Posts Tagged ‘ Religion ’

einer der Potsdamer Streitfälle: Garnisonkirche

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Herr Professor Huber bemüht sich nach Kräften dem Nachbau der Garnisonkirche ein Image der Versöhnung und des Widerstandes anzudichten. Zugleich vernebelt der Bischof a.D., ebenso wie die Stiftung für den Wiederaufbau, jegliche Klarheit über Finanzierung und Machbarkeit des umstrittenen Projektes.

Die Bürgerinitiative nimmt den Vortrag Herrn Professor Hubers am Donnerstag (siehe separate Einladung der BI dazu) zum Anlass, von ihm mehr Transparenz und eindeutige Positionen zu fordern.

Der hier veröffentlichte Brief wird Herrn Professor Huber persönlich übergeben, zugleich wird er bundesweit den Medien zur Verfügung gestellt.

Wir fordern dazu auf diesen Brief zu unterschreiben. Unterstützen Sie unsere Forderung nach Offenheit und Transparenz im Umgang mit öffentlichem Geld und gemeinschaftlichem Gut. Schreiben Sie uns unter aktion@ohne-garnisonkirche.de ihren Namen und, wenn möglich, Ihren Beruf und Ihren Heimatort. Wir fügen die Unterschriften dem Brief fortlaufend hinzu.

vier goldene Schrippen und der Binnenreim

„Vier goldene Schrippen, bitte !“: der Binnenreim, heißt es, ist unchristlich, nicht modern. Moderne Plunder, die haben Gesichter, Obstgesichter. Von Gelatineglibber fixiert, Obstplundergesichter durch Knochenmehl aus Schweinen.
Guten Appetit ! Dann doch lieber heidnisch reimen und gleich das ganze Schwein benutzen. Aber ist man noch in der Lage zu binnenreimen ? Oder braucht es erst einen Ferkelkomplettverzehr dafür ? Kommt einem der Binnenreim beim Kreuzen der Blicke mit blicklosen Kleinschweinen ?
Mal ohne Schwein versuchen:

Schrippen kippen zwischen Lippen
macht nicht zu hippen Klippen-
springern. Dinger fingern
machen hippe Schrippen.

Oh Gott, es geht nicht !
Verdammte Christianisierung !
(auch mit den Stabreimen geht es nicht besser. Seit Otfried von Weißenburg ist man so endreimkonditioniert !)

Von Gurus, sinnsuchenden Deutschen und altindischen Geschichten

Wer sich schon immer gefragt hat, was manche Mitmenschen in Yoga-Studios, indische Bibliotheken und spirituelle Seminare treibt, findet in dem Buch „Yoga-Geschichten“ einige Antworten. Es ist im Schirner-Verlag erschienen, der sich auf Bücher spezialisiert hat, die „begeistern und das Leben ändern.“

Der Autor Bernd Balaschus berichtet darin von seiner eigenen Sinnsuche, die ihn in den 1980ern nach Indien verschlug und versucht nunmehr, dem geneigten Leser die während seiner Reisen gewonnenen Erfahrungen und Ratschläge näherzubringen. Als Herausgeberin fungiert dabei die freie Journalistin und Ethnologin Doris Iding, die dem Autor nur „kleine Kurskorrekturen“ empfehlen musste und eine schöne und fröhliche Zeit während der Zusammenarbeit mit Balaschus hatte.
Das Vorwort der Herausgeberin schliesst mit der berühmt gewordenen Formel „OM shanti“, die auch alsbald in der eigentlichen Einleitung des Buches wiederkehrt. Der Leser hat zu dem Zeitpunkt, da er das zweite Mal „OM shanti“ liest, bereits Bekanntschaft mit dem großen Wunsch der Buchschaffenden gemacht, eine Welt von allumfassender Weisheit, Friede und Gutmütigkeit zu kreieren.

