 3 Stufen weiter vor Bildschirmen hocken, muss ich mir dieses Jahr nicht wieder antun.

Mit Menschen, die mir seltsam oberflächlich erscheinen und deren Freundlichkeit oft aufgesetzt wirkt, fernzusehen ist dann auch nicht der Hit, aber es gibt dort auch einen internetfähigen Rechner, juhu.

Nun ist ein Computer aber kein Grund zum Verreisen, womit wir wieder beim Anfang wären: wo ist die Motivation ?

schwarz-weiße Postkarten 1: Idylle und Verklärung

Teil 1 meiner kleinen, unprofessionellen Ansichtskarten-Edition knüpft da an, wo der vorherige Artikel aufhörte, beim zeitlichen Zurückblick auf vermeintlich unkompliziertere Leben.

Bauernhaus in der Dübener Heide

Diese Karte ist nur als Andenken gekauft worden, also unverschickt („ungelaufen“). Man sieht jede Menge Angestellte und Bewohner, weil ja das Landleben viele Leute brauchte, einen Farbeimer, einen Hund oder eine Decke (unten rechts), sowie einen Jugendlichen, der fröhlich ein Gewehr hält. Nun bedauere ich es, keine vertieften volkskundlichen Kenntnisse zu haben.

Darum zu etwas propagandistisch Durchschaubarerem :

Diese Karte ist eine Art Benefizveranstaltung, wie es das heute noch gibt („kauf einen Kasten Krombacher und 2 Cent gehen an den Regenwald“), denn sie war „zum Besten der Kriegskinderspende deutscher Frauen“ und zeigt die „Kronprinzessin Cecilie“. Damals gekauft für 10 Pfennige, wobei mindestens 7 Pfennig, laut Rückaufdruck, für den „Rheinischen Kriegskinder-Spendentag Oktober 1916“ verwendet wurden. Möglicherweise war die Käuferin vom Motiv angetan oder wollte nur die Spende machen, jedenfalls ist auch diese Karte ungelaufen.

Oberhof. Waldkaffee Untere Schweizerhütte. Touristenheim der Leipziger Verkehrsbetriebe

Deshalb als letztes noch eine gelaufene Karte. Sie ist wesentlich später gedruckt worden, nämlich 1955, aber auch sehr idyllisch. Absender war ein Herr mittleren Alters, der an Frau und Kinder schreibt, die nämlich zu Hause bleiben mussten. „Meine liebe E. , Von einem sehr schönen Nachmittags-Ausflug nach umstehender Hütte mit einem Kollegen aus dem Eisenbahnerheim, welchen ich schon in Bitterfeld im Zuge kennenlernte, sende ich Euch herzl. Grüße ! Der Kollege ist etwas älter, aber sonst gut zu mir passend. Heute habe ich, ohne Antwort von Dir abzuwarten, 6 DM an Dich abgesandt. […]“

Erwähnte ich schon meine nahezu morbide Faszination für Schriftstücke Verstorbener ? Und wie mich die Vorstellung begeistert, in einer telephonlosen Welt zu leben ?

Mit der Dorfjugend in der Trancedisco

Eine Episode aus der Zeit, in der die Pantherin sich noch als violette Ratte begriff.
Aber auch eine Episode, die Menschen, die in Mittel- oder Großstädten groß geworden sind, zeigt, „wie gut sie’s hatten“.

Das folgende Lied war recht populär, als die Pantherin jugendlich war.

Um im Bilde zu bleiben, sollte man besser vom „folgenden Track“ sprechen.

Es ist der einzige spezifische..äh.. Track, den die P. aus langen Diskonächten

mit in die Erinnerung genommen hat.,

zum Einen weil es doch ein relativer Ohrwurm ist,

zum Anderen, weil die P. darauf zwei, dreimal abzappelte –

Tanzen kann man das nicht nennen

und es geschah aus Notwehr, wie ich im Anschluß erläutern möchte.

