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Geschenke: Dezembersteigerung

eine MItte-Dezember-Geburtstags-Verpackung, die mir nüchtern gelungen ist

mein nutzlosestes Geschenk, das aber entschuldigt ist.

zu wenig Lebkuchenkram geschenkt bekommen !

... dafür aber insgesamt eine mittelgroße Kiste voller Schoki und Gummitiere


Quantität statt Qualität auch dieses Jahr. 3 Tassen, 1 Trüffelhäufchen, 3 Schnapsflaschen nicht mit auf dem Bild.


ich kann auch mysteriös verpacken, unnüchtern quasi.

und das: nach zwei erhitzten Holzmicheln ausm Tetrapak

erstes Dezember-Drittel (II)

Wir haben die Anschaffungen des Nikolaus fast aufgefressen. Obwohl, Moment.. *erinner*   da ist noch eine Kiste auf dem Schrank, da hatte ich noch einen Nikolausteil, der in hübschen Päckchen war, beiseite gelegt. Wie schön fürs Gewissen: man war doch nicht so verfressen, wie zunächst gedacht.

Aber dennoch, der Wohlstandszwiespalt ereilt in diesem Jahr auch mich:

einerseits will man irgendwie optisch fit und rank aussehen, andererseits ist Naschen so serotoninfördernd und mitunter auch gesellig und die Auswahl macht Spaß.. im letzten Jahr hatte ich eine klasse Motivation für mich:

ich stellte mir vor, wie die milchigen Bestandteile der Schoki und der Keksbutter von unsterilen Maschinen vakuumartig aus wabbeligen Eutern rausgepumpt wurden, während die Kälbchen, denen die Natur jene Milch zugedacht hat, irgendwo aus künstlichen Zitzen schlürfen und von diesem Gemisch aus unmütterlicher Milch und brasilianischem Gen-Soja schnell groß werden sollen, um Leistung oder Steak zu bringen… und prompt verging mir der Appetit und ich knabberte demütig an meiner fairgehandelten Zartbitterschoki oder einigen Nüssen rum. Manchmal sogar auf Trockenobst, obwohl ich das seit jeher wenig lecker und zu orientalisch fand. Datteln, bäh. Aladin, alberne Hütchen, blöde Äffchen, dazwischen getrocknete Feigen, bäh.

In diesem Jahr klappt das irgendwie nicht. Die Milchschoki kam ja kraft der Kinder sowieso ins Haus und irgendwann stumpfte ich dann doch wieder ab.

Das letzte Real-Gespräch mit meinem Vater ging etwa so:

V: „Hast du zugenommen?“

ich: „Nein, eigentlich nicht. Dafür trinke ich auch zuviel Kaffee, der Durchfall macht.“

dann war ich pikiert über soviel Oberflächlichkeit und verschloss mich für den Rest des Beisammensitzens.

Da bin ich vorbelastet durch die Jahre im Dorf, wo es stets gegenüber Mitmenschen hieß: „Du hast aber zugelegt, jetzt wo du ne Frau hast, harhar“ oder „Du bist ja dörr geworden, siehst ja aus wie aussem KZ !“ und es dazwischen nichts gab. Über die Jahre konnte ich bzgl. mancher Gesprächspartner regelrecht zusehen, wie sich das „Na, Jungchen, nimm mal nochn Teller, du brauchstes doch!“ in ein „Na, dir schmeckts ja auch, zwickts nich schon am Gürtel ? Bald biste so fett wie ich !“ verwandelte.

Die Fülligkeit von Leuten wurde als Direktindiz für ihren seelischen und sozialen Zustand behandelt. Als ob es keine andere Möglichkeit gäbe, jemanden nach Neuem aus seinem Leben oder seinem Gemütszustand zu befragen.

