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Wenn der Onlinehandel nützt

Das Online-Shopping ist für seine zahlreichen bösen Seiten bekannt. Das Sterben des lokalen Einzelhandels, die Verpackungsmassen, die CO²-Bilanz usw. – Für Nicht-Soziophobiker ist es manchmal schwierig, die Paketbestellung zu rechtfertigen. Häufig waren ähnlich faule Argumente zu hören, wie wenn es um den motorisierten Individualverkehr geht. Plötzlich wohnte jeder auf dem Land, war gebrechlich und würde ja gern vernünftiger sein, hatte aber eh schon ein so unbarmherziges Leben.

Für den gesunden Mitbürger und die nicht verschüchterte Mitbürgerin gibt es eigentlich nur ein valides Argument zum Bestellen im Netz: Das Produkt ist analog nicht zugänglich. Das trifft, soweit ich weiß, auf alles mit ISBN und ISSN nicht zu. Ihr könntet also durchaus auch in den kleinen Buchladen eurer Stadt gehen und euch den netten Gedichtband von Herrn Hanack und Frau Pannier bestellen, der zwar nicht so preisgünstig ist, aber die Independent Verlagszene unterstützt und top als Geschenk für Verwandte und Freunde mit Hang zu Melancholie, Intellektualismus und Psychologisieren geeignet ist. Das wäre ganz gut, da Frau Pannier bereits seit Langem am Manuskript zu einem weniger gedichtlastigen Werk sitzt und wenigstens ein paar Käufe dem Verlag suggerieren würden: Da geht was, auch ohne analoges Marketing.

Dafür ist die Autorin nämlich zu schüchtern. Sie hat aber wohl kein ADS oder Asperger, wie die AutorInnen des N#MMER-Magazins. Dieses lässt sich mit ein wenig Geduld online anfordern und bietet wirklich mal innovatives Gedankengut. Je nach Zustand der eigenen Neurotransmitter kann mensch sich in den Beiträgen wiederfinden oder einen faszinierenden Einblick in andere Köpfe und Geister erhalten. Ein bisschen Hang zu Intellektualismus und Psychologisieren ist hier aber auch wieder ganz gut.

Wer es pragmatischer, aber doch irgendwie verwinkelt-technisch mag, sollte die Death Metal Band Incremate aus Dresden im Auge behalten, die nach vielen Jahren des Grübelns und Verbesserns endlich ein Album aufgenommen hat, das… Genau, bald online zu beziehen ist. Für jene, die nicht vor Ort wohnen. ADS und Melancholie scheinen mir hier weniger im Spiel zu sein, aber der Dauertrend Individualismus winkt durchaus. Von seiner Meta-Ebene aus.

Hippe junge Stadtmenschen vor allem, also Über-Individualisierte, wie es heißt, legten in den letzten Jahren vermehrt Wert auf gesundes und aufregendes Essen. Ein Trend, der allerdings schon wieder so verfestigt ist, dass er sich selbst in der industriellen Kleinkindnahrung zeigt. (off topic: da wird stilles Wasser in bunten Flaschen verkauft, die Einjährige gut greifen können sollen, da werden Guave-Kiwi-Mischungen in bunten Kunststoffquetschtüten verkauft.. hallo?!)
Diesem Trend hänge ich an, ohne hip, jung oder großstädtisch zu sein, ich vermute, es liegt am Sternzeichen. (Stier: gefräßig, hedonistisch und stur) Deshalb bringt die Lucky Vegan Box gedankliche und geschmackliche Abwechslung in meinen Alltag und ich schaffe es, das schlechte Gewissen wegen des Paketversands zu überwinden. Ich glotze jeden Monat die Produkte an und denke: Nein, aufregend! Oder: Das ist also Food-Trend!

Es ist aber wichtig, dann die Kurve zu kriegen. Mesotes hieß das glaub ich. Nicht übertreiben, für Ausgleich sorgen. Also für jedes online bestellte Kokoskonfekt zehn regionale Saisongemüsen direkt kaufen. Oder so.

Das mal so als Update. Bevor ich dann doch mal lesen sollte, was alte und neue Bekannte so umtreibt. Nicht immer nur selber posten, auch mal kommentieren. So funktioniert das doch mit dem Zwischenmenschlich-Digitalen?

Geschützt: Herzen brechen

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Slayers !

