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Es ist der Information egal.

„Letztlich ist der Information egal, auf welchem Weg sie den Nutzer erreicht.“

– ein Satz aus einer Businesstippsammlung, der mich aus meinem Businessmodus reißt. Wie war das noch, neulich kurz nach neun am Morgen, als ich aufwachte und platt gewälzt war von Datenbröckchen, die mich benutzten und es war ihnen egal, wie..  Es war ziemlich wuschig, salopp gesagt. Ich weiß nicht, ob ich das in Ordnung finde, wenn Daten Menschen als Wirt nutzen um sich zu vergnügen. Andererseits, wer wollte es ihnen verbieten ? – Ich, als angehende Animistin, sicher nicht. Und ich, als dysthyme Persönlichkeit, sicher auch nicht. Nehmt schon, ihr Daten, wenn ihr diese Person benutzt, dann hat sie wenigstens einen kleinen Sinn; nehmt hin.

In diesem Jahr bleibt es vielleicht noch bei so harmlosen Nutzungsstunden, nach denen ich aufwache und glotze und murmel: „Wo bin ich ? Wo ist mein Auto ? Warum ist das Bett so groß ? Was ist das für ein blaues Karnickel ?“, aber in einigen Jahrzehnten, darauf bin ich freudig vorbereitet, stehe ich ganz als  bereit. Dann klapper ich wirr durch die Straßen, so wie dieser Rollstuhlopi, der immer eine Sonnenblume dabei hat und um den Hauptbahnhof herum saust. Das wird gut. Den Informationen ist es letztlich egal, wie ich zu ihren Plänen stehe.

3 Alpträume in 10 Stunden

„Ich bin zu spät. Habe verschlafen. Zehn Stunden geschlafen. Hätte auch drauf verzichten können.“
Chef: „Weil du dann auch die Kinder zu spät in die Kitas gebracht hast?“
ich: „Nee, die wurden schon weggebracht. Aber mich hat danach keiner geweckt, sodass ich noch einen dritten Alptraum haben konnte.“
Chef: „tsss.. Hilf doch erstmal Frau Huhn beim Laubharken.“

Gemacht. Dass Frau Huhn eine der most charming persons ever ist, hatte ich schon mehrfach erwähnt. Es gelingt mir, sie neidlos zu bewundern.
Ich vergaß meine Traumschrecken eine Weile. Aber es war alles so intensiv, dass ich trotz zu spätem Aufstehens erstmal eine Tasse Kaffee und 20min. Zeitunglesen brauchte, um in die Realität zu kommen.
Den zweiten Traum habe ich vergessen, aber er war mindestens so schrecklich wie der erste und der dritte. Jedoch ist das Menschenhirn so gestrickt, dass es primär den Anfang und das Ende abspeichert und erinnert – das habe ich als Grundschülerin in einem Zauberkasten gelernt, da stand im Beiheft, man solle die besten Zaubertricks deshalb am Anfang und am Ende machen.

In Traum 1 machte ich eine Schulfahrt und wusste längst, dass die verwendete Zugstrecke großer Murks ist, schließlich war die Endstation noch 7km von der Zielstadt entfernt. Wir gingen zwischen zwei Bahndämmen entlang, als von rechts Gefahr kam. Die meisten kletterten den linken Damm hoch, wo oben Gleise und Stromleitungen waren. Ich stand beobachtend, bis irgendwie Feuer ins Spiel kam, dann kletterte ich auch hoch und riss mir die linke Hand halb auf. An so Dornenranken und an der Handstelle, wo ich seit ein paar Echttagen einen Grind habe, von irgendeiner Lapidalienverletzung.
Um mich herum nur Panik und Verletzungen, weil eben Zeitdruck und Ratlosigkeit durch die nachrückende Gefahr war.
Aber ich erlebte auch noch mit, wie Krankenwagen und Feuerwehr kamen und die schwerer verletzten Mitschüler abtransportierten. Puh.

Im dritten Traum musste ich Hunger und Durst leiden, weil ich zu langsam und zu leise sprach – sehr leicht zu entschlüsseln.
Da war so eine Gasthoftante, die von mir eingeschnappt war, weil ich sagte: „Dann nehme ich eben KEINEN Kaffee, sondern…“ und sie schon EINEN Kaffee machte, weil sie mich schlecht verstand und der Satz zu lang war. Darum gab es für mich gar nichts mehr, bis ich nach 24 Stunden vor Durst und Hunger so jammerte, dass es diese Pensionsfrau erweichte. Das Ganze war auch wieder eine Fahrt, diesmal aber aber auch mit Familienmitgliedern..

