Posts Tagged ‘ vernunft ’

Religiös-philosophische Notiz

aus: Alain de Benoist : „Heide sein zu einem neuen Anfang“  Buch von 1982, S.30 ff.

[jetzt kommt ein sehr langes Zitat, das mir erstmal schön und schlüssig scheint. aber ich ließe mich gern belehren oder auf Diskussionen ein]

Unsere Epoche selbst ist äußerst jüdisch-christlich geprägt, selbst wenn Kirchen und Synagogen keinen Zulauf mehr haben; sie ist es aufgrund ihrer Geschichtsauffassung durch die wesentlichen Werte, auf die sie sich bezieht. Umgekehrt, man braucht nicht an Jupiter oder Wotan zu ‚glauben‘ – was jedenfalls nicht törichter ist, als an Jahwe zu glauben – , um Heide zu sein. Heutzutage besteht das Heidentum nicht darin, Apoll-Altäre zu errichten oder den Odinkult wiederzuerwecken. Es schließt vielmehr in sich, dass man, hinter der Religion und gemäß einer nunmehr klassischen Erkenntnisweis, das ‚geistige Werkzeug‘ aufdeckt, dessen Erzeugnis sie ist, auf welche Innenwelt sie verweist, welche Welterfassung sie verrät.

Kurzum, es schließt die Betrachtung der Götter in sich als ‚Wertzentren‘ und die ‚Glauben‘, die ihnen zuteil werden, als Wertsysteme: Götter und Glauben sind vergänglich, die Werte aber bleiben. Das Heidentum zeichnet sich bei weitem nicht durch eine Ablehnung des Geistigen oder eine Verwerfung des Heiligen, sondern vielmehr durch die Wahl (und die Wiederaneignung) einer anderen Geistigkeit, einer anderen Form des Heiligen aus.

Weit davon entfernt, mit dem Atheismus oder mit dem Agnostizismus ineinander zu verschwimmen, schafft es zwischen Mensch und Welt ein grundsätzlich religiöses Verhältnis – und von einer Geistigkeit, die uns viel mächtiger, viel ernster, viel stärker erscheint als diejenige, auf die sich der jüdisch-christliche Monotheismus beruft. Weit davon entfernt, die Welt zu entheiligen, heiligt es sie im eigentlichen Sinne : es hält sie für heilig […]

Der Sinn des Heiligen, die Geistigkeit, der Glaube, der Glaube an die Existenz Gottes, die Religion als Ideologie, die Religion als System und als Einrichtung sind recht unterschiedliche Begriffe, die sich nicht unbedingt decken. Sie sind auch nicht zweideutig. Es gibt Religionen ohne Gott (z.B. den Taoismus); der Glaube an Gott erfordert nicht unbedingt, dass es sich um einen persönlichen Gott handelt. Die Vorstellung, dass man dauerhaft den Menschen von jeglicher religiösen Beschäftigung sozusagen entleeren könnte, ist aber unseres Erachtens reine Utopie. Der Glaube ist weder ein ‚Verdrängtes‘ noch eine ‚Illusion‘, und die Vernunft muss einsehen, dass sie sämtliche inneren Bestrebungen des Menschen nicht zu erschöpfen vermag. Für Schopenhauer ist der Mensch das einzige Wesen, dass sich über sein Da-Sein wundert. Diese Verwunderung, die sich gerade gegenüber dem Tod und angesichts der Vernichtung oder des Dahinsiechens aller anderen Wesen äußert, ist die eigentliche Quelle unserer metaphysischen Bedürfnisse, durch sie ist der Mensch gewissermaßen ein metaphysisches Tier.

Advertisements

Das Hundekot-Diktat und Ideen dagegen

Hier und heute lasse ich mich endlich über ein Thema aus, das mir schon lange am Herzen liegt, pardon: am Schuh klebt.

Die wurstigen Exkremente waschechter Wursthunde

Jaja, das Thema ist ein wenig abgedroschen und so viele haben sich schon darüber aufgeregt, aber ich muss es auch nochmal tun, denn :
ich lasse mir nur ungern meine Lebenswege von den Ausscheidungen der fleischfressenden Schoßtierchen fauler oder inkompetenter Mitmenschen vorschreiben ! Da es sich also um ein freiheitliches Anliegen handelt, ist mein Ansinnen keineswegs bieder oder spießig. 

Ich fordere:
DNA-Erfassung jedes Hundes gleichzeitig bei der Steueranmeldung

In manchen Städten steht bereits eine Bußgeldstrafe auf das Kotliegenlassen, aber was nützt das, wenn der Zeuge weder Kot noch Besitzer einwandfrei identifizieren kann ?

Manchmal war ich kurz davor, Leute mit just kackenden Hunden anzuraunzen, aber würden die mir ihren Pass zeigen, damit ich sie anzeigen kann ? Wohl kaum. Die sagen dann vielleicht eher: „Fass, Hassan!“

– wenn nun jeder Hund genetisch erfasst wäre, könnte ich mit einer gewissen Befriedigung die Scheiße aus meinem (oder eines Kindes) Schuhsohlenprofil kratzen, in ein Beutelchen rein und ab damit ans Ordnungsamt !