Der typische Metalfan schreit ja gern unvermittelt: „Slayer !“ oder gar: „Das Bier ist… Slayer !“
ich bin da schon einen Schritt weiter und rufe lieber stumm: „Slayers !“
— denn ein wenig Merchandise kann einem durchaus das Leben versüßen, soweit es nicht beliebig und kurzlebig, weil nur passiv-trendfolgend ist.

Die Slayers-Serie begeistert mich seit über zehn Jahren, das Mousepad wohl seit acht Jahren und der Aufkleber erfreut mich seit wenigen Wochen jedes Mal beim Hausverlassen und Briefkastengucken….
Vielen Dank nochmal an die edle Spenderin ^__^

ein kleines Identitätsproblem

Wenn der Frohsinn zweimal grüßt,
kommt es mitunter zu Wer???-Fragen:

Karl Valentin: „Die Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." und : "Auch schlechte Künstler haben gute Gründe und Absichten."


Dieser Problematik widmet sich meiner Auffassung nach auch dieses Lied, das wiederum einen wirren Frohsinn erzeugen kann:

derbe Teeniefavoriten: Januar 2000 (mit Stöckchenfrage)

Aus der Kassettensammlung eines damaligen Teenagers, mal zum Nostalgieschwelgen. Obwohl, kann man in etwas schwelgen, was einem im Nachhinein Angst macht ?

Putzig, interessant usw. wären vielleicht auch die 2000er-Songs von anderen.. Schließlich griff so ein allgemeines Besonderheits-Bombastgefühl um sich, so ein Jahrtausendsdings halt, dass doch irgendwie ..

Naja. Vielleicht sollte ich das Ganze besser als direkte Frage formulieren:

„Lieber Leser, liebe Leserin !

Was sind Beispiele für Lieder, die dich mit 14,15 beeinflusst haben? (egal ob positiv oder negativ) ?  Schreib doch mal einen Artikel darüber !“


p.s.: So, und jetzt lasse ich euch erstmal einige Tage mit Musikkram in Ruhe 😉

Kryptik (I)

Dazu zehn Mal :

dann so :

Bronzekettenassoziationen

Neulich war die Pantherin auf der Suche nach einem formellen Schreiben. Sie ist aber abgeschweift und einem Hefter voller seltsamer, alter Schnirkeleien erlegen.

Wie auch immer, darin fand sie u.a. folgenden Schnirkel:


Naja, da war grafikverarbeitend nicht viel rauszuholen. Aber die Assoziation „geiler Song“ kam sofort. Da steht nämlich „I`m tied in bronze chains, so where do all the flowers come from?“ –
Ein Verweis auf das einzige Satyricon-Album, das ich behalten habe. Angefasst hatte ich es allerdings fünf Jahre oder so schon nicht mehr. Aber nach der Schnirkelentdeckung musste es abgehen. Die Zusatzbassfunktion an meinem sehr simplen Abspielgerät angemacht, auf ziemlich laut gestellt und… alter Falter !

Es ist gar nicht nötig, sich ständig neue Dinge zu besorgen, wenn man viel alten Kram im Hause hat 😉

(ich empfehle allerdings, die erste halbe Minute vorzuspulen, dieses FliegeralarmIntro ist ätzend)

Schon gut, ich erwarte ja gar kein Verständnis. Das war ja als ich 15 war schon so: Ich war völlig begeistert, aber alle Freund(inn)e(n) sahen mich nach dem Vorspielen des Liedes (oder bei Hartgesottenen: des Albums) an wie `n Trillerschiepchen.
Darum verzichte ich an dieser Stelle durchaus darauf, das zweite herrliche Lied des Albums einzubinden („Havoc Vulture“, woar, die Hammond-Orgel) und gehe mal über zur nächsten Assoziation, die ich
wegen Bronze-Ketten hatte: ZetsuAi. Genauer genommen die Fortsetzung dieser ShonenAi-Mangas. Die kamen nämlich spitze bei meinen Freundinnen an und sie sammelten alle Bände, um sich dann so Romanzenbildchen mit schlanken, dramatischen Typen zu Gemüte zu führen. Na gut, ich las auch alle Bände beider Serien. Aber eher wegen der Unterhaltung und der SM-Schiene, die dort leicht bedient wurde. Auch wurde meine These untermauert, dass diese ShonenAi-Geschichtchen (die es freilich auch in härterer Form gibt, dann aber Japan-Import, unübersetzt) das für Hetero-Weibchen sind, was Lesbenpornos für Hetero-Männchen sind.
So findet eben jedes Tierchen sein Plaisierchen.