Naja. Jedenfalls erwähnte ich am Nachmittag, dass ich Alpträume gehabt hatte und meine Tochter wandte dann astrein die Strategie an, die ich bei ihr versuche, wenn sie ungünstige Angewohnheiten hat oder sich in irgendwas reinsteigert: „Vergiss doch die Träume einfach, guck mal lieber hier und denk da dran!“ – ich sah auf ihre Zeichnungen. Mädchen mit langen blonden Haaren. Mädchen mit langen blauen Haaren. Rosa Wiese, weil kein Grün da war. Aha. Viel bunter als schlechte Erinnerungen, in der Tat.

Lieber eine gute Erinnerung:
gestern hat sich echt einer gefreut, mich wiederzuerkennen. Bei mir machte es aber lange nicht Klick, weil er damals (Anfang März) eine Kapuze aufhatte, die sein lustiges Zöpfchen verbarg. Damals dachte ich: ey, voll der subversive Eigenbrötler, spricht bestimmt nicht viel mit Leuten und so.
Gestern stellte er sich als Asta-Sozialpolitik-Referent vor und redete viel und entschlossen. Na, zumindest das ’subversiv‘ stimmte ein bisschen. Der hatte so einen Style, der ausdrückte: „gegen die heteronormative Geschlechterdualität“. Das sprach mich an, da hat mensch weibliche Niedlichkeit gepaart mit männlicher Entschlossenheit.
Ich lieh mir sogleich eine Emma Goldman – Biografie aus.

Heidegger als Vorspiel (Anfang eines Pia-Kapitels)

Einmal schlief Pia bei einem Philosophiestudenten, da lag ein Heideggerbuch auf dem schwarzen Satinkopfkissen. „Sein und Zeit“ oder so ähnlich hieß es. Vielleicht auch: „Sein und Werden“- Pia war sich da nicht so sicher, auf jeden Fall ging es darin um Themen, die sie für ziemlich unerotisch hielt, weshalb sie sich wunderte, was sie damit anfangen sollte, während der Student im Bad war.

Aufgeklappt war Seite 427, auf der (nach Pias Interpretation) das Sterben beruhigend dargestellt war. Großspurige Substantive buhlten im Inhaltsverzeichnis um Pias Gunst, aber sie war entschlossen, sich nicht die genüssliche Laune von Prosa über Sinn und Wahrhaftigkeit zerstören zu lassen.

„Wem solche Bücher über seine Hyperintelligenz hinweghelfen, der soll sie gern lesen“, meinte Pia im Grundsatz und war nun gespannt, was so Herren mit bestechender Denkklarheit im Bett taugen.

Ob sie zu Komplimenten neigen ? Ob der Herr Philosophiestudent zum Beispiel sagen würde: „Ich mag dich nicht nur, weil du so eine weiche M*** hast, sondern auch für deine Lockerheit im Denken, die den Umgang mit dir recht angenehm macht ?“

Kann jemand einen dienlichen Hinweis geben, wie die Geschichte weitergehen könnte ? So in Stichpunkten oder rau formulierten Sätzen, egal..

Schule später anfangen – AddOn

Der Artikel über die Schulanfangszeiten ist einer der am häufigsten angeklickten in diesem Blog. Das lässt auf ein gewisses Interesse seitens der ’stinknormalen Suchmaschinenbenutzer‘ schliessen.
Das kommt ein bisschen spät, dass ich mich zu diesem Addon durchringe, aber da das Thema immer noch nicht durch ist:
So wurde mein Brief abgedruckt:

Das ist natürlich eine gekürzte Fassung der relativ emotional aufgeladenen Mail, die ich damals an die Redaktion schrieb.
Ursprünglich hatte ich mich auch noch über Koffein und Taurin ausgelassen, das sich die 13- bis 20-jährigen Schüler en masse morgens reinknallen müssen, um ihrem Biorhythmus ein Schnippchen zu schlagen, und dass das wohl kaum gesund sein könne.
Weiterhin jammerte ich über meine persönlichen Probleme mit Brechreiz, Hektik und Schulbussen. Das ist schon gut, dass das nicht abgedruckt wurde 😉

Aber nach wie vor ist mir unklar, warum es sinnvoll sein sollte, Menschen, die nachgewiesenermaßen 9 bis 10 Schlaf binnen 24h benötigen, nämlich Teenager, zu zwingen zwischen 5 und 7 Uhr aufstehen, zu Zeiten also, da die innere Uhr auf Tiefschlaf eingestellt ist. Nur weil es für die Lehrkräfte vielleicht problemlos möglich ist, 6 Uhr mit dem Auto loszufahren (Pendeln ist da ja auch verbreitet), muss man doch nicht diese Leistungs- und Gesundheitseinbußen in Kauf nehmen ?

