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Von Holzwesen bedroht

Im Leben muss mensch sich gegen viele Holzwesen behaupten.

Manche bedrohen einen amöbenhaft:


Andere aggregieren in bekannten Formen, um den Mensch zu erschrecken:


Allen gemein ist, dass sie einen zu Kleinholz verarbeiten wollen, um die Menschen zu assimilieren.

Schläft dann auch noch die Beschützerin, so gibt es keine Rettung.
Schade.

Grönland und die Tiere

Ich war noch nie in Grönland

und kann auch darauf verzichten –

verschiedene Tiere können es offenbar nicht:


Intermezzo : Versuche mit Redewendungen und Mantras

In meinen Tagen der immensen Motivationsprobleme habe ich mir so einige Phrasen und Mantren (Mantras?) ins Hirn gerufen,

es fing an mit :

Dem Müttermantra : „Es ist nur eine Phase. *tieflufthol* Nur eine Phase …“

Das schien mir einigermaßen tröstlich und ist auch von anderen Elternteilen erprobt.

Nicht so hilfreich waren meist die Tipps meines Ex-Gefährten (die ich mir dennoch versuchsweise ins Hirn rief):

„Disziplin ! Mithras lebt nur in den stolzen Herzen !“ (auch nett gemeint, aber Selbstermahnung klappt bei mir nur eingeschränkt.)

Sehr schön fanden wir – schon ein, zwei Tage später – die Karte vom Herrn Teddy, der uns aus dem Urlaub ein Enzensberger-Zitat schickte:

„Eine Reise ist der Versuch, den in die Ferne projizierten Wunschtraum der Romantik leibhaftig zu verwirklichen.“

Man kann Wortkonstrukte wie Porzellan behandeln und bespiegeln. Muss man aber nicht.

Schlussendlich rief ich heute meine Mutter an. Ja, ich rief an, freiwillig ! Es lohnte sich, denn sie erzählte , wie elend es dem einzigen Menschen gerade ginge, den ich jemals über einen längeren Zeitraum verachtet habe. Mein Interesse an dem Fall war nicht geheuchelt und dass ich kein Mitleid heuchelte, schien ihr nicht aufzufallen. Ich bin nicht wirklich schadenfroh, aber irgendwas daran befriedigt mich und macht mir Hoffnungen.

Für meine Mutter ist der Fall jedoch grundnegativ und sie baute, angeblich, um mich zu erbauen (aber wahrscheinlich eher für sich selbst), die Redewendung ein: „Unter jedem Dach ein Ach.“

Die war mir neu und gefällt.

Letztendlich finde ich aber die Herangehensweise dieser Joy Division – inspirierten Band am tröstlichsten:

– > auch von tragischer Ausgangsbasis (s. Liedtext) her Tanzen gehen (metaphorisch nur)

он будет один терпеть унижения
он до сих пор ждет удара в лицо
но боль стала сладкой как круг стал колесом
ноги в воде руки крестом
там вдалеке мерцают огни
и каждое движение – еще один шаг в сон
как же я был слаб в те дни /
каскады воды вниз по камням
смотри твои пальцы мокры от слёз
и красная роза во рту постоянно цветёт
ноги в огне руки крестом
над головой пылающий нимб
и каждое движение – еще один шаг в сон
как же я был слаб в те дни

schwarz-weiße Postkarten 1: Idylle und Verklärung

Teil 1 meiner kleinen, unprofessionellen Ansichtskarten-Edition knüpft da an, wo der vorherige Artikel aufhörte, beim zeitlichen Zurückblick auf vermeintlich unkompliziertere Leben.

Bauernhaus in der Dübener Heide

Diese Karte ist nur als Andenken gekauft worden, also unverschickt („ungelaufen“). Man sieht jede Menge Angestellte und Bewohner, weil ja das Landleben viele Leute brauchte, einen Farbeimer, einen Hund oder eine Decke (unten rechts), sowie einen Jugendlichen, der fröhlich ein Gewehr hält. Nun bedauere ich es, keine vertieften volkskundlichen Kenntnisse zu haben.

Darum zu etwas propagandistisch Durchschaubarerem :

Diese Karte ist eine Art Benefizveranstaltung, wie es das heute noch gibt („kauf einen Kasten Krombacher und 2 Cent gehen an den Regenwald“), denn sie war „zum Besten der Kriegskinderspende deutscher Frauen“ und zeigt die „Kronprinzessin Cecilie“. Damals gekauft für 10 Pfennige, wobei mindestens 7 Pfennig, laut Rückaufdruck, für den „Rheinischen Kriegskinder-Spendentag Oktober 1916“ verwendet wurden. Möglicherweise war die Käuferin vom Motiv angetan oder wollte nur die Spende machen, jedenfalls ist auch diese Karte ungelaufen.

