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Hadern

Der Haderlass mit sich selbst

lässt die Welt hadern.

Protokoll eines Vertragsabschlusses

Die Vertragsunterzeichnung geschah am Tag X, um 8.30 Uhr.

der Nachmittag vor Tag X mein erster terminfreier Nachmittag seit Längerem. Bereits leicht gelähmt in Gedenken der Vertragsbegegnung. Frustriert, weil die Frau, der ich kündigen will (Aufhebungsvertrag), mir nun noch einen halben Tag versaut, weil eben die Nervösität jede Konzentration oder auch Entspannung unmöglich macht.
früher Abend am Tag vor X entschlossen, wenn schon, denn schon, was richtig sinnloses zu machen. Am DVD-Bibliotheksregal bis A wie „Amores perros“ gekommen.
mittlerer Abend vor X der Vertragspartnerin eine SMS geschrieben, in der mich für 8.30 ankündige. Eine unbefriedigende Antwort erhalten. Ich solle bitte eher da sein, sie wolle noch allein mit mir plaudern, bevor die dritte Frau um 8.30 kommt
späterer Abend vor Tag X Nervosität kennt kein Halten mehr, Durchfall auch nicht. Bloß gut, dass der Film besorgt wurde.
Das Bildschirmblut und die gezeigten mexikanischen Verstrickungen lenken mich nach einer Stunde vom meinem lapidaren Wohlstandsproblemchen ab.
Nacht vor X bereits 200mal alle möglichen Rechtfertigungen und Gesprächsvarianten durchgegangen. Hundertmal hin und her gewälzt. Sehr unsicher darüber, wie ich das Manöver weder zu elegant („Die kann auch mal hören, wie ich unter ihr gelitten habe“) noch zu impulsiv („ich darf nicht zu kindisch und unsouverän rüberkommen“) über die Runden kriegen könnte.
Tag X, 5.30 bis 7 Uhr aus erschöpftem Tiefschlaf erwacht, weiter kacken gegangen. Fühle mich zerschlagen, sage mir aber, dass ich dann wenigstens Hunger genug haben könnte, wenn mir die Frau wieder an ihrem Frühstückstisch ekelhafte Eierbiscuits reinzwingen möchte.
7.40 Uhr bis 8.10 mit Brechreiz in der Tram. Nichts zu mir genommen in der Hoffnung, ohne Koffein intus ein friedlicherer Mensch zu sein.
Im Wald hinter der Endhaltestelle nochmal gekackt.
8.10 bis 8.30 Mich gefragt, welchen Sinn es nun gehabt haben soll, dass ich eher da sein sollte. Der dämlichen Schnepfe Frau mein schlechtes Befinden grob erklärt. Sie: „Aber das musst du doch nicht.“ Ich: „ja, theoretisch nicht…“
Mir dann, bausteinspielend, irgendwelches Geplänkel über Kinder angehört.
8.30 – 10.20 einen schwarzen Kaffee und zwei Apfelschnitze angeboten bekommen, gierig runtergestürzt. Bemerkt, dass die Frau parallel eine Art Supervision erleidet, bei der ich mit der Supervisorin im Bunde bin, denn ich kenne die Ranghöhere schon einige Jahre und misstraue ihr nicht. (haha !)
Meine Vertragsanliegen daher nur am Rande behandelt, aber leider als Versuchsperson / Anschauungsobjekt gegolten. (Hoffentlich heimlich) auf die Notizen der Supervisorin geguckt: sie schreibt zwei A4-Seiten voller Kritik und Anregung für / über meine ehemalige Vertragspartnerin. Irgendwo unter meiner immensen Anspannung liegt eine Gehässigkeit. Daneben das Gefühl, nicht alles falsch gemacht zu haben, weil offensichtlich die neutrale Dritte auch Beanstandungen hat, nicht nur ich zu empfindlich war.
Rest von Tag X auf der Suche nach Gefühlen wie Freude, Euphorie oder großer Erleichterung. Bis circa 22 Uhr nur Erschöpfung, Fresslust und sinnleere Shoppingwut vorgefunden. Es nieselt, ein Elch auf dem Weihnachtsmarkt ist mir sympathisch, aber leider aus Elektronik und Kunstfell. Kann mich nicht entscheiden, ob ich mit Rosésekt, Lumumba oder Nusspunsch anstoßen möchte, wähle deshalb ein Knobibrot, welches aber nicht kaufbar ist, da an allen drei Knobi-Ständen grad kein Mensch drin ist. Dann eben nicht.

faiblesses des sens

Alles Nichts
Warum Sinn suchen

Pantha rhei
ob du willst
oder nicht

barmherzig oder nicht
der Natur egal
der Mensch egal

was bleibt
nur für den eigenen Anschein


Kryptik (I)

Dazu zehn Mal :

dann so :

Den Rauten die Welt

„Den Depressiven gehört die Welt !“, hast du gerufen.
„Können sie sich die überhaupt leisten ?“, habe ich gefragt.