Einmal fragte ich eine Lehrerin. Sie meinte: „Das frühe Aufstehen soll auf das Studium vorbereiten.“ Was ja kein gescheites Argument ist. Es fangen wohl kaum alle Uni-Veranstaltungen um 7 oder 8 Uhr an – alle Berufe übrigens auch nicht.

Wer ein Frühaufsteher ist, als Schulmitarbeiter oder auch als Schüler (gibt es den frühaufstehenden Teenager überhaupt ? kann mich an keinen erinnern.), der kann ja gern vor der  Schule noch Hausaufgaben machen oder die Freizeit genießen. Aber warum alle zwingen ??

Weiterführende Literatur:

Realtheater: 3 Uhr nachts in Potsdam-Süd

Heute (10.10.2011, ich veröffentliche längst zeitversetzt zum Schreiben)
hatte ich einen schlimmen Traum. Nicht dass mich das beunruhigen würde, dazu bin ich viel zu sehr auf dem Standpunkt, dass mensch nachts einfach verarbeitet, was ihn so umtreibt, und dass da nichts Prophetisches darin ist. Aber es war mal ein merkwürdiges Erlebnis. Im Grunde eine Verknüpfung dreier merkwürdiger Ereignisse.

Geträumt habe ich eine Evakuierung. Meine Wohnung war zugleich meine Schule, wie das eben in Träumen mitunter so verwischt ist; der Grund war irgendein Endzeit-Naturkatastrophenkram, von dem unklar war, wie lange er anhalten würde. Ich sah, wie meine Oma über die Balkonbrüstung nach unten gereicht wurde (von einem Rettungsservice) und bekam selbst die Auskunft, ich sei zu jung und könne doch flott die Treppe nehmen. Dann habe ich lange rumgebastelt (im Traum Strategie gespielt, toll), was ich im Rucksack mit runter nehmen möchte, welches Einpacken oder Anziehen wie lange dauern könnte und welche Reihenfolge wohl dafür am besten sei..

Irgendwann war das dann geschafft und in einem Schulbus ging es weg vom Katastrophengebiet. Leider mussten wir sehr lange im Bus ausharren und.. Na, das ist nicht so spannend. Am Morgen danach habe ich überlegt, was mich zu einem solchen Traum inspiriert haben könnte und mir fiel die merkwürdige Begebenheit ein, wie wir einmal auch nach dem Unterricht die Schule nicht verlassen durften, weil angeblich ein Verbrecher ausgebüchst war, der erst mal per Hubschrauber und Sondereinsatzkräften gesucht werden musste, bevor die Kinderlein wieder auf die Straße durften. Das war recht witzig, so im Frühteenageralter. Wir saßen halt kichernd bis aufregt im Raum rum. Oder in den Fluren. „Aber auf keinen Fall die Gebäude verlassen, das Böse kann überall lauern !“

Aus heutiger Sicht erscheint mir das ziemlich schwachsinnig. Aber es war wohl nicht der Traumanlass, denn das liegt schon so lange zurück. Realistischer und zeitnaher war der Lärm, der mich kurz nach 3 Uhr geweckt hatte. Der Lärm war ein nicht enden wollendes Bellen, dass durchs geschlossene Fenster und fünf Stockwerke nach oben drang. Ich war davon leicht angepisst: da ist das Kind endlich wieder soweit gesund, dass es sich nicht jammernd umherwälzt und Hilfe braucht, dann kommt sowas.

Ich meine, ich bin einiges gewöhnt, an dem Wohnungsstandort. Tatütata, grölende Jugendliche aufm Weg zur Tanke, das Absingen von nationalen Liedern auf dem Gehweg gegenüber, illegale Straßenrennen etc.

