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Schule später anfangen – AddOn

Der Artikel über die Schulanfangszeiten ist einer der am häufigsten angeklickten in diesem Blog. Das lässt auf ein gewisses Interesse seitens der ’stinknormalen Suchmaschinenbenutzer‘ schliessen.
Das kommt ein bisschen spät, dass ich mich zu diesem Addon durchringe, aber da das Thema immer noch nicht durch ist:
So wurde mein Brief abgedruckt:

Das ist natürlich eine gekürzte Fassung der relativ emotional aufgeladenen Mail, die ich damals an die Redaktion schrieb.
Ursprünglich hatte ich mich auch noch über Koffein und Taurin ausgelassen, das sich die 13- bis 20-jährigen Schüler en masse morgens reinknallen müssen, um ihrem Biorhythmus ein Schnippchen zu schlagen, und dass das wohl kaum gesund sein könne.
Weiterhin jammerte ich über meine persönlichen Probleme mit Brechreiz, Hektik und Schulbussen. Das ist schon gut, dass das nicht abgedruckt wurde 😉

Aber nach wie vor ist mir unklar, warum es sinnvoll sein sollte, Menschen, die nachgewiesenermaßen 9 bis 10 Schlaf binnen 24h benötigen, nämlich Teenager, zu zwingen zwischen 5 und 7 Uhr aufstehen, zu Zeiten also, da die innere Uhr auf Tiefschlaf eingestellt ist. Nur weil es für die Lehrkräfte vielleicht problemlos möglich ist, 6 Uhr mit dem Auto loszufahren (Pendeln ist da ja auch verbreitet), muss man doch nicht diese Leistungs- und Gesundheitseinbußen in Kauf nehmen ?

Einmal fragte ich eine Lehrerin. Sie meinte: „Das frühe Aufstehen soll auf das Studium vorbereiten.“ Was ja kein gescheites Argument ist. Es fangen wohl kaum alle Uni-Veranstaltungen um 7 oder 8 Uhr an – alle Berufe übrigens auch nicht.

Wer ein Frühaufsteher ist, als Schulmitarbeiter oder auch als Schüler (gibt es den frühaufstehenden Teenager überhaupt ? kann mich an keinen erinnern.), der kann ja gern vor der  Schule noch Hausaufgaben machen oder die Freizeit genießen. Aber warum alle zwingen ??

Weiterführende Literatur:

Realtheater: 3 Uhr nachts in Potsdam-Süd

Heute (10.10.2011, ich veröffentliche längst zeitversetzt zum Schreiben)
hatte ich einen schlimmen Traum. Nicht dass mich das beunruhigen würde, dazu bin ich viel zu sehr auf dem Standpunkt, dass mensch nachts einfach verarbeitet, was ihn so umtreibt, und dass da nichts Prophetisches darin ist. Aber es war mal ein merkwürdiges Erlebnis. Im Grunde eine Verknüpfung dreier merkwürdiger Ereignisse.

Geträumt habe ich eine Evakuierung. Meine Wohnung war zugleich meine Schule, wie das eben in Träumen mitunter so verwischt ist; der Grund war irgendein Endzeit-Naturkatastrophenkram, von dem unklar war, wie lange er anhalten würde. Ich sah, wie meine Oma über die Balkonbrüstung nach unten gereicht wurde (von einem Rettungsservice) und bekam selbst die Auskunft, ich sei zu jung und könne doch flott die Treppe nehmen. Dann habe ich lange rumgebastelt (im Traum Strategie gespielt, toll), was ich im Rucksack mit runter nehmen möchte, welches Einpacken oder Anziehen wie lange dauern könnte und welche Reihenfolge wohl dafür am besten sei..