Kurze Recherche zur Hundesteuer: Sie soll von der Luxussteuer des 19.Jhd. abstammen und die externen Kosten abfangen, die der Stadt durch Hunde entstehen. Sie gilt nicht als Erkaufen der Scheißerlaubnis, wie manche Herrchen denken. Die Stadt reinigt ja nicht jeden Haufen weg. Und sich als Hundehalter im Recht zu fühlen, weil der eigene Köter ja „nur auf Wiesen kackt“  ist falsch.

Meines Wissens besitzt eine Gemeinde doch Grünflächen (Wiesen, Gebüsch, aber auch Rabatten), damit die Bewohner sie zum Gucken und Spazieren nutzen können, nicht damit Luxustierchenhalter keine Entsorgung der stinkenden Batzen selbst vornehmen müssen.

Es pisst mich an (ja, in der fäkalen wütigen Sprache bleiben):

  • dass ich mich nicht unbefangen auf die Wiese vorm Haus setzen kann
  • dass ich im Herbst nicht durch Blätter rascheln kann, ohne alle Schuhe kontrollieren zu müssen
  • dass ich so manche schönen Altstadtbauten kaum anschauen kann, weil ich vor meine Füsse gucken muss
  • dass die Kinder nicht ungezwungen Laufen lernen und die Natur kennenlernen können, weil ständig die Betreuungsperson die Schrittroute korrigieren muss („Geh nicht in die Scheiße!“)
  • dass der Mensch anscheinend verpflichtet ist, auf asphaltierten Wegen zu bleiben, damit Wuffi auf allen anderen Flächen abseits ungeniert abkacken kann
  • man sich vielen Bäumen nur unter äußerster Vorsicht nähern kann
  • dass Fussballspielen, Fangen, Bäumchen-Wechsle-Dich, Verstecken usw. nur noch auf sterilen Flächen, die z.B. abgezäunt sind, möglich ist
  • dass selbst auf offiziellen Spielplätzen oft eine ausgiebige Inspektion vor der Nutzung nötig ist

Zusammenfassend:  es wird mächtig geschimpft, gerade von älteren Bürgern, dass junge Mensche so naturfern, stubenhockerisch sind, nur noch Events und Indoorspielplätze besuchen, vorm PC hocken usw.

-aber kann mensch es verdenken, dass „die Jungen, agilen“ lieber vorm sauberen Bildschirm sitzen statt einen potenziell scheißeverschmierten Fussball ins Gesicht zu kriegen, beim Benutzen von Spielgeräten in bekackten Sand zu fallen, beim Verstecken im Gebüsch mit 2 Tonnen Scheiße unterm Schuh gefunden zu werden… beim Steinesammeln, Blättersammeln, Kastanienfinden auch stets 10 „Häufchen“ zu finden ?

Mein Aha-Erlebnis:

ich wagte es eines Tages doch mal, mich auf eine innerstädtische Wiese zu setzen und das Kleinkind im Überschaubaren Bereich laufen zu lassen (kein Hund oder Fahrzeug in Sicht), es kommt zurück und bringt mit: einen getrockneten Hundehaufen. Ich überlegte dann kurz, die nächst vollgekackte Windel im Busch zu deponieren, auf dass ein Hund sie apportiere.

Vor dem Hintergrund bekomme ich sogar ein wenig Verständnis für die Eltern, die ihre Kleinkinder auch auf kurzen Strecken sofort und gnadenlos in den Buggy packen. Vielleicht wollen die einfach nur vermeiden, dass kurze unachtsame Augenblicke zu Kinder mit kotstinkenden Händen führen ?

Über den Urin rege ich mich noch nicht mal auf, ich bin also moderat 😉

Ansonsten:

nee, tut mir leid, wer kein Tütchen bedienen kann, darf eben keinen Hund halten. Oder muss einige Bußgelder einplanen. Für Behinderte, Alte etc. könnte doch sicher was entworfen werden, damit die auch ohne Bücken an die Häufchen kommen. Was am Stab oder ein Sauger mit langem Rohr.

p.s.: Der Mensch (zumal der weibliche) muss meist 30 bis 150 Cent berappen, um einmal pullern zu dürfen. Der Hund legt einfach so los.

Ist das nun umgekehrter Spezifismus ?

die eigene Klimabilanz berechnen

… ist en vogue !
Wie bereits den meisten aufgefallen, wird einem vielerorts ein schlechtes Gewissen gemacht und zumeist das CO2 verteufelt. Staatliche Stellen schalten Stromsparwerbung, diverse Zeitschriften schreiben euphorisch über ökokorrekte Familien.. und so weiter.
Kürzlich konnte sogar in der Shopping Mall um die Ecke die eigene CO2-Bilanz berechnet werden und es wurden gruselige Klimaveränderungsfilmchen gezeigt.

Dagegen gibt es Leute, die argumentieren, der Klimawandel sei nicht menschengemacht und überhaupt, es gäbe doch so viele Gase und dieses ständige Rumreiten auf dem Kohlenstoff sei doch eine Verschwörung.