Also wollte ich mich von einem Tiergeräusch nicht am Weiterschlafen hindern lassen. Doch was war das für eine Männerstimme.. mit wem redete der da ? Warum kriegte er soviel Bellen als Antwort ? Ich wurde immer neugieriger und wacher. Das Bellen nahm immer nur dann ein Ende, wenn der Mann „Hilfe, Hilfe“ rief. Dann wurde der Hund kurz still. Bellte dann aber unter großem Zetern des Mannes weiter. Vielleicht war hier Zivilcourage gefragt ?

Mühsam und mit brennenden Augen schleppte ich meine Sensationslust ans Fenster. Ich sah eine Zigarette auf dem Balkon nebenan glimmen (aha ! Andere Zuschauer !), dann einen Golden Retriever (aha ! der ungezogene Bruder des beigen Labradors !), dann einen Mann ohne besondere optische Merkmale. Beide machten wirre Bewegungen auf dem Rasen vor dem Haus. Dann sah ich noch ein Sixpack Bier auf dem Gehweg stehen. Bevor ich lange „hääää?“ denken konnte, gingen flotten Schrittes zwei oder drei junge, gewaltbereit wirkende Männer auf den ersten Mann zu. Sie sagten auch irgendwas. Der erste und der Retriever trollten sich daraufhin nach links aus der Szenarie. Die jungen Typen nahmen daraufhin das Sixpack an sich und verschwanden nach rechts aus der Szenarie. Zum Schluss lief noch ganz, ganz schnell ein Dackel von rechts ins Bild und verschwand eilig Richtung Retriever.

Dann war es wieder relativ ruhig draußen. Ich hätte jetzt weiterschlafen sollen. Das gelang mir aber nicht, weil ich das Gesehene nicht sinnvoll auflösen konnte und mich meinerseits nun wirr umherwälzte. Davon wachte das Kind freilich auf. Dann folgte circa eine Stunde von abwechselnd: Kind wach, ich schlafbereit – Kind schläft, ich zu aufgekratzt zum Schlafen. Irgendwann schlief ich dennoch ein und hatte diesen schlimmen Traum.

Verdammter Hundemann. Oder war er ein Opfer ? Ich kann mir immernoch nicht recht erklären, was da abging.

Von Holzwesen bedroht

Im Leben muss mensch sich gegen viele Holzwesen behaupten.

Manche bedrohen einen amöbenhaft:


Andere aggregieren in bekannten Formen, um den Mensch zu erschrecken:


Allen gemein ist, dass sie einen zu Kleinholz verarbeiten wollen, um die Menschen zu assimilieren.

Schläft dann auch noch die Beschützerin, so gibt es keine Rettung.
Schade.

Menstruierende Mittlerin mit Migräne

ein Teiltag voller Ms

Manchmal kommen alle Minderheiten auf einmal.

Zu Menstruation und Migräne gesellen sich Mitmenschen,

mit denen man politisch korrekt vorgehen muss

und man muss den richtigen Ton treffen,

damit das Mädchen nicht den falschen Ton sehr laut trifft.

„der Mann mit der nichthellen Haut gefällt mir nicht“ – „dir müssen ja nicht alle gefallen“

„ich will den aber nicht angucken“ – „Wir haben hier [in dieser Tram] freie Platzwahl und außerdem hört er alles, was du sagst und findet das nicht nett.“

(Panik steigt in mir auf. Was, wenn jetzt eine Trotzreaktion erfolgt, gelten wir dann als Rassisten ? Ich gebe ja zu, seine Kopfform ist seltsam und er hätte besser Haare über die seltsamen Nackenwülste wachsen lassen sollen, aber man darf ja niemanden mehr unansehlich finden, wenn er zufällig dunkelhäutig ist.

Puh, das Kind ist gedanklich schon weiter und macht eine „Maske aus Salat“)

„Wenn ich später eine Mama bin, kann ich auch ohne Mann leben ? “

„ähhh .. “ (gedacht: müssen wir denn Grundfragen der modernen Ethik im Bus diskutieren unter vielen Zuhörern?) .. „Wenn du Mama werden willst, musst du dir schon erstmal einen Mann suchen, um das Kind zu erzeugen. Aber du kannst als erwachsene Frau auch auf Kinder verzichten.“