Oberhof. Waldkaffee Untere Schweizerhütte. Touristenheim der Leipziger Verkehrsbetriebe

Deshalb als letztes noch eine gelaufene Karte. Sie ist wesentlich später gedruckt worden, nämlich 1955, aber auch sehr idyllisch. Absender war ein Herr mittleren Alters, der an Frau und Kinder schreibt, die nämlich zu Hause bleiben mussten. „Meine liebe E. , Von einem sehr schönen Nachmittags-Ausflug nach umstehender Hütte mit einem Kollegen aus dem Eisenbahnerheim, welchen ich schon in Bitterfeld im Zuge kennenlernte, sende ich Euch herzl. Grüße ! Der Kollege ist etwas älter, aber sonst gut zu mir passend. Heute habe ich, ohne Antwort von Dir abzuwarten, 6 DM an Dich abgesandt. […]“

Erwähnte ich schon meine nahezu morbide Faszination für Schriftstücke Verstorbener ? Und wie mich die Vorstellung begeistert, in einer telephonlosen Welt zu leben ?

Sonntäglicher Eskapismus, historizierend

Gestern befand sich die Pantherin von kurz nach Mittag bis kurz vor der Nacht in der Innenstadt. Unter Leuten, sozusagen. Dort gab es laute Musik, die überwiegend krachig war, veganes Essen, gutes Wetter, eine ausgerollte Echtgraswiese vor der Hüpfburg.. kurzum, geballte Modernität und Eindrücklichkeit. Folglich brauchte die Pantherin einige Stunden und einige Biere, um von der unsicheren Anspannung abzufallen, was sich zwar gelohnt hat, aber dazu führte, dass heute ein Ausgleich her muss.


Nach langen Überlegen entschied sie sich für folgende Biedermeierlichkeiten: (obwohl, gilt das noch als B.?)

Fröhlich – belangloser Geschichtenerzähler-Reenactment-Metal der Gruppe Oedroerir, schwülstige Hohoooohoooo-Gesänge und getragene Riffs inklusive. Genau das Richtige, um auf die Leere jetztzeitlicher [Köpfe, Menschen, Möglichkeiten]  zu scheißen.

Dazu in aller Ruhe nach schwarz-weißen Postkarten suchen.. ob mir eine interessante begegnet ? Oder ob die verstorbenen Verwandten auch nur lahme Grüße versendeten ?!

Nahende Urlaubszeit : trashige Postkarten

Der Correspondenzcarten-Topoi werde ich nie überdrüssig

und raffe seit 20 Jahren alle an mich, die ich kriegen kann.

Um die noch immer in mir glühende Reiselust ein wenig abzumildern

griff ich behende in die Sammelkiste, die eh mittlerweile völlig durcheinander

ist, (schönen Dank an die Wühl-Töchter),

und nehme mir vor, einige Glanzstücke zu präsentieren.

Den Anfang machen diese tierischen Exemplare von fragwürdigem Humor:

Obere Karte: aus der Türkei, 2005. Die Senderin ist eine Büroangestellte um die 50 und meint zur Karte (Zitat von Rückseite) : „ja, ich dachte, diese Karte kann ich Ihnen schicken, da Sie nicht so erpicht auf ein 0.8.15-Foto mit Sonne, Sand und Meer sind.“ – netter Gedanke, aber, im Ernst, was sagen denn kopulierende Schildkröten über den Urlaubsort aus ?

Untere Karte:   Adressiert an meinen damals 14-jährigen Stiefbruder soll sie Geburtstagsgrüße von einer alten Damen überbringen, die so oft verreist, dass sie eben nicht zu jedem Wiegenfest erscheinen kann. Zitat. „Wir müssen tüchtig frieren und wohnen bei IFA im Strandidyll, 5.Etage.“   Das wird den Adressaten sicher brennend interessiert haben. – Im Ernst: was ist das für ein ver****** Weltbild, darzustellen, wie Fisch und Möwen geil auf eine dröge Strandblondine sind ? Anthropozentrische, sexistische Kackscheiße, jawoll.

(maaaan, bin ich urlaubsreif)