Die damalige Rättin musste wohl viele Stunden in nebligen Kleinstadt-Diskotheken zugebracht haben, v.a. in einem Gewerbegebiet der bescheidenen Stadt Bad Düben, wo eine Großraumdisko mit zwei „Floors“ an den Stadtrand geklatscht wurden war, die von Fifty-Fifty-Taxen und vollgepropften Autos mit 18-jährigen Fahrern behende frequentiert wurde. Jene Fahrer nahmen 14- bis 18-jährige Mädchen aus dem dörflichen Umland mit, weil sie in eine sich verguckt hatten und dann deren Freundinnen mitnehmen mussten 😉

Die damalige R. muss es auf diese Weise auch in andere Diskotheken verschlagen haben, allerdings kann sie sich nicht an die Orte und Namen erinnern, das scheint in Alkohol und wichtigeren Daten untergegangen sein.

Zu dieser Zeit könnte es auch geschehen sein, dass die jetzige P. sich einen gewissen Opportunismus angeeignet hat. Man darf sich vorstellen, da sitzt dieses Mädchen aus kulturinteressierter, halbwegs gebildeter Kinderstube nun mit 14, 15 in einem Dorf, das als Wochenendgestaltung Landwirtschaft, Fernsehen und Saufen bietet. Das Internet kam ja auch erst langsam auf.

Und die Schulfreunde wohnten weiter weg.

Die Rättin war darüber Nihilistin geworden und weil also eh alles hoffnungslos war, nahm sie irgendwann all die Einladungen, doch einen mitzutrinken, an. Möglicherweise hat auch das“ Essen aus Verlegenheit und Langeweile bei Menschenzusammenkünften“ hier seinen Ursprung.

Um nicht arrogant auf die wenigen vorhandenen Dorfjugendlichen zu wirken, saß die Rättin von Zeit zu Zeit bei 2,3 Bierchen und Likörfläschchen am Teich und an der Bushalte rum und, nun ja, nahm eben auch an den Diskofahrten teil.

  Von Vodkacola und Passivrauchen bedröhnt, beobachtete sie die Leute, doch das wurde nach geschätzen 30 Minuten langweilig. Waren ja immer wieder die selben. Die „Gespräche“ waren ebenfalls wenig inspirierend und auf den „Floor“ mit den Evergreens und überhaupt Nicht-Technoiden Liedern hatten die Mitfahrer keine Lust. Da Einschlafen keine Option war, blieb dann nur, mit auf die Tanzfläche zu gehen, dort war es dann eh schon voll und.. naja, die Stiefschwester und die Dorffreundin freuten sich so.. Opportunismus halt.

Mit dem Nihilismus konnte es auch am nächsten Morgen noch weitergehen.

ein symptomatisches Bild

Was ist aus der Specki-Tonne geworden ?

Zur Erinnerung:

Als Specki-Tonne wurden Behälter bezeichnet, in denen Essensreste von Großspeisungen wie Schulen, Heimen, Kliniken gesammelt wurden, um sie in Tiermastbetrieben an (vornehmlich) Schweine zu verfüttern.

Heute gibt es das natürlich nicht mehr, wegen „Unhygienisch“ und Ähnlichem. Spätestens seit dem „BSE-Skandal“ macht sich eine offizielle Kannibalisierung von „Nutztieren“ auch nicht mehr so gut.

Essensreste gibt es aber sehr wohl, sie landen, apart in kleine oder große Eimer, von netten Betreuerinnen oder auch von den Speisenden selbst, gekippt, beim Wirtschaftspersonal der jeweiligen Einrichtung, welches sie direkt oder indirekt in die Neuauflage der Specki-Tonne befördert.

Ob alle Menschenfütterbetriebe wohl eine solche Tonne besitzen ? Ich weiß es nicht. Auch weiß ich nicht, wem ich glauben soll, in der Frage, was nun mit dem Inhalt der Speisemülltonne passiert.

Offenbar gibt es mehrere Entsorgungsdienstleister und die Recyclingbranche ist im Aufwind. Nachdem mein Chefkoch – nennen wir ihn Jörg Ch. F. Schiller – beiläufig erwähnte, im Eimer befände sich, „was sich andere ins Gesicht mähren“ wurde ich neugierig. Ich gab die auf der Tonne befindliche Webadresse des Entsorgers ein. Dort las ich von Biomassekraftwerken, Biodiesel aus Altfetten und anderen sinnvoll-ökologisch-innovativ-klingenden Sachen. Aber nix von Kosmetikindustrie.

