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Nadines Tanga oder: was nützt die Verbildung ?

„Verbildung, so viel wie Verunstaltung, aber auch die unklare, verworrene Ausbildung einer Person, an welcher diese selbst oder ihre Eltern und Lehrer Schuld haben.“ – aus der Oekonomischen Encyklopädie von J. G. Krünitz

Nadine, die in echt anders heißt, hatte mich überrascht – und dann ins Grübeln gebracht. Sie weiß davon nichts, ich nehme sogar an, dass sie meinen Gedanken nicht folgen könnte, sondern mich mit Worten wie „das ist ja völlig krank, was willst du eigentlich ?“ unterbräche. Rückblick :
Als Nadine sich nach vorne beugte, um ihre Schuhe zu nehmen, zuckte ich innerlich zusammen. Ich konnte mich des Blickes auf ihren pink-schwarzen Tanga nicht erwehren und war recht angetan von ihrem schmalen Rücken, ihren .. mein Gott, ich sag’s salopp: ihrem knackigen Arsch.
Sie drehte sich um 90 Grad, und während sie in ihre Schuhe schlüpfte, bemerkte ich auch das Unterwäscheoberteil, das durch ihr lässig-modernes Shirt schimmerte. Es passte stilistisch zum Unterwäscheunterteil.
Nadine war aufgestanden und ich entdeckte die kompakten, aber effektvollen Absätze unter ihren Schuhen. Ich staunte nicht mehr, als sie sich einen Kunstfellblouson überzog, weil plötzlich alles an ihr zusammenpasste.
Und ich staunte auch erst im Nachhinein über meinen Mut, den inneren Drang, sofort unumschweifig zur nächsten Haltestelle zu gehen, zu überwinden und sie ein Stück weiter zu begleiten, plaudernd.
Ihre überraschende, weibliche Rasanz musste mich aufgeschreckt haben – dass sie zudem mit Worten zu mir aufsah, weil sie mich offenbar in gewissen Dingen für erfahrener hielt als sich selbst, ließ mich beredt werden.
Dann, allein in der Bahn, fühlte ich mich wie ein 19-jähriger Azubi (meinetwegen „Automechanikerazubi mit Realschulabschluss“, um mal eine Schublade aufzumachen).

// Ist es denn schöner und leichter, unbefangen über erotische Anziehungskräfte denken zu können ? Ohne den Wust aus literarischen Szenen, die man diesbezüglich schon im Hinterkopf hat, in verquerer und unzitierbarer Form ? Vielleicht mit dem naiven Blick von Gelegenheits-Pornoklickern, alle Damen objektivierend und als sportliche Herausforderung sehend ?

Konfrontiert mit dem Legal-Abscheulichen, dem…

Ein impulsiv-emotionaler Bericht, aber vielleicht teilt die ein oder andere meine Abscheu.

Heutigen Tags geschah es, dass ich eine „MeinVZ-Freundschaftseinladung“ vorfand und mir skeptisch das Profil des namentlich Unbekannten ansah. Der Name klang wie ausgedacht, so „ein Vorname und ein Nachname, der wie ein Vorname heißt“, deshalb dachte ich: guck mal lieber, nicht dass es ein Bekannter mit Pseudonym ist.

Es war aber keine real bekannte Person, sondern ein 49-jähriger, der in meinem Viertel wohnt und bei den hiesigen Verkehrsbetrieben arbeitet – das sind wiederum Infos, von denen ich nicht wüsste, warum man die vortäuschen sollte.

Leicht entsetzt fürchtete ich, dieser Jemand hätte sich irgendwie auf der Straße mich in den Kopf gesetzt und checkte meine Profil- und Privatsphäreeinstellungen, aber nein, puuuh, ich bin unter Pseudonym, eingeschränkt sichtbar, Foto nur von hinten usw.

Der Herr hingegen bekennt sich dazu, Interesse an

„alles was spaß macht zusammen,fkk, junge frau ab ca 18 jahre für beziehung und mehr zusammen „

zu haben und ist als korpulenter Kurzhaariger auf einem Fahrgastschiff abgebildet. Mir wurde kurz leicht übel, aber ein seltsames Interesse am  Widerlichen zwang mich, weiter zu gucken. (als ob es nicht reichen würde, dass ich ab jetzt jeden Tram- und Busfahrer kritisch beäugen werde)

Ich sah in Photoalben, wo er seine virtuelle Person auf die Brüste junger Frauen in Unterwäsche verlinkt hatte, die allerdings selbst Kommentare bzgl. ihrer Photos abgaben, die in der Art von „Ballermann 2011, was haben die Mädels und ich uns durchnehmen lassen“ waren. Mir wurde nochmal kurz übel.

Dann sah ich, dass der Herr um die 400 „Freunde“ deutschlandweit hatte, dem Anschein nach überwiegend junge Frauen mit Selbstwertproblemen oder nymphomanischen / exhibionistischen / cybersexaffinenen /… Charakteren.

Ich versuche ja Verständnis oder Gleichgültigkeit aufzubauen, aber es gelingt mir nicht. Obendrein ist der Herr Mitglied in Gruppen mit klingenden Namen wie „!!Süße Mädchen spucken,böse Mädchen schlucken!!“ oder „.:.Sex ohne mich ist prinzipiell möglich, aber nicht soo toll :)“

Wie soll ich sagen.. ich habe ja kein prinzipielles Problem mit Menschen, die auf FKK stehen, oder das Internet nutzen, um sich anzüglich zu zeigen, aber ist nicht so eine Mainstream-Allgemein-Plattform der falsche Ort, um Mausis aufzureißen ?

Und kann es wirklich Unter-30-jährigen Vergnügen machen, sich Über-40-jährigen zu präsentieren, wenn letztere weder Geld noch Liebe noch ihrerseits leckere Bilder bieten ?

Auf die Tatsache, vor der Haustür von gruseligen Personen umgeben zu sein, zurückgeworfen (ja, das hatte ich zuletzt verdrängt), versuchte ich mich nach der MeinVZ-Aktion mit der vertrauten aktuellen Lieblings-Cd zu beruhigen, doch deren erstes Lied ist dieses (brrrrr):

Schland in der Buchse

Was macht frau, wenn ihr eine solche „WM-Unterhose“ an einem Herrenunterleib begegnet ??