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Sätze vom Band

Die Vorweihnachtszeit mit der Konsumfrage ist am Start. Auch ich bin daher gezwungen, mich durch verfügbare Spielprodukte zu wühlen. In einer Rezension zu einer batteriebetriebenen Puppe finde ich die Sätze: „Die einzige Negativkritik ist, dass die Puppe leider kein „Bitte“ und „Danke“ in den Sätzen ausspricht. Somit klingen die Sätze sehr fordernd. Ich finde das nicht gut, denn mit diesen 2 einfachen Wörtern kann man ein lebenlang sehr viel bewirken. Und wenn man diese mit so einem einfachen Trick, wie beim zuhören einer Puppe, festigen kann, dann sollte dies der Hersteller auch umsetzen.“

Gütige Götter, welche biederen Kategorien stecken da wieder dahinter ? Kann ein Mensch, der absichtlich Gegenstände, die aufgenommene Sounds abspielen, kauft und verschenkt, überhaupt ernstlich am Wohl der Mitmenschen interessiert sein ? Oder will jener das beschenkte Kind nur auf mehr Kommunikationserfolg trainieren ?
– mir kommt eine grausige Erinnerung: da bin ich im Kinderkrankenhaus und in einem Zimmer hat ein Junge einen Bären, der auf Druck Sätze von sich gibt. Immer dieselben Sätze und alle wollen mal drücken. Mit abnehmender Batterieleistung werden die Sätze lahmer und brechen ab, wie bei einem bewusstloswerdenden Wesen. Sehr gruselig.
Als angehende Animistin möchte ich dieser Zwangs- und Pseudobeseelung von Götzen gern irgendwas entgegensetzen. Aber ich ahne, die phantasieverklemmten Kinder wollen bitte mehr Sätze aus Weichkörperpuppen drücken. Und der Markt bedient die Nachfrage. Danke auch.

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Menschen und Mythen 2

C: „Sag mir, als Mann, ob Pia Plastic die direkte Folge von Werbewahnsinn und Feenbarbies ist !“

T:“Äh.. bitte was ?! Haste dir wieder stundenlang nen Satz zurechtgelegt ?“

C:“Ich habe so überlegt, warum dieses Amateur-Erotikmodell sich selbst als Puppe bezeichnet..“

T:“Viele Frauen werden doch als Puppen angesehen, das ist doch nichts neues.“

C:“Doch schon, du verstehst nicht. Pass auf, ich zeig sie dir mal..“

T:“Ohhh…“

C.“Sie bezeichnet sich auch selbst als Silikonfee. Da schau !“

T:“Ich sehe..“

C:“Als pinke Silikonfee. Versteh doch mal!“

T:“ Also ich steh ja weder auf Silikon noch auf Pink, aber irgendwie..“

C:“Das… ist das Surreale ! Ein ganz gewiefter Verkaufstrick!“

T:“Und was ist jetzt mit Barbie?“

C:“Dasselbe: große Flügel, auf die man Blüten schießen kann, schmale Taille, alles pink und gut geschminkt.“
T:“Ich habe irgendwie Lust auf einen T***en**ck. Du hast damit angefangen, also lass uns doch..“

C:“Moooment, ich muss mich erst zu Ende aufregen. Gestern in der Tram nämlich, da hatte jemand..“

T:“Och, kommt wieder so eine Verschwörungstheorie..“

C:“.. ein Blatt vor die Werbemonitore geklebt, auf dem stand, dass Wissenschaftler bestätigen, dass Hirne, die mit Werbereizen bombardiert werden, schlechter lernen können, als solche in reizarmeren Umgebungen. “

T:“Was lernen wir denn jetzt daraus ?“

C:“Das wollte ich dich doch fragen. Mein Hirn ist schon zu sehr mit pinken Botschaften voll. Aber ich habe so eine leise Ahnung, dass…“

T:“..du nicht mehr richtig denken kannst, weil du befürchtest, aus allen Barbiefans könnten Silikonfeen werden ? “

C:“Nee, so nun auch nicht.“

 