Am nächsten Tag erzählte ich Schiller von der Firmenseite. Er bekam daraufhin einen amüsierten Tonfall und meinte wiederum, aus dem ollen Futter würde der Grundstein für Cremes gemacht. Das schrieben „die“ (also die Firma) natürlich nicht, weil es etwas eklig für den Kunden wäre. So viele solche Kraftwerke gäbe es doch gar nicht, und dieser Biospritquatsch..

Vor Ort habe ich ihm erstmal beigepflichtet, aber nach kurzer Recherche denke ich: das ist doch bestimmt so eine Mär, wie die, dass Krankenhäuser Plazenten an die Kosmetikindustrie verkaufen würden. Also, im Sinne von: wurde mal gemacht, aber jetzt doch nicht mehr.

Wer weiß mehr darüber ?

Das aktuelle Gemüse: Avocado

Bereits im Dezember nahm ich mir vor, unbekanntere Gemüsesorten zu propagieren und protegieren. Damals sollte es der Chicoree sein, das habe ich aber vergessen, damals. (Für noch-Interessierte, mal beim Bauernwerbeseitchen gucken)

Jetzt indes ist die Avocado aktuell, sie scheint in Chile Saison zu haben und lässt sich im stinknormalen Supermarkt für 79 bis 129 Cent pro Stück ergattern.

Da kaum jemand viel mit ihr anzufangen weiß, bleiben viele Exemplare für mich (und die Tafel?) übrig. Viele denken, man könne mit der A. nur aufwendige-exotische Sachen drechseln, oder ?

Jedoch kann sie (auch das macht sie zum Aktuellen Star) als schlichter Ei-Ersatz gespeist werden: auf einem dunklen, warmen Brötchen, mit Margarine und Salz- super lecker und wie gekochtes Ei, das sich ja so mancher auch in Scheibchen auf die Bemme legt. Nur dass die A. nicht so bröckelt beim Reinbeißen bzw. Abschneiden.

Sie ist nämlich sehr leicht zu bedienen:

man kaufe nicht zu weiche, aber unbedingt schwarze, gnubblige Exemplare (diese evil anmutende Sorte heißt auch noch „Hass“), schneide die Schale ab (geht easy und mit schlichten Messern) und speise unter Auslassen des Kernes.  Letzeren kann man mit Wasser bedeckt ein halbes Jahr stehen lassen und erhält ein Avocadobäumchen.

Bei „Hass“ handelt es sich um eine Mutation der normalen A. (glatt, grün und oft bitter im Geschmack).

Man kann sie als Aufstrich oder Dip zermanschen oder kochen oder eben zum Brot, aber auch mit Banane zusammen als Babybrei soll sie ein Renner sein. Dafür sprechen die Nährwerte:

viele Kalorien, viele (gute) Fette, viel Folsäure und Vit. E,ein bisschen anderes gutes. Nur mit Calcium ist nichts, dank Phosphor.

p.s.: man suche die Avocado im Obstregal, weil sie als „Fruchtgemüse“ (Steinobst) geführt wird.

Endlich auch in Deutschland: vegane Gesellschaft

– gemeint ist der Verein.

Die Vegan Society macht schon lange was her(gegr. 1944), die Österreichische auch.

Seit kurzem gibt es endlich auch die vegane gesellschaft deutschland e. v. mit Sitz in Berlin.

Offenbar Menschen, die etwas von Werbung, Pressarbeit etc. verstehen. Ein Propagandaverein, böse ausgedrückt. Aber da ich das Anliegen unterstütze: raffinierte Maschen, professionelle Grafik =)

Kein Wunder, denn „erster Vorsitzender ist Christian Vagedes, ein mehrfach ausgezeichneter Designer, der unter anderem Verpackungslinien für vegane Bio-Produkte entwickelt hat.“ (s. FAZ-Artikel)

Eines der ersten Unternehmungen der Gesellschaft ist das Eintreten für die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Pflanzendrinks – hierfür müssen aktuell 19% bezahlt werden, ein Fakt der mich schon länger etwas aufregt. Natürlich wären das nur 36 Cent, die ich im Monat sparte, wenn mein Soja-Reis-Drink auf 7% ermäßigten Grundnahrungsmittelsatz gesetzt würde – aber es geht doch um die Gerechtigkeit 😉