Ich meine, ja, da gibt es schon ein paar Zusammenhänge, aber das kann man sich doch denken und darauf aufbauend fragen: „Bist du zur Zeit viel am Arbeiten ?“ oder „Kommt ihr grad nicht viel raus?“ oder sowas.. Im Extremfall vielleicht auch: „Du wirkst erschöpft, wollen wir mal in Ruhe reden?“

– oder in meinem beschriebenen Fall auch konkreter fragen: „Dein Kleid ist so leger, hast du was am Bauch zu verbergen?“ – dann hätte ich gesagt: „Ja stimmt, das ist nicht tailliert, man sollte es mit Gürtel tragen, leider besitze ich keinen, der mir gefällt.“

Zurück zum Dezember: ein weiteres Vorhaben ist der Kauf eines Stoffgürtels. Nicht, um taillierter zu wirken, sondern um top organisiert und erreichbar und flott zu wirken, denn daran würde ich die niedliche Tasche hängen, in die genau ein Schlüsselbund und ein Mobiltelefon passen. Und ein Schoki-Riegel 😉

Das düstere Dessert

… ist wirklich eine Speise:

Schokofruchtpudding

Schokofruchtpudding, durchs Fotografieren heller als in Echt

Und ganz einfach und sehr lecker, und so praktisch, denn es löst mein immer wiederkehrendes Problem, dass alle 4 Tage noch 400-500ml Soja-Reis-Drink im TetraPak sind, die am Folgetag vergoren wären. (es gibt nur 1 Liter-Packungen und ich brauch nur wenig, im Müsli und im Kaffee)


Rezept:

  • 400ml Pflanzendrink ( ja, oder Tiermilch, aber dann schmeckt alles nach Euter *ätsch*) abmessen
  • 2/3 davon im Kochtopf erhitzen, Rest im Messbecher lassen und
  • mit 2 gehäuften Esslöffeln Rohrzucker, sowie dem Inhalt eines Puddingpulver-Päckchens „herbe Schokolade“ (z.B. von Oetker) verrühren bzw. mit Stärke und Kakaopulver (dazu kann ich aber grad keine Mengenangaben machen)
  • wenn es im Topf kocht den Rest reinrühren, weiterrühren bis das Verdicken anfängt
  • zuletzt noch 100ml Fruchtsaft unterrühren (ich nahm Apfel-Himbeer, aber es schmecken auch andere)

Versuchter Milchschoki-Nachbau

„Dairy free Original“ der Firma „Sweet william“

(unvoreingenommer Versuch, Sojaschokolade gut zu finden)

— Kommen wir gleich zum Wesentlichen: dieser Versuch war kein erfolgreicher. Unvoreingenommen war ich, ja. Und auch motiviert, denn ich liebte bislang die klassische Milchschoki und war auch bereit, mehr dafür an Geld auszugeben, um vielleicht einen ähnlichen Gaumengenuss auf Basis des guten Gewissens zu haben

das gebe ich noch nicht auf, es soll ja noch verschiedene andere Nachbauten der Kuhmilchschoki geben- aber mit diesem Produkt war nichts zu wollen.

Details:

  • 100g kosten 2,25 Euro
  • Produkt ist tiermilchfrei, nussfrei, glutenfrei, cholesterinfrei und frei von künstlichen Aromen, Farb- oder Konservierungstoffen und Transfettsäuren – eine wahre Ausgeburt guten Ernährungsgewissens für diverse Gruppen
  • in Australien hergestellt
  • besteht aus Sojateilen, Kakaoteilen, Inulin, Rohrzucker und Vanille
  • hört sich soweit ganz gut an, aber der Geschmack (und das ist doch bei Schoki das, was zählt).. in einem 1. Versuch reagierten sowohl ich, als auch die laktoseintolerante hoffnungsvoll Mitprobierende irritiert und hatten Probleme, den Geschmack zu beschreiben, einig waren wir uns aber, das es „nicht das Wahre ist“ und man so lieber gleich auf (nicht-zartbitter-) Schoki verzichten könne.
  • 2.Versuch: erinnert an Eisglasur auf Kokosfettbasis, also primär fettig, aber doch irgendwie spröde, Zuckerpartikel bemerkbar, nussiger Geschmack, bizarre Konsistenz (oh gott, ich lutsche noch immer am selben ersten Stück.. ) vielleicht nougatig, von vornherein so schmeckend, wie kuhschoki nach 2 Wochen !
  • auf veganen Foren und Shops wird diese Schoki meist wegen ihrer Cremigkeit gelobt: ja, das bietet sie, aber dann hört´s auch schon auf. Vielleicht teile ich die positiven Meinungen einst, wenn mein Kuhmilchverzicht länger besteht, aber mit diesem Produkt kann niemand überzeugt werden, auf Tierdrüsensekrete zu verzichten !