Für Menschen, die nicht an die prinzipielle Möglichkeit einer von allen Übeln befreiten Welt glauben, lohnt es sich allenfalls das Buch kurz anzulesen, denn man erfährt, wie und warum sich manche Mitmenschen ins Esoterische und / oder Fernöstliche flüchten, nachdem sie bemerkten, dass der Individualisierungswahn dem „natürlichen“ menschlichen Wesen widerspricht.
Der Mensch, so führt Balaschus aus, sehnt sich instinktiv danach, etwas für ein größeres Ganzes zu tun, für „die Gesellschaft“ oder „das Göttliche“. Viele suchen an diesem Punkt nach einem Lehrer, um sich selbst zu verbessern – eine Suche, zu der der Autor keine Alternative aufzeigt. Die Hingebung zu einem Guru scheint unumgänglich. Mir erscheint sie aber auch gefährlich, denn Machtmissbrauch ist auch durch angeblich Erleuchtete und Inder möglich.

Wenn die Tat wichtiger ist, als der Lohn dafür, nennen indische Lehren das „absichtsloses Tun“, der stinknormale Deutsche würde sagen: „der Weg ist das Ziel“ und fast jeder Erwachsene hat schon irgendwann mal erlebt, wie er in einer Tätigkeit vollkommen aufging und sich sehr wohl dabei fühlte.

Balaschus bringt dem Leser anschaulich und und schlüssig gegliedert indische Weisheiten und Geschichten näher. Der Wechsel von Theorie und Anekdote sorgt für einen relativ lockeren Lesefluss. Man darf beim Lesen allerdings nicht abgelenkt sein oder zu viele kleine Pausen machen, denn die angespannten Wortgruppen („spiritueller Weg“, „vollkommene Hingebung“) verlangen eine gewisse Konzentration. Die „Yoga-Geschichten“ sind keine leichte Lektüre und von daher ein Buch für Alleinwohnende und Kinderlose.

Stutzig macht, wie der Autor zwar jede Menge Selbstkritik übt (im Sinne von „damals war ich jung, unerfahren und ungeduldig“), aber kritiklos und ohne das im Klappentext angekündigte Augenzwinkern alles Indisch-Religiöse glorifiziert.

Am Ende des Buches wird ein Guru zitiert, welcher rät, nur das zu glauben, was nach eigener Erfahrung und Untersuchung und mit dem eigenen Verstand stimmen kann. Dies scheint mir ein sehr versöhnlicher Satz zu sein, dennoch stimmt es mich traurig, dass für die im Buch erwähnten Alltagsweisheiten und Menschenkenntnisse von vielen Menschen erst fernöstliche Ratschläge eingeholt werden müssen.
Warum dieses Misstrauen in die heimischen Menschen und deren Überlieferungen ? Wenn alle Götter eins sind und alle Menschen im Grunde gleich fühlen, egal wann und wo sie leb(t)en, warum muss dann erst die heiße Sonne von Goa auf gewisse deutsche Individuen fallen, damit sie auf „das größere Ganze“ vertrauen können ?

Dies beantwortet mir das Buch nicht, auch wenn es noch so einfühlsam in Wort und Farbe gestaltet ist.

p.s.: Vielen Dank an bloggdeinbuch.de für die Vermittlung.

Religiös-philosophische Notiz

aus: Alain de Benoist : „Heide sein zu einem neuen Anfang“  Buch von 1982, S.30 ff.

[jetzt kommt ein sehr langes Zitat, das mir erstmal schön und schlüssig scheint. aber ich ließe mich gern belehren oder auf Diskussionen ein]

Unsere Epoche selbst ist äußerst jüdisch-christlich geprägt, selbst wenn Kirchen und Synagogen keinen Zulauf mehr haben; sie ist es aufgrund ihrer Geschichtsauffassung durch die wesentlichen Werte, auf die sie sich bezieht. Umgekehrt, man braucht nicht an Jupiter oder Wotan zu ‚glauben‘ – was jedenfalls nicht törichter ist, als an Jahwe zu glauben – , um Heide zu sein. Heutzutage besteht das Heidentum nicht darin, Apoll-Altäre zu errichten oder den Odinkult wiederzuerwecken. Es schließt vielmehr in sich, dass man, hinter der Religion und gemäß einer nunmehr klassischen Erkenntnisweis, das ‚geistige Werkzeug‘ aufdeckt, dessen Erzeugnis sie ist, auf welche Innenwelt sie verweist, welche Welterfassung sie verrät.