Irgendwann war das dann geschafft und in einem Schulbus ging es weg vom Katastrophengebiet. Leider mussten wir sehr lange im Bus ausharren und.. Na, das ist nicht so spannend. Am Morgen danach habe ich überlegt, was mich zu einem solchen Traum inspiriert haben könnte und mir fiel die merkwürdige Begebenheit ein, wie wir einmal auch nach dem Unterricht die Schule nicht verlassen durften, weil angeblich ein Verbrecher ausgebüchst war, der erst mal per Hubschrauber und Sondereinsatzkräften gesucht werden musste, bevor die Kinderlein wieder auf die Straße durften. Das war recht witzig, so im Frühteenageralter. Wir saßen halt kichernd bis aufregt im Raum rum. Oder in den Fluren. „Aber auf keinen Fall die Gebäude verlassen, das Böse kann überall lauern !“

Aus heutiger Sicht erscheint mir das ziemlich schwachsinnig. Aber es war wohl nicht der Traumanlass, denn das liegt schon so lange zurück. Realistischer und zeitnaher war der Lärm, der mich kurz nach 3 Uhr geweckt hatte. Der Lärm war ein nicht enden wollendes Bellen, dass durchs geschlossene Fenster und fünf Stockwerke nach oben drang. Ich war davon leicht angepisst: da ist das Kind endlich wieder soweit gesund, dass es sich nicht jammernd umherwälzt und Hilfe braucht, dann kommt sowas.

Ich meine, ich bin einiges gewöhnt, an dem Wohnungsstandort. Tatütata, grölende Jugendliche aufm Weg zur Tanke, das Absingen von nationalen Liedern auf dem Gehweg gegenüber, illegale Straßenrennen etc.

Also wollte ich mich von einem Tiergeräusch nicht am Weiterschlafen hindern lassen. Doch was war das für eine Männerstimme.. mit wem redete der da ? Warum kriegte er soviel Bellen als Antwort ? Ich wurde immer neugieriger und wacher. Das Bellen nahm immer nur dann ein Ende, wenn der Mann „Hilfe, Hilfe“ rief. Dann wurde der Hund kurz still. Bellte dann aber unter großem Zetern des Mannes weiter. Vielleicht war hier Zivilcourage gefragt ?

Mühsam und mit brennenden Augen schleppte ich meine Sensationslust ans Fenster. Ich sah eine Zigarette auf dem Balkon nebenan glimmen (aha ! Andere Zuschauer !), dann einen Golden Retriever (aha ! der ungezogene Bruder des beigen Labradors !), dann einen Mann ohne besondere optische Merkmale. Beide machten wirre Bewegungen auf dem Rasen vor dem Haus. Dann sah ich noch ein Sixpack Bier auf dem Gehweg stehen. Bevor ich lange „hääää?“ denken konnte, gingen flotten Schrittes zwei oder drei junge, gewaltbereit wirkende Männer auf den ersten Mann zu. Sie sagten auch irgendwas. Der erste und der Retriever trollten sich daraufhin nach links aus der Szenarie. Die jungen Typen nahmen daraufhin das Sixpack an sich und verschwanden nach rechts aus der Szenarie. Zum Schluss lief noch ganz, ganz schnell ein Dackel von rechts ins Bild und verschwand eilig Richtung Retriever.

Dann war es wieder relativ ruhig draußen. Ich hätte jetzt weiterschlafen sollen. Das gelang mir aber nicht, weil ich das Gesehene nicht sinnvoll auflösen konnte und mich meinerseits nun wirr umherwälzte. Davon wachte das Kind freilich auf. Dann folgte circa eine Stunde von abwechselnd: Kind wach, ich schlafbereit – Kind schläft, ich zu aufgekratzt zum Schlafen. Irgendwann schlief ich dennoch ein und hatte diesen schlimmen Traum.

Verdammter Hundemann. Oder war er ein Opfer ? Ich kann mir immernoch nicht recht erklären, was da abging.

Die beknacktesten Aerobicübungen

Aus gegebenem Anlass hier ein Zusammenschnitt von Fundstücken aus dem Schnirkelordner.
Mir gefällt am besten Nummer 8, der Schnabelsportler.
Nummer 6, „Gesichtsgulasch“ ist auch nicht ohne.
Und im unteren Teil die 6, „mit der Faust fuchteln“ ist auch immer ein Bringer.

Geschichtsunterricht, 5.Klasse

Meine damalige Lehrerin legte Wert auf selbstangefertigte Visualisierungen. Ich war damals sehr angepisst, im Geschichtsunterricht für Zeichnungen und Layouttechniken bewertet zu werden (schließlich wollte ich gute Noten erhalten !), aber Jahre später taugt der Kram zum Kichern, und das ist ja auch schon mal was. Wahrscheinlich ist es sogar mehr wert, als gute Geschichtsnoten der fünften Klasse.