„Es ist eben eine kleinere Welt.“ sagte da eine Raute von oben.

„And dreamed that dream..“

Hier geht es um einen Klassiker, ein Lied aus den späten 80ern, das mir schon länger gut gefällt. Neulich knipste ich ein Stück Papier mit so verrutschten Augen drauf und irgendwie fand ich es zum Lied passend. Darum hatte ich es als quasi-Video zusammengefügt. Dann sagte Youtube aber, das würde ich so nicht dürfen, Urheberrecht und so… Ist ja nachvollziehbar. „Na schön“, habe ich gedacht, „dann ab mit der Idee in den Papierkorb.“ Am nächsten Tag wiederum versuchte ich das Video von einem anderen Rechner aus aufzurufen und siehe.. da lief es. Jetzt steige ich nicht mehr durch. Zumindest für Österreicher stellt sich diese GEMA-Verwertungsfrage sowieso nicht, alle anderen sehen ja einige Zeilen weiter unten, ob ihnen die Verwertungsgenossenschaft hold ist. Das Lied finde ich jedenfalls textlich und musikalisch stark. Manche Cure-Songs finde ich sehr langweilig, das gebe ich problemlos zu, aber ditte fetzt !

Text

„How Beautiful You Are“

You want to know why I hate you?
Well I’ll try and explain…
You remember that day in Paris
When we wandered through the rain
And promised to each other
That we’d always think the same
And dreamed that dream
To be two souls as one
And stopped just as the sun set
And waited for the night
Outside a glittering building
Of glittering glass and burning light…

And in the road before us
Stood a weary greyish man
Who held a child upon his back
A small boy by the hand
The three of them were dressed in rags
And thinner than the air
And all six eyes stared fixedly on you

The father’s eyes said „Beautiful!
How beautiful you are!“
The boy’s eyes said
„How beautiful!
She shimmers like a star!“
The childs eyes uttered nothing
But a mute and utter joy
And filled my heart with shame for us
At the way we are

I turned to look at you
To read my thoughts upon your face
And gazed so deep into your eyes
So beautiful and strange
Until you spoke
And showed me understanding is a dream
„I hate these people staring
Make them go away from me!“

The fathers eyes said „Beautiful!
How beautiful you are!“
The boys eyes said
„How beautiful! She glitters like a star!“
The child’s eyes uttered joy
And stilled my heart with sadness
For the way we are

And this is why I hate you
And how I understand
That no-one ever knows or loves another

Or loves another

anspruchsloses Zwischenspiel : Potsdam und Morrissey


„That’s how people grow up.“

„I’m throwing my arms around..“

„Black Cloud“

Ruines Humaines

Text:
A demi-conscient qu’un oeil rongera l’autre
Incessamment d’un relent infectieux,
Réveillé par la douleur lancinante,
Un corps résigné se supprime en silence.

Au coeur des cités mortes
Errent les hommes sans visages
Usant leurs pores cancéreuses
Contre la foule impassible et les parois d’acier;

Un enfer de féraille ensanglantée
Où les êtres se perdent et pourissent;
Identiques rognures que l’on jette puis remplace
Manquantes pour rien ni personne.

Die ganze Welt ist Melas Stadt.

eine momentaufnahme. meinung vieler momente. aber nicht immer und aller, keine angst. In Kursiv: Textstücke von 2008

 

Und wer da geht durch Berges Nacht / unerschrocken vor Weltens Matt
Der ist zwar noch nicht zur Strecke gebracht (doch muss er einsehen:)
Die ganze Welt ist Melas Stadt.

(Melancholia:)
Dystenschöne
Konstanz und Sinn
Durch deine Regelmässigkeit
Durch deine Schleierwolken
allem gibst du Sinnlosigkeit

du bist die einzige Gerechtigkeit

Memory, hither come

„Sonne Hagal“ ist ein Neofolk-Projekt aus Rathenow;

„Memory hither come“ ist ein Gedicht von William Blake;

zusammen finde ich es sehr gelungen 🙂

 

Memory, hither come,
And tune your merry notes;
And, while upon the wind
Your music floats,

I’ll pore upon the stream
Where sighing lovers dream,
And fish for fancies as they pass
Within the watery glass.

I’ll drink of the clear stream,
And hear the linnet’s song;
And there I’ll lie and dream
The day along:

And, when night comes, I’ll go
To places fit for woe,
Walking along the darken’d valley
With silent Melancholy.