Kurzum, es schließt die Betrachtung der Götter in sich als ‚Wertzentren‘ und die ‚Glauben‘, die ihnen zuteil werden, als Wertsysteme: Götter und Glauben sind vergänglich, die Werte aber bleiben. Das Heidentum zeichnet sich bei weitem nicht durch eine Ablehnung des Geistigen oder eine Verwerfung des Heiligen, sondern vielmehr durch die Wahl (und die Wiederaneignung) einer anderen Geistigkeit, einer anderen Form des Heiligen aus.

Weit davon entfernt, mit dem Atheismus oder mit dem Agnostizismus ineinander zu verschwimmen, schafft es zwischen Mensch und Welt ein grundsätzlich religiöses Verhältnis – und von einer Geistigkeit, die uns viel mächtiger, viel ernster, viel stärker erscheint als diejenige, auf die sich der jüdisch-christliche Monotheismus beruft. Weit davon entfernt, die Welt zu entheiligen, heiligt es sie im eigentlichen Sinne : es hält sie für heilig […]

Der Sinn des Heiligen, die Geistigkeit, der Glaube, der Glaube an die Existenz Gottes, die Religion als Ideologie, die Religion als System und als Einrichtung sind recht unterschiedliche Begriffe, die sich nicht unbedingt decken. Sie sind auch nicht zweideutig. Es gibt Religionen ohne Gott (z.B. den Taoismus); der Glaube an Gott erfordert nicht unbedingt, dass es sich um einen persönlichen Gott handelt. Die Vorstellung, dass man dauerhaft den Menschen von jeglicher religiösen Beschäftigung sozusagen entleeren könnte, ist aber unseres Erachtens reine Utopie. Der Glaube ist weder ein ‚Verdrängtes‘ noch eine ‚Illusion‘, und die Vernunft muss einsehen, dass sie sämtliche inneren Bestrebungen des Menschen nicht zu erschöpfen vermag. Für Schopenhauer ist der Mensch das einzige Wesen, dass sich über sein Da-Sein wundert. Diese Verwunderung, die sich gerade gegenüber dem Tod und angesichts der Vernichtung oder des Dahinsiechens aller anderen Wesen äußert, ist die eigentliche Quelle unserer metaphysischen Bedürfnisse, durch sie ist der Mensch gewissermaßen ein metaphysisches Tier.

Zum christlichen Feiertag

In meinem Osterartikel jammerte ich noch, dass es zum dort gelobten Lied kein Video (und somit kein kostenloses WordPress-Einstellen) gäbe, nun konnte ich das ändern – und es passt ja auch zum aktuellen Anlass, Christi Himmelfahrt.
Ein Lied aus den 80ern, aber erstaunlich modern, textlich.

fer Frühling feiert

Mit dieser krampfigen Alliteration möchte ich meine letzten 3 Wochen beschreiben.  Ich war nämlich so gesellig und „outdoor-aktiv“ wie schon lang nicht mehr, in den vergangenen 6 Jahren. Es gab Geburtstage, Ostern, den Kurzzeitjob, es ist wieder Reisezeit und die Zeit der städtischen Festivitäten.

Das alles motivierte mich so weit, dass ich eben gar ein nahezu ungezwungenes Telefonat mit einer Unbekannten führte – ein Wahnsinnsgefühl, was müssen nicht soziophobe Menschen für ein schönes Leben führen – das alles führt aber auch dazu, dass sich ein Rattenschwanz von unerledigten, wenn auch meist selbst auferlegten, Computer- und Schreibaufgaben ansammelt.

Hier als April-Erinnerung ein Photo des offiziellen gewesenen Annie-Osterstraußes:

tulpen mit hase
man beachte den putzigen Hefehasen, den ich vor der Speckitonne rettete.

Passend zu Ostern habe ich mir dieses charmante Buch gekauft:
Es ist für Atheisten quasi das, was „Warum wir kein Tiere essen“ von Ruby Rothfür Vegetarier ist. Meine Kinder sind aber noch zu klein, als dass ich über Reaktionen berichten könnte.

und als April-Ohrwurm habe ich erkoren:
Foyer des Arts- Schleichwege zum Christentum  , ein sehr charmanter und eingängiger Song, von dem ich bis eben gar nicht glauben konnte, dass er schon über 20 Jahre alt ist. Aufgrund dessen finde ich kein Video im Netz. Informationen über die Band aber z.b. hier