Fragile Pinkfeen

Neulich brachte meine Mutter Ü-Eier mit. Ich sah die Verpackung nicht, vielleicht war die rosa, aber darin waren zwei Plaste-Feen, die so dünn waren, dass nicht mit ihnen gespielt werden konnte, weil sie ständig in Mitte auseinander brachen. Meine vollschlanke Mutter, die eigentlich kein Problem mehr mit Rosa, Kitsch und Pink hat, ließ sich zu der Äußerung verleiten, die Feen seien ja so unrealistisch wespentaillig-dürr, dass gebe es in Echt nicht und sie hatte so einen seltsamen Wehklang in der Stimme, .. wie auch immer, es gibt eine Petition an Ferrero, sich das mit den Eiern „nur für Mädchen“ noch mal zu überlegen. Ich möchte auch darauf aufmerksam machen, weil es mich seit jeher nervt, wenn Handlungen/Spiele/Klamotten/Dinge/Orte nur für ein Geschlecht sind. Mag ja sein, dass die meisten Jungs/Mädels bestimmte Dinge eher mögen, aber ich habe eben auch immer gern ein Herz für die 10% abseits der Normalverteilung. Außerdem verstehe ich nicht, warum fliegende Fabelwesen Stöckelschuhe tragen.

Gedankensalat...

Silke Burmester über eine der Gründungsmitlieder von Pinkstinks, Stevie Meriel Schmiedel und ihre Aktivität gegen sexistische Werbung:

Wut-Mütter, wehrt euch!

Eine Kolumne von Silke Burmester

Wenn ein Beauty-Salon in Deutschland fünfjährige Mädchen zu Schönheits-Sklavinnen erziehen will, dann stimmt was nicht mit unserem Frauenbild. Zum Glück gibt es Menschen, die gegen diesen sexistischen Schrott vorgehen – und vor allem gegen frauenfeindliche Werbung.

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Von Cyberkatzen und Liebeskatzen.

Gestern war es wieder soweit: die Eindrücke von Vortag und Vorvortag hatten mich in die Knie gezwungen und ich schob die Moralstimme in mir zugunsten gnadenlosen Stubenhockens ab.
Gezieltes Stubenhocken und Faulenzen schafft Platz für Schaffenslust an folgenden Tagen, finde ich. Jedenfalls klappt das bei mir meist.
Jedenfalls..

Stundenlang mit Kaffee und Keksen am PC gehockt und „Cthulhu saves the world“ endlich mal weitergespielt. Besonders das Characterdesign hat es mir angetan, neben der SNES-Grafik natürlich.
Hinter mir hörte ich immer wieder schauriges Getröte und Gefiepe, das „lehrreiche Buch über Musikinstrumente“ war ein Fehlkauf. Es hat nämlich so chinesische überlaute Tonmodule, die der Albtraum jeden Elternteils sind.
Aber ich hatte mir ja einen moralfreien und faulen Tag vorgenommen, also drück doch noch ein zehntes Mal die Saxophontaste, Kind! Du wirst ja sicher nicht gleich hörgeschädigt von einem Tag und wenn schon, ein bisschen abgestumpfte Sinne sind nützlich in der Reizüberflutung der Moderne.
Ich bin leider noch nicht genug abgestumpft und begann mich nach meinen Ohrstöpseln zu sehnen. Mist, die sind im Rucksack. Den im anderen Raum suchen verträgt sich nicht mit Faulheit.
Also mehr auf Cthulhu und seine Gefährten konzentrieren. Nach vielen Stunden befanden die sich in einem Raumschiff, eine grüne Katze mit ausfahrbaren Tentakeln schloß sich an und es galt unter anderem Kühe, die mit Maschinenpistolen ausgestattet sind („Bovinator“, hihi), zu bekämpfen. Ich musste feixen und verlief mich ständig in dem Raumschiffdungeon, aber egal.
Nach weiteren Stunden mit grünen Katzen im Blick und Getröte im Nacken war Kinderschlafenszeit und mein Hirn lila Matschepampe.
Ich fing an, unkontrolliert durchs Netz zu klicken und lernte dabei u.a. dass in der Nähe von Magdeburg neuerdings Holzdildos („splitterfrei durch Lackversiegelung“) hergestellt werden. Dann fand ich einen Verlag, dessen Name wie ein Nagellackprogramm klang. Ich sah schwülstige Coverbilder und ein programmatisches „Erotik von Frauen für Frauen“, las mir die Manuskriptbedingungen durch und dachte: Ja !
Dann ging ich auf die Couch und fing kichernd an, mir einen Buchinhalt auszudenken, die Zielgruppe „einsame Frauen 45-65 J.“ fest im Sinn. (Heute habe ich noch mal das Verlagsprogramm angeguckt, vielleicht ist es gar nicht so schubladenhaft, aber egal, gestern war es schön mit der Schublade:)