Note : 3 ("zügiger arbeiten, Text fehlt !")


"Schneller arbeiten ! Oasen fehlen, Karawanenwege auch!"


lange Zeit mein Berufswunsch: bedröhnte Vorhersagerin

Der Panther ward nicht eleganter

wie man hier sehen kann, hat mich die Pantherigkeit bereits in jungen Jahren verfolgt. : Der alte Deutschlehrer hatte übers Wochenende den Auftrag an alle Zwölftklässler vergeben, doch ein Gegengedicht zu Rilkes Panther zu basteln, also eines, wo das Tier nicht im Käfig steckt und marode ist, sondern..
[einschub: vorher doch nochmal das Originalgedicht: ]


Persönlich war ich von keinem Vers zu 100 Prozent überzeugt, las dann aber mit gesenktem Blick zwei vor, es kam schließlich jeder dran. Der Lehrer war ganz zufrieden, mir war es dennoch peinlich vor den Mitschülern. Mittlerweile kommt mir das alles ganz putzig vor ^^

Der frühe Vogel vor verschlossenen Türen

Zu Schulzeiten wurde mir versichert, dass der Unterrichtsbeginn um 7.10 Uhr auf das spätere (Berufs-) Leben vorbereite. Die Deutschen (und besonders Anhaltiner, wo ich Schülerin war) sind ein Volk der Frühaufsteher, das musste ich leidig verinnerlichen.


Just um 7.10 Uhr wurde ich heute vom Kind geweckt und überredete mich (biorhythmische Morgenslangeschläferin), den kühlen Morgensonnenschein zu nutzen und so einiges zu erledigen, was von der letzten Woche übrig blieb.

Freitags hat das Rathaus, Abteilung Bürgerservice, von 8 – 14 Uhr offen. Na klar, die Angestellten wollen ins Wochenende. So weit erwartbar. Aber was hättet ihr als Montags-Öffnungszeit erwartet ?

Ich jedenfalls dachte an die Amtsangestellten, denen der Ruf voraus eilt, früh morgens bereit, aber nachmittags geschlossen zu sein, und schleppte mich und das Kleinkind zum Rathaus. Das macht nicht so Spaß und dauert knapp eine halbe Stunde. Aber im Rausch des morgendlichen Käffchens..

Nach einem kleinen Heulanfall in der Straßenbahn eilte ich die Rathausstufen hinauf und begegnete.. einem Dornröschenschlaf. Um 8.47 Uhr.  Drei verwirrte und tatendrängige Bürger fluchten vor sich hin,  drei Putzfrauen schrubbten munter vor sich hin und ein Plakat erklärte mir, dass ich für den neuen Pass auch einen Fingerabdruck hinterlassen müsse.

Sonst nichts zu sehen. Keine Öffnungszeitentabelle, kein offener Warteraum.

Ich geriet in Rage. Sprach eine rumstehende Dame ein, die offenbar das selbe Problem hatte und bereits mit den Putzfrauen gesprochen. „Ja,“ rief die Putzfrau aus der Ecke, es stimme, montags habe der Bürgerservice erst um 10 auf.

toller Service ! Manch Arbeitsloser wird zu 7.30 Uhr zur Fallmanagerin bestellt, manche Ärztin hat nur Termine zu 7.45 Uhr, aber ein Bürgerservice schafft es nicht, um 9 Uhr zu öffnen, ja nicht einmal, das an die Tür zu schreiben ???

Natürlich bin ich selbst Schuld an der  Misere, hätte ja nicht so naiv sein müssen, an konsequente Zeiten zu glauben.. als Alleinstehende Person wär ich eine Stunde ins Café gegangen, aber mit Wuselkind ist das ja nur Stress.

Einmal in der Innenstadt hätte ich vielleicht die Spezialsachen ausm Bioladen besorgen können, aber machte der nicht auch erst um 10 auf  ?