Unromantisches Potsdam

Für den Fernlehrgang soll ich einen Text über meinen Wohnort schreiben, der sich an Touristen richtet. Man hatte mehrere Themen zur Auswahl, aber dieses schien mir naheliegend, wohne ich doch in einer Touristenhochburg.

Beim Sinnieren über den zu schreibenden Text fiel mir jedoch nochmals auf, wie unbegeistert ich über Potsdam bin. Obwohl ich nunmehr sieben Jahre hier wohne, stellt sich kein heimeliges Gebundenheitsgefühl ein, kein romantisches Heimkehrenwollen, wenn ich mal unterwegs bin.

Das könnte dreierlei Gründe haben :

– Mir fehlt der mittelalterlich-gemütliche Teil. Potsdam war bis ins 17. Jahrhundert eine bedeutungslose kleine Ortschaft. Folglich mangelt es an Gässchen und verwinkelten kleinen Häuschen. Die vielbeschworenen Weberhäuschen sind nichts gegen die Hutzelhäuser, die manch andere Ortschaften bieten. So ohne echte Berge im Umland lohnte sich wohl der Bau von Burgen nicht.

– Es gibt keine Künstler, die ich mit Potsdam verbinden würde und die landschaftsbezogen und mir gefallend arbeite(te)n. Romane, die hier spielen, sind stadtskeptisch (aber vielleicht sah ich nur noch nicht den ultimativen potsdambejahenden Roman). „Subway to Sally“ sind berühmt, aber nicht stadtbezogen. Für mich ist die Stadtband darum „Napalm Entchen“. Die sind ulkig, aber laut und hart. Sie haben einen Alphatypen an der Gitarre, der nett und hübsch ist. Damit sehe ich Parallelen zur Stadt in dieser Band (*kicher*) :

(ja gut, das Charisma des Gitarristen kommt in der Aufnahme nicht ganz rüber, aber das geht ja Jann Jakobs auch oft so)

– Und der dritte Punkt ist mir sehr wichtig:

Der Stadt mangelt es an Verfall, an Brüchen, an morbidem Charme, an Unsaniertem und zunehmend am DDR-Bauerbe.

Alles soll so werden, wie die Häuser links. In der Mitte das "Haus des Fisches" (meine inoffizielle Bezeichnung). Das Gebäude rechts hinten soll auch weg.

Abgerissen. Wer will schon zentrumsnah und preisgünstig wohnen.. Die jetzige Brache sieht doch viel preußischer aus.

Aber das ist ja alles nicht unbedingt schlimm. Mensch kann ja Wegziehen. Wann sich wohl meine Gelegenheit bietet ?

Eine Tüte Winter

Schwerin im Dezember 2008, bitte Nashörner unten links beachten

Tallinn im Januar 2006. Ich friere, die Einheimischen, rechts im Bild, nicht.

Dresden - Innere Neustadt : das Museum der SG Dynamo wird abgerissen.

Dresden im November 2010. Keine Ahnung, wo genau.

Januar 2002 vor den Toren von Schmerz bei Gossa

Und das ist ein Schneelied, das circa ab Minute 3:22 schwer optimistisch wird *schwelg*


Sehr unterschiedliche Spielarten

Der Herr Teddy sagt, er merke keinen Unterschied zwischen verschiedenen Metalsparten.
Klingt wirklich alles ähnlich für Menschen, die es nur selten hart mögen ? Gerade bin ich zu müde, um richtig Sinnvolles anderes zu tun, da bietet sich eine kleine Recherche / Überlegung an, vielleicht werde ich gar wach und munter beim Musikhören.

Was gibt es so für Genre, die möglichst verschieden sind..

Power Metal

– den sollen, laut Wikipedia, angeblich Blind Guardian vertreten, mal hören:

ja. ächz. sehr powergeladen, nix für miesepetrige Morgenmuffel..

Dann lieber heiteren GrindCore aus Potsdam:

(naaa, ich denke, jetzt bemerkt man, dass es doch sehr unterschiedliche Genre gibt – wzbw.)