Vor diesem Hintergrund habe ich mir den Spaß gemacht, die Klimabilanz meines Haushaltes auszurechnen und folgender (vorhersehbar beruhigender) Wert kam heraus:

die bunten Balkenabschnitte kennzeichnen verschiedene Lebensbereiche, grau ist z.B. der Bereich für den unabänderlichen Output jedes Staatsbürgers, gelb ist wohl Ernährung und rot Mobilität.

Auf z.B. dieser Seite (ziemlich weit unten) kann man sich durch rechnen lassen.

6 Geflügelschenkel für Helga

Eine voyeuristische Anekdote ohne literarischen Wert.

Heute ging es mir wie Vielen: die Vorräte waren leer, leere Bierflaschen wollten weggebracht werden und seit 2,5 Tagen waren die Läden geschlossen, ein unerträglicher Zustand, schnell abhelfen !

Schon kurz nach 9 Uhr ging ich deshalb in den nächstgelegenen Supermarkt (wer viel schleppen muss, kann nicht mehr wunder-wohin) und verhielt mich super-pädagogisch mit der mitgenommenen, nun 4jährigen Tochter.

  • Laufen, kein Buggy
  • Kinderschiebe-Einkaufswagen (der mit der Fahne für die Eltern) statt Riesenwagen zum Drinsitzen
  • alles erklärt und Mitentscheiden lassen und
  • an der Kasse vom Süßwarenregal abgelenkt durch energisches Auffordern, mir beim Aufs-Band-Packen zu helfen

Jetzt kommt Helga ins Spiel.

ich grübelte gerade, ob es angebracht sei, dem Kind beim Hochhieven des 2,5kg Kartoffelsackes zu helfen, da begann ein Gespräch zwischen Kind und der danebenstehenden Frau:

„Kartoffeln?!“

– „oh, Kartoffeln?!“

–> „wie heißt du?“   (meine Tochter ist jetzt nicht mehr so verschüchtert, sondern glaubt, jeden zu kennen, sobald einige Eckdaten bekannt sind; quasi die aktuelle Masche)

– „Helga.“

-„wiieee?“

– „Helga.“

– „das is abern komischer Name.“

– „das denke ich auch schon 70 Jahre lang.“

-„ich bin erst 4 Jahre und heiße [alle 3 Vornamen genannt].“

Dann standen wir auch schon vor der Kassiererin, doch ich hatte kurz noch Zeit, Helga und ihre Einkäufe zu sondieren.

In diesen kurzen Minuten lernt man sehr viel über Mitmenschen, zumal wenn man sie eh mitunter durchs Viertel spazieren sieht, fügen sich in meinem Kopf Puzzleteilchen zusammen und..

Helga: 1,50m, kastig, graues, langes Haar, aufgedunsenes Mondgesicht ungeschminkt, unspektakuläre Schlabberklamotten, stets allein zu sehen

der Einkauf: bestand hauptsächlich aus 6 Geflügelschenkeln Marke „2Wochen alte rapide gemästete ungesunde gequälte Viecher“ und 3 Korn der Marke „Billigflachmann nahe der Kasse“

Schon sah ich vor meinem geistigen Auge wie diese Frau allein in ihrem Plattenbaubüdchen sitzt und den Vogelbeinen beim Kochen zusieht, 1 Schnäpschen beim Kochen, einer beim Essen und einer, um den Fraß im Magen zu umspülen.

Gott bewahre !

Ob die gegenteiligen 70-jährigen besser sind, die mit den modernsten Brillen, kecksten Frisuren, plüschigsten Hunden und top Englischkenntnissen ? Oder trinken diese nur den teureren Fussel versteckter ?

Tapir der Humanisten

Heute wurde ich auf den Humanistischen Pressedienst aufmerksam gemacht, dessen Jugendvariante „Wissen rockt!“ heißt. Das ist mir recht sympathisch, darum hier eine putzige Kolumne daraus. (ich fasse das Drumherum so auf, als dass Teilen erwünscht ist).

Das Schwarz-weiße soll gewissermaßen ein Maskottchen-Tapir sein.

hier der Quell-Link

Transsibirische Eisenbahn: ich guck die ganze Nacht !

Und zwar hier:

sämtliche Videos sollen zusammen 150h dauern, am besten auf „russisches Radio“ stellen..

ich hoffe, es wird künftig noch mehr solche Reisevideos mit landestypischer Untermalung geben, vielleicht animiert es ja doch die ein oder andere, auf emissionsintensive eigene Reisen zu verzichten.
In meiner Situation kommt das jedenfalls sehr gelegen, spare ich mir doch momentan das Reisen..

wie schön, Zugfahren ohne Ruckeln und die Radioreklame fockt auch 😉

Vielleicht noch nebenbei die Wiki-Artikel zu den entsprechenden Städten durchlesen, dann kriegt man fast mehr mit als der echte Reisende 😉


Triptychon der Suchtmittel

Das sind meine drei Hauptsüchte, das muss (in Abweichungen) jeden Tag sein !

Was genau mag das sein  ?  Und könnt ihr für euch 3 Hauptsachen, die den Alltag verschönern ausmachen ?