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Bockwurstvoyeurist

(aus der Reihe „Unangenehme Reisemomente“. Beim Zettelsortieren gefunden.)

Der Senf ist scharf, der Wurstdarm hart;
Der Bockwurstvoyeurist Minuten starrt.
Er grinst, wie nur die Alten lächeln
und wenn ich hinsehe, sieht er peinlich berührt weg.


Ein Familienanstarrer, sicher selbst einsam.
Geht er auch auf Spielplätze starren?


Wie eine feuchte Eichel glänzt das Wurstfleisch
und das Kind bekleckert sich mit [..?] und Senf
und der Bockwurstvoyeurist kichert
und sein Goldzahn glänzt.


Der B-V setzte sich extra gegenüber, der Zug ist leer.
Er ist distanzlos und sagt doch nichts.

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3 Alpträume in 10 Stunden

„Ich bin zu spät. Habe verschlafen. Zehn Stunden geschlafen. Hätte auch drauf verzichten können.“
Chef: „Weil du dann auch die Kinder zu spät in die Kitas gebracht hast?“
ich: „Nee, die wurden schon weggebracht. Aber mich hat danach keiner geweckt, sodass ich noch einen dritten Alptraum haben konnte.“
Chef: „tsss.. Hilf doch erstmal Frau Huhn beim Laubharken.“

Gemacht. Dass Frau Huhn eine der most charming persons ever ist, hatte ich schon mehrfach erwähnt. Es gelingt mir, sie neidlos zu bewundern.
Ich vergaß meine Traumschrecken eine Weile. Aber es war alles so intensiv, dass ich trotz zu spätem Aufstehens erstmal eine Tasse Kaffee und 20min. Zeitunglesen brauchte, um in die Realität zu kommen.
Den zweiten Traum habe ich vergessen, aber er war mindestens so schrecklich wie der erste und der dritte. Jedoch ist das Menschenhirn so gestrickt, dass es primär den Anfang und das Ende abspeichert und erinnert – das habe ich als Grundschülerin in einem Zauberkasten gelernt, da stand im Beiheft, man solle die besten Zaubertricks deshalb am Anfang und am Ende machen.

In Traum 1 machte ich eine Schulfahrt und wusste längst, dass die verwendete Zugstrecke großer Murks ist, schließlich war die Endstation noch 7km von der Zielstadt entfernt. Wir gingen zwischen zwei Bahndämmen entlang, als von rechts Gefahr kam. Die meisten kletterten den linken Damm hoch, wo oben Gleise und Stromleitungen waren. Ich stand beobachtend, bis irgendwie Feuer ins Spiel kam, dann kletterte ich auch hoch und riss mir die linke Hand halb auf. An so Dornenranken und an der Handstelle, wo ich seit ein paar Echttagen einen Grind habe, von irgendeiner Lapidalienverletzung.
Um mich herum nur Panik und Verletzungen, weil eben Zeitdruck und Ratlosigkeit durch die nachrückende Gefahr war.
Aber ich erlebte auch noch mit, wie Krankenwagen und Feuerwehr kamen und die schwerer verletzten Mitschüler abtransportierten. Puh.

Im dritten Traum musste ich Hunger und Durst leiden, weil ich zu langsam und zu leise sprach – sehr leicht zu entschlüsseln.
Da war so eine Gasthoftante, die von mir eingeschnappt war, weil ich sagte: „Dann nehme ich eben KEINEN Kaffee, sondern…“ und sie schon EINEN Kaffee machte, weil sie mich schlecht verstand und der Satz zu lang war. Darum gab es für mich gar nichts mehr, bis ich nach 24 Stunden vor Durst und Hunger so jammerte, dass es diese Pensionsfrau erweichte. Das Ganze war auch wieder eine Fahrt, diesmal aber aber auch mit Familienmitgliedern..