Da ist die geschiedene Mutter, die mit ihrem Kater ein gesetztes Leben führte, bis der Kater verschwand. Und da ist der Mann aus der Nachbarschaft, der ein dröges Leben mit seiner Katze hatte, bis selbige nicht mehr in die Wohnung kam.
Hauptteil:
Mann und Frau treffen sich wegen Suchzettel und zeigen sich gegenseitig den Kater, der auf der Katze, welche rollig war, klebt. Es foglen verbale Streitigkeiten am Küchentisch. Die Katze wirft acht Junge. Deshalb müssen sich Mann und Frau noch mehrfach treffen, um die Modalitäten der Jungtiervergabe abzusprechen.
Happy-End (vom Verlag verlangt):
Während eines erhitzten Gespräch am Küchentisch („Sie haben Schuld, weil Ihre Katze nicht sterilisiert war!“ – „Nein, Sie mit Ihrem Casanovakater sind schuld!“) macht es plötzlich plopp und die Menschen verstummen, es liegt ein Flirren in der Luft, der Mann sagt: „Ach, Sabine, lass es uns wie die Katzen machen!“ Sabine errötet und haucht: „Aber Peter, ich kann doch keine acht Jungen kriegen!“
Sodann ziehen beide Menschen und zehn Katzen zusammen in eine Wohnung.
Herzallerliebst ! Und wie dazu erst ein schwülstiges Cover aussähe..

Angst überdenken

Wenn du fürchtest, dass Gevatter Tod dir im Nacken sitzt…

… dann vergiss nicht, …

das Schild ist aus dem unbedingt empfehlenswerten Spiel „World of Goo“.

Sylvester unter Tieren

Vielen Dank für die guten Wünsche, ich hoffe ihr hattet alle putzige Gäste. Meinerseits schwofte ich ich lässig mit guten Geistern und komischen Tieren.

Das Polster war voller Geschirr, die kleinen Gäste wurden erwartet:

Mit Porzellan und Glas trank man fröhlich:

Ein Prosit den Dackeln ! (drei im Hintergrund)

Bis dann eine Tischbombe finstere Gesellen in die Bude brachte:

Fliegerasse gelandet..

– das warf einige gute Geister um:

Wer hat den besseren Schutzhut auf ?

und auch unter den Menschlingen brach helle Aufregung aus:

Und am Ende schworen sich alle, das Finstere mit dem Komischen zu vermengen und ein Jahr voller Optimismus und Skeptizismus zu begehen, ein jeder nach seiner Facon.

Geschenke: Dezembersteigerung

eine MItte-Dezember-Geburtstags-Verpackung, die mir nüchtern gelungen ist

mein nutzlosestes Geschenk, das aber entschuldigt ist.

zu wenig Lebkuchenkram geschenkt bekommen !

... dafür aber insgesamt eine mittelgroße Kiste voller Schoki und Gummitiere


Quantität statt Qualität auch dieses Jahr. 3 Tassen, 1 Trüffelhäufchen, 3 Schnapsflaschen nicht mit auf dem Bild.


ich kann auch mysteriös verpacken, unnüchtern quasi.

und das: nach zwei erhitzten Holzmicheln ausm Tetrapak