Und plötzlich ergibt auch Sinn, dass die Fotografen erst 10 Uhr aufmachen (worüber ich mich in der Vorwoche ärgerte, als ich das biometrische Bild gern machen wollte, bevor die Mittagskoch- und Schlafzeit beginnt)..

Hart traf mich auch die Erinnerung an den Tag, an dem ich meine Diplomarbeit ausdrucken und abgeben wollte. Letzteres musste bis 12 Uhr geschehen sein. Ich war hypernervös gegen 8.30 Uhr in der Innenstadt und wieder… ging nichts. Toller Preußennachfolgestaat.

Ich hockte eine halbe Stunde auf dem Gehweg, denn auch die Bank, wo ich das nicht wenige Geld für den Ausdruck vom Sparbuch am Schalter abheben wollte, machte erst 9 Uhr auf.

Dafür ist es dann meist schön voll, wenn eine Institution endlich offen hat.

Dafür ist die Bahn zwischen 9 und 10.30 immer besonders voll und die Taktverdichtung ging nur bis 9 Uhr.

So gleicht sich alles aus im Leben, so muss ich mich auch mal über Alltägliches auslassend beschweren…

Schule später anfangen !!!

Schön, dass es mal wieder jemand abdruckt:

(derartige Interviews mit Spezialisten kommen sporadisch in der Presse, warum nur hört verdammt nochmal niemand auf die ??)
ich bin so emotional darüber aufgeladen, dass ich nachher einen zustimmend-dankbaren Leserbrief an die Redaktion schicken werden, internet sei dank ist die Hemmschwelle nicht mehr immens.

Wer länger im Bett bleibt, lernt besser

 

Prof. Dr. Jürgen Zulley ist Leiter des Schlaf­medizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg.

chrismon: Bald beginnt die Schule wieder. Halb acht oder acht Uhr: Deutsche Schüler müssen zu früh raus, sagen amerikanische Forscher. Stimmt das?
Jürgen Zulley:
Ja. Wenn die Schüler später aufstehen, lernen sie aufmerksamer und sind motivierter. Leider gibt es bislang keine deutsche Studie zu dem Thema. Dennoch plädiere ich für einen späteren Schulbeginn. Die Leistungsfähigkeit bei Schülern ist um acht Uhr morgens so schlecht wie um Mitternacht, haben Freiburger Kollegen herausgefunden.

Wann sollte die Schule also losgehen?
Um neun Uhr. Eine Stunde mehr Schlaf genügt.

Und was machen die Frühaufsteher?
Bei den Erwachsenen gibt es Abend- und Morgentypen. Kinder hingegen wachen frühmorgens auf, Jugendliche sind fast alle Nachteulen. Sie sind später müde und schlafen selten vor Mitternacht ein. Das liegt nicht primär am Discobesuch, sondern am biologischen Rhythmus.

Ab neun Uhr stehen Lehrer also vor fitten Schülern?
Nein, eine Garantie gibt es natürlich nicht. Aber die Schüler sind eher ausgeschlafen. Und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die Noten verbessern.

Und wann dürfen die Schüler nach Hause gehen?
Sie müssten länger bleiben. Mittags brauchen sie eine Pause. Das beste Konzept wäre die Ganztagsschule. Dies funktioniert in anderen Ländern hervorragend. Das Argument, dass die Jugendlichen ihre Freizeit brauchen, stimmt zwar, aber diese verbringen viele lieber mit ihren Mitschülern und haben am Abend auch dann wirklich frei.

Wenn so viel für einen späteren Anfang spricht: Weshalb ­beginnt die Schule überhaupt so früh?
Es wurde einmal entschieden, also bleibt es dabei. Außerdem kommt es den Interessen der Erwachsenen entgegen: Die Lehrer wollen nachmittags freihaben, die Eltern wollen ihre Kinder vor der Arbeit in die Schule bringen. Dabei wird vergessen, dass es in erster Linie um die Schüler gehen muss.

Dürfen Schüler anderswo in Europa später aufstehen?
In Österreich und der Schweiz müssen die Schüler genauso früh raus. In England und Frankreich aber beginnt die Schule um neun.

Fragen: Susanne Faschingbauer, http://www.chrismon.de/2994.php