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Thor-Björn – Dialoge (3)

Thor-Björn liegt auf der Couch und umarmt ein riesiges Kissen.
Clara-Mila stellt einen Hafermilch-Erdbeer-Shake auf den Couchtisch.

C: Deine Mutter sagt, wenn man die 30 überschritten hat, wird man ruhiger.

T: Der Egon ist schon 52.

C: Der hat ja auch ein anderes Problem als du. Denk mal an die Fanny..

T: .. die mit 14 Halbwaise wurde und deren Vater ein Arsch ist ?

C: Ja, die ist jetzt auch ein ausgeglichener Mensch.

T: Meinst du, die ist froh ?

C: Fröhlich. Meistens schon. Klar.

T: Und was, wenn alles über mich hereinbricht ? Wenn ich nicht das Talent wie die Fanny habe ?

C: Wenn du es heraufbeschwörst, geschieht es auch, also mach keinen Fatalismus.

T: Den kann man nicht machen, man kann nur fatalistisch sein.

C: Klugscheißer. Deine Mutter hat es immer gesagt.

T: Die hat mich vielleicht verzogen.

C: Schön, dass du es einsiehst.

T: Hilft ja alles nichts…

die Hinterbliebenen

Die Hinterbliebenen sind die Nachtragenden.

– eine Sammlung von Dingen, die irgendwie zum Thema „Hadern mit dem familiären Nachlass“ passen. Fast jeder hat doch irgendwas zum Hadern, nicht wahr ? Da braucht man sich gar nichts drauf einbilden. Und ausserdem:

Melancholia rächt die Hinterbliebenen

Das ist (für mich) die passende Musik:

Was hilft ? :

abwarten und Blumen trinken

Status quo

Das mit den Haaren habe ich verbockt. Das macht mich einigermaßen unglücklich. Das Mitleid habe ich nicht verdient. Das wollte ich nur mal sagen, falls sich nach vier Tagen doch mal jemand fragt. Das sieht ja auch blöd aus sonst, unaktuelle Startseite und so.

Das aktuelle Strategiespiel ist sehr schwierig, denn es geht um die Zukunft der realen Welt. Das Durchprobieren von zehn verschiedenen Strategien hat die Erderwärmung nicht gestoppt, es wird sich bekriegt und verhungert. Das sieht alles ziemlich schwarz aus.

Das Schwarz muss aber nicht schlecht sein, man kann das Phosphorizierende darin besser sehen.

Hadern

Der Haderlass mit sich selbst

lässt die Welt hadern.

Protokoll eines Vertragsabschlusses

Die Vertragsunterzeichnung geschah am Tag X, um 8.30 Uhr.

der Nachmittag vor Tag X mein erster terminfreier Nachmittag seit Längerem. Bereits leicht gelähmt in Gedenken der Vertragsbegegnung. Frustriert, weil die Frau, der ich kündigen will (Aufhebungsvertrag), mir nun noch einen halben Tag versaut, weil eben die Nervösität jede Konzentration oder auch Entspannung unmöglich macht.
früher Abend am Tag vor X entschlossen, wenn schon, denn schon, was richtig sinnloses zu machen. Am DVD-Bibliotheksregal bis A wie „Amores perros“ gekommen.
mittlerer Abend vor X der Vertragspartnerin eine SMS geschrieben, in der mich für 8.30 ankündige. Eine unbefriedigende Antwort erhalten. Ich solle bitte eher da sein, sie wolle noch allein mit mir plaudern, bevor die dritte Frau um 8.30 kommt
späterer Abend vor Tag X Nervosität kennt kein Halten mehr, Durchfall auch nicht. Bloß gut, dass der Film besorgt wurde.
Das Bildschirmblut und die gezeigten mexikanischen Verstrickungen lenken mich nach einer Stunde vom meinem lapidaren Wohlstandsproblemchen ab.
Nacht vor X bereits 200mal alle möglichen Rechtfertigungen und Gesprächsvarianten durchgegangen. Hundertmal hin und her gewälzt. Sehr unsicher darüber, wie ich das Manöver weder zu elegant („Die kann auch mal hören, wie ich unter ihr gelitten habe“) noch zu impulsiv („ich darf nicht zu kindisch und unsouverän rüberkommen“) über die Runden kriegen könnte.
Tag X, 5.30 bis 7 Uhr aus erschöpftem Tiefschlaf erwacht, weiter kacken gegangen. Fühle mich zerschlagen, sage mir aber, dass ich dann wenigstens Hunger genug haben könnte, wenn mir die Frau wieder an ihrem Frühstückstisch ekelhafte Eierbiscuits reinzwingen möchte.
7.40 Uhr bis 8.10 mit Brechreiz in der Tram. Nichts zu mir genommen in der Hoffnung, ohne Koffein intus ein friedlicherer Mensch zu sein.
Im Wald hinter der Endhaltestelle nochmal gekackt.
8.10 bis 8.30 Mich gefragt, welchen Sinn es nun gehabt haben soll, dass ich eher da sein sollte. Der dämlichen Schnepfe Frau mein schlechtes Befinden grob erklärt. Sie: „Aber das musst du doch nicht.“ Ich: „ja, theoretisch nicht…“
Mir dann, bausteinspielend, irgendwelches Geplänkel über Kinder angehört.
8.30 – 10.20 einen schwarzen Kaffee und zwei Apfelschnitze angeboten bekommen, gierig runtergestürzt. Bemerkt, dass die Frau parallel eine Art Supervision erleidet, bei der ich mit der Supervisorin im Bunde bin, denn ich kenne die Ranghöhere schon einige Jahre und misstraue ihr nicht. (haha !)
Meine Vertragsanliegen daher nur am Rande behandelt, aber leider als Versuchsperson / Anschauungsobjekt gegolten. (Hoffentlich heimlich) auf die Notizen der Supervisorin geguckt: sie schreibt zwei A4-Seiten voller Kritik und Anregung für / über meine ehemalige Vertragspartnerin. Irgendwo unter meiner immensen Anspannung liegt eine Gehässigkeit. Daneben das Gefühl, nicht alles falsch gemacht zu haben, weil offensichtlich die neutrale Dritte auch Beanstandungen hat, nicht nur ich zu empfindlich war.
Rest von Tag X auf der Suche nach Gefühlen wie Freude, Euphorie oder großer Erleichterung. Bis circa 22 Uhr nur Erschöpfung, Fresslust und sinnleere Shoppingwut vorgefunden. Es nieselt, ein Elch auf dem Weihnachtsmarkt ist mir sympathisch, aber leider aus Elektronik und Kunstfell. Kann mich nicht entscheiden, ob ich mit Rosésekt, Lumumba oder Nusspunsch anstoßen möchte, wähle deshalb ein Knobibrot, welches aber nicht kaufbar ist, da an allen drei Knobi-Ständen grad kein Mensch drin ist. Dann eben nicht.

faiblesses des sens

Alles Nichts
Warum Sinn suchen

Pantha rhei
ob du willst
oder nicht

barmherzig oder nicht
der Natur egal
der Mensch egal

was bleibt
nur für den eigenen Anschein


Kryptik (I)

Dazu zehn Mal :

dann so :