„Kann ich denn, wenn ich erwachsen bin, auch eine Frau heiraten?“ – „ja. Aber wenn du Mama werden willst, brauchst du zumindest kurz einen Mann. “ (innerliches Erröten. Die eigentliche Aufklärung wird wohl auch einst im Bus erfolgen. Ich sehe es schon vor mir: ich in Erklärung des Zeugungsvorganges, parallel in die Augen eines feisten 50-jährigen blickend, der dann süffisant sagen wird: „is de Kleene nich nochn bissel zu kleen dafür?“ und ich werde erwidern: „nein, ich war auch fünf, als mich das erste Mal ein 16-jähriger küsste. Man muss die Kinder doch vorwarnen.“)

Doch damit noch nicht genug. Gleich neben dem Nackenwulstmann saß ein Mann, der eigentlich intelligent wirkte, aber alle paar Minuten laut und deutlich seltsame Worte von sich gab. Ich dachte immer, mit Tourettesyndrom würde man reale Schimpfwörter von sich geben.. Erstaunlich, dass da nicht nachgefragt wurde („mit wem redet der Mann? was sagt der da?“)

Später mit der Jüngeren Einkaufen gegangen. Die vierte Minderheitenproblematik binnen 3 Stunden entdeckt. Ein Haltestellensitzblockierer mit Kippe im Mund, Bier in der Hand und deftigen, ins Nichts gebrüllten Worten.

Verwirrt nach Hause gegangen.
Ein Ibuprofenpräparat meiner Wahl geschluckt. dann so blöd gewesen, mich schon wieder auf einige unproduktive Geschlechterdebatten einzulassen.

Mein Hirn wird immer matschiger. Ich bin sooo müde, weil ich der Tagesmutter zu liebe vor 7 Uhr aufgestanden bin. (ja, sehr müde trotz 8 Stunden Nachtschlafes) Der Tagesmutter, die einen großen Fimmel bzgl. „regelmäßiger Tagesrhythmen“ hat. Und die auch fest überzeugt ist, dass jedes kleine Kind immer Mittagsschlaf machen muss.

Die Jüngere indes verweigert den dritten Tag in Folge den Mittagsschlaf. Die Migränetablette schlägt nur halbherzig an. Ich gebe mittlerweile solche Sätze von mir: „Dieser Schlüpfer passt aber nur an Puppenpopos.“

Vielleicht wird der nächste Teiltag einer voller Ps ?

Der kleine Heuler ist wieder da

(11/08/2011)

Kleine Kinder passen nicht in die moderne Gesellschaft.

Das ist so ein Grundproblem, das mir immer mal wieder zu schaffen macht. Auch heute hatte ich wieder einen ätzenden Tag und wünschte mich in die Stammesgesellschaft zurück. Jetzt ist Abend und die eigenen Kinder verträumen selig ihre mittagsschlaflosen Tageserlebnisse, um morgen früh wieder fit zu sein und einen bereits beim Frühstück mit putzigen bis kritischen Äußerungen zu konfrontieren.

Zu ruhebedürftig um mir Musik anzumachen, lausche ich den abendlichen Alltagsgeräuschchen, da kommt mir ein Jaulen und Weinen dazwischen, von dem ich längst dachte, es nicht wieder hören zu müssen, weil doch jeden Moment stille Rentner in die Wohnung unter mir ziehen würden..

Es ist der Sohn von unter uns, der wohl so 3 Jahre und ein bisschen sein dürfte, und er wehrt sich, wie bis vor einem circa halben Jahr fast jeden Abend, gegen das Einschlafenmüssen. Was habe ich für Schimpf- und Schreitiraden mitangehört damals. Dann sah es so aus, als zöge die kleine Familie aus. Die redefreudigen Rentner von ganz unten wissen sicher mehr darüber, ich weiß nur, was ich mithörte, versteckt im Wäschekeller, als die Mutter des Einschlafunwilligen diversen Rentnerinnen des Hauses ihr Leid erzählte- und was die junge Frau mir selbst mitteilte bzw. meiner Oma, der sie einst völlig arglos ihren Sohn in die Hand drückte. (Obwohl ich dafür Verständnis hatte. Wäscheaufhängen und gleichzeitig einen knapp Zweijährigen vom Klettern auf dem Wasserrohr, dem Schlitten und dem anderen Kellerkram abzuhalten, ist ätzend bis technisch nicht machbar.)