Naja. Jedenfalls erwähnte ich am Nachmittag, dass ich Alpträume gehabt hatte und meine Tochter wandte dann astrein die Strategie an, die ich bei ihr versuche, wenn sie ungünstige Angewohnheiten hat oder sich in irgendwas reinsteigert: „Vergiss doch die Träume einfach, guck mal lieber hier und denk da dran!“ – ich sah auf ihre Zeichnungen. Mädchen mit langen blonden Haaren. Mädchen mit langen blauen Haaren. Rosa Wiese, weil kein Grün da war. Aha. Viel bunter als schlechte Erinnerungen, in der Tat.

Lieber eine gute Erinnerung:
gestern hat sich echt einer gefreut, mich wiederzuerkennen. Bei mir machte es aber lange nicht Klick, weil er damals (Anfang März) eine Kapuze aufhatte, die sein lustiges Zöpfchen verbarg. Damals dachte ich: ey, voll der subversive Eigenbrötler, spricht bestimmt nicht viel mit Leuten und so.
Gestern stellte er sich als Asta-Sozialpolitik-Referent vor und redete viel und entschlossen. Na, zumindest das ’subversiv‘ stimmte ein bisschen. Der hatte so einen Style, der ausdrückte: „gegen die heteronormative Geschlechterdualität“. Das sprach mich an, da hat mensch weibliche Niedlichkeit gepaart mit männlicher Entschlossenheit.
Ich lieh mir sogleich eine Emma Goldman – Biografie aus.

Bahnhofsbilder X und XI

Die letzten Bahnhofsbilder sind die mit den Dateinamen, die mit S oder W beginnen.

  • der famose Uelzener Bahnhof, eng aber bunt
  • eine Bahnhofshalle in Wien, wo ich drög gucke, obwohl eigentlich erfreut
  • eine Schmiererei des Wittenberger Bahnhofsklos
  • die nichtige Halle in jener Lutherstadt. Ehrlich, als Touristenstadt sollten die mal was in ihren Bahnhof investieren. Wenigstens einen Kaffeestand oder irgendetwas.


Bahn(hofs)bilder IX

Heute bin ich ziemlich unkonzentriert und hin und her gerissen. Ich möchte dringend etwas schreiben, aber alles endet in Tippfehlern.

(das ist mir beim Kommentieren und Mailschreiben und so aufgefallen, war ständig am Zurückgehen und Korrigieren)

Deshalb also lieber Bilder als viele Worte.

Wie praktisch, dass diese Serie noch nicht zu Ende ist. Vor diversen Tagen war ich beim Buchstaben L und nun .. mal sehen, welche Dateinamen noch kommen.. da überrasche ich mich selbst. Es ist dann mitunter auch schwierig, mir pfiffige (?) Bildunterschriften einfallen zu lassen.

Schon "R" wie Radebeul, oha - dort war ich verwirrt am Bahnsteig und rätselte mit Passanten über die verschiedenen Historienzugvereine vor Ort. Dann entschied ich mich gegen die Fahrt mit der Historischen, weil ich Schiss hatte, das Kind würde in einer hektischen Bewegung übers Verdeck klettern.


Passt faszinierend gut zum letzten Artikel, Fremdenfeindlichkeit in Ost-Anhalt.

Bahnhofsbilder VII

Heute zwei Bilder aus Bahnhöfen, deren Städte mit L anfangen:
Eine Frage und eine Feststellung.

Wer weiß was über diese beige-blau lackierten Waggons ?


Lichterfelde ist nicht Lichtenberg. Ein Pils bleibt aber ein Pils.

Bahnhofsbilder VI

Dieses Mal sind wir bei H wie Hochsommer und J wie Jena. Es wird wieder viel Warten gezeigt, denn warten müssen Menschen wie Mülltonnen.

Bahn(hofs)bilder V

Diesmal langweilige Bilder:
ostdeutsche Tristesse vs. westdeutsche Tristesse
bzw.
dörfliche T. vs. Mittelstadt-T.