Nun hätte ich schon diverse Möglichkeiten gehabt, zu genaueren Informationen zu kommen – denn im Grunde möchte ich ja verstehen und helfen -, da die gute Frau mich schon mehrfach ansprach. Sie duzt mich und will immer abgetragene Spielzeuge, Jungsklamotten und Damenbekleidung verschenken. Dummerweise bin ich in diesen Momenten grundsätzlich in meinen ärgerlichen Verhaltensmustern gefangen und kriege keine Frage, die Informationen vom Gegenüber fordert oder ein Treffen anvisiert, heraus. Ich will den Kram auch nicht, bin selbst Messie genug.  Stattdessen täusche ich immer vor, dass mir das Kind auf dem Arm schwer würde, ich schnell zur Tram müsse usw.

Nach allem, was ich mitbekommen habe, heult der Junge allabendlich, weil er nicht müde ist, aber morgens gegen 6 Uhr aufstehen muss (dann wird wiederum geheult, weil noch müde, zum Glück schlafe ich da fast immer und hörte das selten) und wenigstens 9 Stunden Nachtschlaf haben soll.

Das frühe Wecken muss sein, damit er rechtzeitig in der Kita ist, damit Mutti rechtzeitig auf Arbeit sein kann. In der Kita wird garantiert zwei Stunden Mittagsschlaf gemacht, dann sind gewisse Kinder nicht um 20 bis 21 Uhr müde.

Ein aasiger Kreislauf, der bestätigt, was ich, wie oben angedeutet, schon länger denke – Menschenkinder sind nicht für die räumliche Teilung von Wohnen und Arbeiten gemacht, Menschenkinder sind auch nicht für den längeren Transport gemacht. Das Leben auf dem ländlichen Hof in früheren Zeiten oder auch das Gruppieren um Höhlen und Lagerfeuer funktionieren besser für sie. Immer ein paar Leute da, die an Hof und Höhle bleiben, während andere ackern oder jagen. Aber auch : immer jemand da, der sich ums Kind kümmert, wenn die Eltern zu erschöpft sind.

Der frühe Vogel vor verschlossenen Türen

Zu Schulzeiten wurde mir versichert, dass der Unterrichtsbeginn um 7.10 Uhr auf das spätere (Berufs-) Leben vorbereite. Die Deutschen (und besonders Anhaltiner, wo ich Schülerin war) sind ein Volk der Frühaufsteher, das musste ich leidig verinnerlichen.


Just um 7.10 Uhr wurde ich heute vom Kind geweckt und überredete mich (biorhythmische Morgenslangeschläferin), den kühlen Morgensonnenschein zu nutzen und so einiges zu erledigen, was von der letzten Woche übrig blieb.

Freitags hat das Rathaus, Abteilung Bürgerservice, von 8 – 14 Uhr offen. Na klar, die Angestellten wollen ins Wochenende. So weit erwartbar. Aber was hättet ihr als Montags-Öffnungszeit erwartet ?

Ich jedenfalls dachte an die Amtsangestellten, denen der Ruf voraus eilt, früh morgens bereit, aber nachmittags geschlossen zu sein, und schleppte mich und das Kleinkind zum Rathaus. Das macht nicht so Spaß und dauert knapp eine halbe Stunde. Aber im Rausch des morgendlichen Käffchens..

Nach einem kleinen Heulanfall in der Straßenbahn eilte ich die Rathausstufen hinauf und begegnete.. einem Dornröschenschlaf. Um 8.47 Uhr.  Drei verwirrte und tatendrängige Bürger fluchten vor sich hin,  drei Putzfrauen schrubbten munter vor sich hin und ein Plakat erklärte mir, dass ich für den neuen Pass auch einen Fingerabdruck hinterlassen müsse.

Sonst nichts zu sehen. Keine Öffnungszeitentabelle, kein offener Warteraum.

Ich geriet in Rage. Sprach eine rumstehende Dame ein, die offenbar das selbe Problem hatte und bereits mit den Putzfrauen gesprochen. „Ja,“ rief die Putzfrau aus der Ecke, es stimme, montags habe der Bürgerservice erst um 10 auf.

toller Service ! Manch Arbeitsloser wird zu 7.30 Uhr zur Fallmanagerin bestellt, manche Ärztin hat nur Termine zu 7.45 Uhr, aber ein Bürgerservice schafft es nicht, um 9 Uhr zu öffnen, ja nicht einmal, das an die Tür zu schreiben ???

Natürlich bin ich selbst Schuld an der  Misere, hätte ja nicht so naiv sein müssen, an konsequente Zeiten zu glauben.. als Alleinstehende Person wär ich eine Stunde ins Café gegangen, aber mit Wuselkind ist das ja nur Stress.

Einmal in der Innenstadt hätte ich vielleicht die Spezialsachen ausm Bioladen besorgen können, aber machte der nicht auch erst um 10 auf  ?

Und plötzlich ergibt auch Sinn, dass die Fotografen erst 10 Uhr aufmachen (worüber ich mich in der Vorwoche ärgerte, als ich das biometrische Bild gern machen wollte, bevor die Mittagskoch- und Schlafzeit beginnt)..

Hart traf mich auch die Erinnerung an den Tag, an dem ich meine Diplomarbeit ausdrucken und abgeben wollte. Letzteres musste bis 12 Uhr geschehen sein. Ich war hypernervös gegen 8.30 Uhr in der Innenstadt und wieder… ging nichts. Toller Preußennachfolgestaat.

Ich hockte eine halbe Stunde auf dem Gehweg, denn auch die Bank, wo ich das nicht wenige Geld für den Ausdruck vom Sparbuch am Schalter abheben wollte, machte erst 9 Uhr auf.

Dafür ist es dann meist schön voll, wenn eine Institution endlich offen hat.

Dafür ist die Bahn zwischen 9 und 10.30 immer besonders voll und die Taktverdichtung ging nur bis 9 Uhr.

So gleicht sich alles aus im Leben, so muss ich mich auch mal über Alltägliches auslassend beschweren…

Schule später anfangen !!!

Schön, dass es mal wieder jemand abdruckt:

(derartige Interviews mit Spezialisten kommen sporadisch in der Presse, warum nur hört verdammt nochmal niemand auf die ??)
ich bin so emotional darüber aufgeladen, dass ich nachher einen zustimmend-dankbaren Leserbrief an die Redaktion schicken werden, internet sei dank ist die Hemmschwelle nicht mehr immens.

Wer länger im Bett bleibt, lernt besser

 

Prof. Dr. Jürgen Zulley ist Leiter des Schlaf­medizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg.

chrismon: Bald beginnt die Schule wieder. Halb acht oder acht Uhr: Deutsche Schüler müssen zu früh raus, sagen amerikanische Forscher. Stimmt das?
Jürgen Zulley:
Ja. Wenn die Schüler später aufstehen, lernen sie aufmerksamer und sind motivierter. Leider gibt es bislang keine deutsche Studie zu dem Thema. Dennoch plädiere ich für einen späteren Schulbeginn. Die Leistungsfähigkeit bei Schülern ist um acht Uhr morgens so schlecht wie um Mitternacht, haben Freiburger Kollegen herausgefunden.

Wann sollte die Schule also losgehen?
Um neun Uhr. Eine Stunde mehr Schlaf genügt.

Und was machen die Frühaufsteher?
Bei den Erwachsenen gibt es Abend- und Morgentypen. Kinder hingegen wachen frühmorgens auf, Jugendliche sind fast alle Nachteulen. Sie sind später müde und schlafen selten vor Mitternacht ein. Das liegt nicht primär am Discobesuch, sondern am biologischen Rhythmus.

Ab neun Uhr stehen Lehrer also vor fitten Schülern?
Nein, eine Garantie gibt es natürlich nicht. Aber die Schüler sind eher ausgeschlafen. Und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die Noten verbessern.

Und wann dürfen die Schüler nach Hause gehen?
Sie müssten länger bleiben. Mittags brauchen sie eine Pause. Das beste Konzept wäre die Ganztagsschule. Dies funktioniert in anderen Ländern hervorragend. Das Argument, dass die Jugendlichen ihre Freizeit brauchen, stimmt zwar, aber diese verbringen viele lieber mit ihren Mitschülern und haben am Abend auch dann wirklich frei.

Wenn so viel für einen späteren Anfang spricht: Weshalb ­beginnt die Schule überhaupt so früh?
Es wurde einmal entschieden, also bleibt es dabei. Außerdem kommt es den Interessen der Erwachsenen entgegen: Die Lehrer wollen nachmittags freihaben, die Eltern wollen ihre Kinder vor der Arbeit in die Schule bringen. Dabei wird vergessen, dass es in erster Linie um die Schüler gehen muss.

Dürfen Schüler anderswo in Europa später aufstehen?
In Österreich und der Schweiz müssen die Schüler genauso früh raus. In England und Frankreich aber beginnt die Schule um neun.

Fragen: Susanne Faschingbauer, http://www.chrismon.de/2994.php